Studio-Effekte von Arturia

Wundervolle Emulationen von renomierten Studio-Geräten für den Effekt-Einsatz

Softube Fix Flanger

Das Softube Fix Flanger und Doubler Paket entstand in Zusammenarbeit mit Paul Wolff (ehemals API) und ist eine Hommage an die klassische Ära der Eimerketten-Effekte (BBD - Bucket Brigade Device). Es liefert die Art von Modulation, die man auf unzähligen Platten der 70er und 80er Jahre hört – von subtiler Stereoverbreiterung bis hin zu extremen Jet-Flanger-Sounds.

Das Paket besteht aus zwei spezialisierten Plugins, die jeweils eine spezifische Aufgabe meisterhaft lösen.

1. Fix Flanger

Der Fix Flanger ist weit mehr als ein Standard-Modulations-Plugin. Er bietet eine enorme Kontrolle über das Zeitverhalten und die Phasenlage.

  • VDP (Variable Delay Preamp): Dies ist das Herzstück. Es erlaubt dir, die Verzögerungszeit manuell oder über einen LFO zu steuern.
  • Auto-Double & Manual Mode: Du kannst den Flanger klassisch schwingen lassen oder ihn manuell "durchfahren", um genau den Punkt zu finden, an dem die Auslöschung am dramatischsten klingt.
  • Invert-Funktion: Dreht die Phase des verzögerten Signals. Dies erzeugt den hohlen, metallischen Sound, der für "Through-Zero"-Flanging bekannt ist.

2. Fix Doubler

Der Fix Doubler ist die Geheimwaffe für alle, die Vocals oder Instrumenten mehr Breite und Tiefe verleihen wollen, ohne dass es nach einem billigen Chorus-Effekt klingt.

  • Natürliches Doubling: Er simuliert das Verhalten eines zweiten Sängers oder einer zweiten Aufnahme, indem er winzige, kontrollierte Schwankungen in Pitch und Zeit hinzufügt.
  • Dual Mode: Erzeugt zwei zusätzliche Stimmen im Stereofeld, was einen extrem breiten, "wolkigen" Sound ergibt.
  • Auto-Gain: Ein sehr praktisches Feature, das dafür sorgt, dass die Lautstärke beim Hinzufügen der gedoppelten Stimmen konstant bleibt, was den direkten Vergleich im Mix erleichtert.

Softube Fix Doubler

Warum dieses Paket nutzen?

Feature Wirkung im Mix
Klangcharakter Liefert die organische Wärme und die leichten Imperfektionen echter analoger Hardware.
Phasenkontrolle Der Flanger ermöglicht präzises Sound-Design, das weit über einfache Effekte hinausgeht.
Stereo-Imaging Der Doubler ist unschlagbar, um Monosignale (z.B. Lead-Vocals) im Mix breit zu machen, ohne die Monokompatibilität zu ruinieren.

Typische Anwendungsbereiche

Für den Flanger:

  • Drum-Bus: Ein langsamer Flanger-Sweep über die gesamte Drum-Gruppe in einem Übergang (Bridge) sorgt für enorme Spannung.
  • E-Gitarren: Der klassische "Jet-Sound" für Riffs oder psychedelische Leads.

Für den Doubler:

  • Lead-Vocals: Verleiht der Stimme Dicke und Breite, ohne dass sie an Fokus verliert.
  • Akustikgitarren: Perfekt, um eine einzelne Aufnahme so klingen zu lassen, als wären zwei Gitarren perfekt eingespielt worden.
  • Synthesizer: Macht schmale Pads oder Leads massiv und räumlich.

Fazit: Während viele Modulations-Plugins eher "künstlich" klingen, bewahren die Fix-Tools die klangliche Integrität des Originals. Sie klingen musikalisch und "teuer". Der Fix Doubler ist oft das Plugin, das man einschaltet und nie wieder ausschaltet, weil alles sofort besser klingt.

