
Das Black Box Analog Design HG-2MS ist die erweiterte „Mastering-Version“ des Standard-HG-2. Während das Original bereits ein Kraftpaket für Sättigung und Wärme ist, fügt die MS-Variante entscheidende Werkzeuge hinzu, die speziell für die Präzision im Mastering und komplexes Stereo-Design entwickelt wurden.
Hier sind die entscheidenden Unterschiede und neuen Funktionen:
1. M/S-Bearbeitung (Mid-Side)
Der namensgebende Unterschied (MS). Du kannst das Signal in die Mitte (Mono-Anteil) und die Seiten (Stereo-Anteil) aufteilen.
- Vorteil: Du kannst die Mitte sättigen, um der Kick und den Vocals mehr Punch zu geben, während du die Seiten sauber lässt – oder umgekehrt die Seiten mit dem Air-Regler aufhellen, um den Mix breiter wirken zu lassen, ohne die Mitte instabil zu machen.
2. TMT (Tolerance Modeling Technology)
Wie bei vielen Brainworx-Plugins wurde hier die TMT integriert.
- Sie simuliert die natürlichen Bauteil-Toleranzen echter analoger Hardware.
- Jeder Kanal (Links/Rechts oder Mitte/Seite) hat leicht unterschiedliche Nuancen, was zu einem breiteren und „analogerem“ Klangbild führt.
3. Filter-Sektion für die Sättigung
Im Gegensatz zum Standard-Modell hast du beim HG-2MS viel mehr Kontrolle darüber, welche Frequenzen gesättigt werden:
- Saturation Low Cut: Verhindert, dass der Bassbereich durch die Röhren matschig wird.
- Saturation High Cut: Zähmt aggressive Höhen in der Sättigungskette.
- Damit lässt sich die Verzerrung extrem präzise auf bestimmte Frequenzbereiche (z. B. nur die Hochmitten) eingrenzen.
4. Mono-Maker und Stereo-Width
Zwei klassische Mastering-Tools direkt im Interface:
- Mono-Maker: Macht alles unterhalb einer gewählten Frequenz mono (extrem wichtig für die Vinyl-Pressung oder einen tighten Club-Mix).
- Stereo-Width: Ermöglicht es, das Stereofeld stufenlos zu verbreitern.
Die Filter-Optionen (Flat vs. Alt)
Wie beim Vorgänger gibt es den Filter-Schalter für die parallele Sättigung, aber er ist im MS-Kontext noch mächtiger:
- Flat: Sättigt das volle Spektrum.
- Alt: Fokussiert die Sättigung auf die oberen Mitten. In Kombination mit dem M/S-Modus kannst du hiermit Gitarren oder Becken in den Seiten zum „Strahlen“ bringen, ohne den Gesang in der Mitte zu beeinträchtigen.
Fazit: Wann lohnt sich das Upgrade?
Wenn du das HG-2 hauptsächlich auf Einzelspuren (wie Vocals oder Bass) nutzt, reicht die Standardversion meist völlig aus.
Das HG-2MS ist jedoch das ultimative Tool für den Master-Bus oder den Drum-Bus. Es bietet die perfekte Balance aus dem „schmutzigen“ Röhrencharakter und der chirurgischen Kontrolle, die man braucht, um ein finales Signal zu veredeln, ohne die Transienten-Kontrolle oder die Stereo-Balance zu verlieren.
Firma: Black Box Analog Design


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