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KORG - Polysix

KORG Polysix

Der KORG Polysix (erschienen 1981) war Korgs Antwort auf den legendären Sequential Circuits Prophet-5 und den Roland Juno-6. Er war eine kleine Sensation, da er als einer der ersten Synthesizer polyphonen Analogsound mit Speicherplätzen zu einem Preis anbot, den sich auch normale Musiker leisten konnten.

Hier ist das Profil dieses warmen, charakterstarken Klassikers:

1. Der Klang: SSM-Filter & Wärme

Im Gegensatz zu späteren digitalen Synthesizern nutzt der Polysix echte analoge Schaltungen.

  • Filter: Er verwendet die berühmten SSM2044-Filterchips. Diese verleihen ihm einen sehr cremigen, warmen und organischen Klang, der oft als "edler" empfunden wird als der des direkten Konkurrenten Roland Juno-60.
  • Oszillatoren: Er hat pro Stimme einen stabilen VCO (Voltage Controlled Oscillator) mit Sub-Oszillator für zusätzliches Fundament im Bassbereich.

2. Die "Geheimwaffe": Die Effektsektion

Da der Polysix nur einen Oszillator pro Stimme hat, wirkt der Sound pur manchmal etwas dünn. Korg löste das mit einer eingebauten analogen Effekteinheit (BBD-Technologie), die drei Modi bietet:

  • Chorus: Macht den Sound breit und räumlich.
  • Phaser: Ideal für schwebende, psychedelische Pads.
  • Ensemble: Der absolute Star des Geräts. Dieser Effekt erzeugt einen extrem dichten, orchestralen Streicher-Sound, der fast wie ein Solina String Ensemble klingt.

3. Arpeggiator & Chord Memory

  • Arpeggiator: Er besitzt einen klassischen Arpeggiator, der synchronisiert werden kann und maßgeblich für viele New-Wave-Produktionen der 80er Jahre war.
  • Chord Memory: Du kannst einen Akkord greifen, ihn speichern und dann mit nur einer Taste über die gesamte Tastatur transponieren – ein Feature, das später im Techno und House für die typischen "Chord-Stabs" extrem beliebt wurde.

4. Das "Batterie-Problem" (Wichtiger Hinweis für Sammler)

Falls du planst, ein Originalgerät zu kaufen, musst du auf die interne Batterie achten. Die ursprüngliche NiCd-Batterie für den Speicher neigt dazu, nach Jahrzehnten auszulaufen und die Leiterplatte (das Mainboard) durch Säure zu zerstören. Fast jeder Polysix auf dem Gebrauchtmarkt muss in diesem Bereich geprüft oder bereits restauriert sein.

Technische Highlights

Feature Spezifikation
Polyphonie 6 Stimmen
Oszillator 1 VCO + 1 Sub-Oszillator pro Stimme
Speicher 32 Programmspeicherplätze
Effekte Chorus, Phaser, Ensemble (analog)
Tastatur 61 Tasten (nicht anschlagdynamisch)

Wo ordnet er sich heute ein?

Der Polysix ist der Inbegriff des "Vintage-Pads". Er ist weniger aggressiv als ein MS-20 und weniger "poppig" als ein Juno. Er klingt stattdessen melancholisch, breit und sehr atmosphärisch.

Korg hat den Polysix auch als exzellente Software-Emulation (in der Korg Collection) und als Modul für den Legacy Controller herausgebracht.

Firma: Korg


KORG - Polysix