Firma: Softube


Softube Valley People Dyna mite

Das Softube Valley People Dyna-mite ist die Emulation eines der wohl exzentrischsten und aggressivsten Dynamikwerkzeuge, die je gebaut wurden. In der Audio-Welt ist das Dyna-mite legendär als „Schweizer Taschenmesser mit Attitüde“. Es ist kein Kompressor für sanfte Glättung – es ist ein Spezialist für brutale Kontrolle, extremes Gate-Verhalten und massiven Punch.

Das Plugin bietet drei Hauptmodi: Limiting, Expansion und Gating.

Was macht das Dyna-mite so besonders?

1. Das „Alles-oder-Nichts“-Prinzip

Das Dyna-mite arbeitet mit einem extrem hohen Ratio-Verhalten. Wenn es im Limit-Modus zupackt, dann richtig. Es eignet sich hervorragend, um die Dynamik eines Signals fast vollständig zu eliminieren und es in ein konstantes, druckvolles Energiepaket zu verwandeln.

2. Das legendäre Gate

Viele Toningenieure nutzen das Dyna-mite ausschließlich wegen seines Gates. Es ist berühmt dafür, extrem schnell und präzise zu öffnen und zu schließen.

  • Es ist die Geheimwaffe für den 80er-Jahre „Gated Reverb“ Sound auf Drums.
  • Es kann aus einer eher „müden“ Snare-Drum ein perkussives Feuerwerk machen, indem es den Ausklang knallhart abschneidet.

3. Der Ducking-Modus

Durch die Sidechain-Optionen ist das Dyna-mite ein fantastisches Tool für Ducking. Man kann es nutzen, um Platz im Mix zu schaffen (z. B. Bass weicht der Kick-Drum aus), oder um kreative rhythmische Effekte zu erzielen.

Die Benutzeroberfläche: Klein, aber oho

Die Hardware war berühmt für ihre verwirrende Beschriftung. Softube hat das Design beibehalten, aber es intuitiv nutzbar gemacht:

  • Range: Bestimmt, wie stark das Gate oder der Expander arbeitet.
  • Detector: Hier wählst du zwischen Average (eher musikalisch) und Peak (extrem schnell).
  • Mode: Schaltet zwischen den Funktionen Gate, Expander und Limiter um.

Warum sollte man es benutzen?

Vorteil Wirkung im Mix
Explosive Drums Es lässt Drum-Rooms förmlich explodieren und gibt Kicks einen unglaublichen "Thwack".
Präzises Gating Ideal, um Übersprechen (Bleeding) auf Mikrofonspuren sauber zu entfernen.
Charakter Es fügt dem Signal eine gewisse "Kante" und Rauheit hinzu, die modernem Pop, Rock oder Techno sehr gut tut.

Typische Anwendungsbereiche

  1. Parallel-Drums: Schicke deine Drums auf einen Bus, jage sie durch das Dyna-mite im Limiting-Modus mit extremen Einstellungen und mische das Ergebnis dezent zum Original. Das Ergebnis ist massiver Druck.
  2. Percussion: Nutze den Gate-Modus, um Percussion-Loops extrem trocken und "snappy" zu machen.
  3. Vocals: Im Limiting-Modus kann es aggressive Vocals (z. B. im Metal oder Rap) so stark komprimieren, dass sie wie eine Wand im Mix stehen.

Der "Geheimtipp"

Versuche das Dyna-mite auf einer Raummikrofon-Spur von Drums. Stelle es auf Limit und die Release-Zeit so ein, dass der Raumklang zwischen den Schlägen förmlich hochgepumpt wird. Das erzeugt diesen riesigen, energetischen Sound, den man von großen Rock-Produktionen kennt.

Fazit: Das Valley People Dyna-mite ist kein Alltags-Kompressor. Es ist ein Werkzeug für Momente, in denen du maximale Energie und Kontrolle brauchst. Es ist eigenwillig, laut und absolut einzigartig im Klang.

Firma: Softube


Softube FET Compressor

Der Softube FET Compressor ist eine detailgetreue Emulation des wohl berühmtesten Kompressors aller Zeiten: dem 1176. Er ist legendär für seine Schnelligkeit, seinen aggressiven Charakter und die Fähigkeit, Signalen ordentlich „Drive“ und Präsenz zu verleihen.

Im Gegensatz zu optischen Kompressoren (wie dem LA-2A), die eher sanft ausgleichen, ist der FET Compressor ein echtes Arbeitstier, das Transienten bändigt und Sounds direkt nach vorne an die Lautsprecherkante drückt.

Die Kern-Features

1. Extrem schnelle Attack-Zeit

Das Besondere an der FET-Technologie (Field Effect Transistor) ist die Reaktionszeit. Mit Attack-Zeiten im Mikrosekundenbereich kann dieser Kompressor selbst die schnellsten Spitzen abfangen. Das macht ihn zur ersten Wahl für Drums und perkussive Instrumente.

2. Der „All Buttons In“-Modus

Softube hat natürlich den berühmten „British Mode“ (oder All-Buttons-In) integriert. In diesem Modus verhält sich der Kompressor fast schon unberechenbar: Die Ratio ändert sich, das Regelverhalten wird explosiv und die Verzerrung nimmt zu. Perfekt für den klassischen „Smashed“-Drum-Sound.

3. Parallel Compression (Dry/Wet)

Ein moderner Vorteil der Softube-Emulation ist der integrierte Parallel-Regler. Du kannst das Signal extrem stark komprimieren (zerquetschen) und dann stufenweise dem Originalsignal zumischen. So behältst du den Punch und die Dynamik der Transienten, gewinnst aber die Dichte und den Schmutz der Kompression dazu.

4. Continuous Ratio & Sidechain

Anders als die Hardware, die oft nur feste Ratio-Schritte (4, 8, 12, 20) hat, erlaubt Softube stufenlose Ratios. Zudem gibt es einen externen Sidechain-Eingang und Low- sowie High-Cut-Filter für das Sidechain-Signal, damit der Kompressor z. B. nicht zu stark auf die Bassdrum reagiert.

Warum der FET Compressor?

Feature Wirkung im Mix
Aggressiver Punch Lässt Snares und Kicks extrem knallen.
Vocal-Präsenz Nagelt Stimmen im Mix fest, sodass jedes Wort verständlich bleibt.
Analoge Sättigung Die Modellierung der Eingangs- und Ausgangsstufen fügt eine angenehme Wärme hinzu, auch ohne Kompression.

Typische Anwendungsbereiche

  • Lead Vocals: Der Standard für Rap, Rock und Pop. Er gibt der Stimme Energie und sorgt für eine konstante Lautstärke.
  • Drums: Ob auf der einzelnen Snare oder als Parallel-Bus für das ganze Kit – er sorgt für den nötigen "Smack".
  • Bass-Gitarre: Ideal, um sehr dynamische Bass-Spuren zu bändigen und ihnen einen knurrigen Charakter zu verleihen.
  • Akustikgitarre: Verleiht Strumming-Parts eine perkussive Textur.

Ein kleiner Workflow-Tipp

Wie beim Original sind die Regler für Attack und Release beim FET Compressor „umgekehrt“ beschriftet: Rechtsanschlag (7) ist am schnellsten, Linksanschlag (1) am langsamsten. Das verwirrt Anfänger oft, ist aber essenziell für den authentischen Workflow.

Fazit: Wenn du einen Kompressor suchst, der "unsichtbar" arbeitet, ist der FET Compressor die falsche Wahl. Er ist ein Charakter-Tool, das zupacken soll. Er macht Sounds laut, fett und präsent.

Firma: Softube


Softube Marshall Plexi Super Lead 1959

Das Softube Marshall Plexi Super Lead 1959 ist für viele Gitarristen und Produzenten der "Heilige Gral" unter den Amp-Simulationen. Es emuliert den Verstärker, der den Sound des Rock 'n' Roll definiert hat – genutzt von Legenden wie Jimi Hendrix, Jimmy Page, Angus Young und Eddie Van Halen.

Der "Plexi" (benannt nach der Plexiglas-Frontplatte der Originale) ist berühmt für seinen gewaltigen Druck, seine Dynamik und die Tatsache, dass er eigentlich keine Verzerrung im modernen Sinne hat, sondern durch pure Lautstärke in die Knie gezwungen werden muss.

Der Sound: Dynamik pur

Das Plugin fängt die wichtigste Eigenschaft des Originals ein: Die Fähigkeit, allein durch den Anschlag oder das Volume-Poti der Gitarre zwischen glasklarem Clean und sattem Crunch zu wechseln.

Die Kanäle (Interaktives Patching)

Wie beim echten Amp gibt es zwei Kanäle mit jeweils zwei Eingängen:

  1. Channel I (High Treble): Sehr hell, aggressiv und durchsetzungsstark.
  2. Channel II (Normal): Dunkler, basslastiger und runder.
  • Das "Jumper"-Kabel: Das Plugin erlaubt es dir (wie in der Realität), die Kanäle mit einem kurzen Kabel zu verbinden. So kannst du beide Lautstärkeregler mischen, um die perfekte Balance zwischen dem "Biss" von Kanal I und dem Fundament von Kanal II zu finden.

Exklusive Features der Softube-Version

Softube ist hier einen Schritt weiter gegangen als bei einer simplen Amp-Kopie:

1. Tony Platt’s Recording-Kette

Die Boxen-Sektion (Cabinet) wurde vom legendären Toningenieur Tony Platt (bekannt für AC/DC’s Back in Black) aufgenommen. Er nutzte dafür eine originale 1960B-Box aus dem Jahr 1960.

  • Du hast Zugriff auf ein fertig gemischtes Setup aus drei Mikrofonen (z. B. FET-Kondensator, Dynamisch und Bändchen).
  • Du kannst die Mikrofone im integrierten kleinen Mixer selbst pegeln und pannen.

2. Der "Main"-Sektor (Experten-Einstellungen)

Im Seitenmenü findest du Regler, die über das Frontpanel des Amps hinausgehen:

  • Channel Strip: Ein kleiner EQ und ein Limiter helfen dabei, den Sound direkt im Plugin mixfertig zu machen.
  • Variac (Spannungsregler): Hier kannst du die Betriebsspannung virtuell senken. Das sorgt für den berühmten "Brown Sound" (mehr Sättigung, weicheres Ansprechverhalten), für den Eddie Van Halen bekannt war.

Warum dieser Marshall?

Eigenschaft Wirkung im Mix
Kein "Matsch" Selbst bei voll aufgedrehtem Gain bleiben Akkorde klar definiert und jede Saite ist hörbar.
Mittenpräsenz Der Sound setzt sich mühelos gegen Bass und Drums durch, ohne zu laut sein zu müssen.
Echtes Spielgefühl Die Latenz und das Feedback des Plugins fühlen sich sehr "analog" an – es "atmet".

Tipps für den Einsatz

  • Der "Sweet Spot": Drehe beide Volume-Regler (I und II) auf etwa 7 oder 8 und aktiviere das Jumper-Kabel. Das gibt dir den klassischen Blues-Rock-Crunch.
  • Clean-Pedal-Plattform: Der Plexi eignet sich hervorragend als Basis für Overdrive-Pedale. Wenn du Amp Room nutzt, kannst du ein Softube-Pedal davor schalten, um den Plexi in modernere Gain-Gefilde zu führen.

Fazit: Wenn du den authentischen Sound der 60er und 70er Jahre suchst – ungeschönt, ehrlich und kraftvoll – ist dieses Plugin die Referenz. Es ist kein Metal-Amp, aber für Rock gibt es kaum etwas Besseres.

Firma: Softube