Studio-Effekte von Chandler Limited

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KORG MDE X

Das KORG MDE-X ist ein echtes Urgestein der digitalen Audio-Welt. Es stammt ursprünglich aus der legendären KORG Legacy Collection und basiert auf der Effekt-Engine der KORG Triton-Workstation und dem digitalen Effektgerät Pandora.

Obwohl das Interface nach heutigen Standards fast schon nostalgisch wirkt, bleibt es für viele Produzenten ein Geheimtipp, wenn es um schnelles, unkompliziertes Sounddesign und den spezifischen „Korg-Klang“ geht.

Was macht das MDE-X aus?

Das Plugin ist eine Art Multi-Effekt-Schweizer-Taschenmesser. Anstatt 20 verschiedene Plugins zu öffnen, hast du hier Zugriff auf 19 verschiedene Effekttypen in einem einzigen, sehr CPU-schonenden Interface.

Die wichtigsten Effekttypen:

  • Dynamik: Kompressoren, Limiter und Gates.
  • Modulation: Legendäre Korg-Chorusse, Flanger, Phaser und ein hervorragender Rotary-Speaker-Effekt.
  • Verzerrung: Overdrive und Distortion, die bewusst diesen digitalen, crispen Charakter der späten 90er/frühen 2000er haben.
  • Filter: Wah-Wahs und Multi-Mode-Filter.
  • Delay & Reverb: Einfache, aber sehr effektiv klingende Raumeffekte, die perfekt im Mix sitzen, ohne ihn zu „überladen“.

Warum sollte man es heute noch nutzen?

1. Der "Instant-Vibe"

Das MDE-X klingt nicht nach High-End-Analog-Emulation, sondern nach einer Hardware-Workstation. Wenn du den Sound von Videospiel-Soundtracks der 2000er oder klassischen J-Pop/Trance-Produktionen suchst, ist das MDE-X die authentischste Quelle.

2. Extrem geringe Latenz & CPU-Last

In großen Projekten mit hunderten Spuren ist das MDE-X ein Lebensretter. Es verbraucht kaum Ressourcen und eignet sich daher hervorragend, um schnell auf vielen Spuren gleichzeitig Effekte zu verteilen, ohne den Computer in die Knie zu zwingen.

3. Der "Talking" Modulator

Einer der beliebtesten Effekte im MDE-X ist der Talking Modulator. Er lässt Instrumente (vor allem Synthesizer) so klingen, als würden sie Vokale sprechen. Es ist deutlich einfacher zu bedienen als viele moderne Vocoder.

Typische Einsatzbereiche

Bereich Effekt
Lo-Fi Beats Die Verzerrer und Filter eignen sich perfekt, um Samples diesen leicht „dreckigen“, digitalen Vintage-Touch zu geben.
Synthesizer Der Stereo-Chorus macht flache Presets sofort breit und lebendig.
Gitarren-Layering Wenn du eine Gitarre nur subtil im Hintergrund brauchst, bieten die integrierten Ampsimulationen genau den richtigen „Radio-Klang“.

Das Interface: Oldschool, aber effektiv

Das Plugin bietet keine schicken Kurven oder Spektralanzeigen. Du hast:

  • Zwei Effekt-Slots: Du kannst Effekte kombinieren.
  • Edit-Panel: Direkter Zugriff auf alle Parameter per Schieberegler.
  • Preset-Browser: Vollgepackt mit Sounds, die sofort funktionieren.

Fazit

Das KORG MDE-X ist wie ein treues altes Werkzeug im Keller: Es ist vielleicht nicht aus Carbon oder lasergesteuert, aber es erledigt den Job jedes Mal zuverlässig. Es ist die perfekte Wahl für Produzenten, die den klassischen Triton- oder Oasys-Effektsound direkt in ihrer DAW haben wollen.

Firma: KORG


KORG LegacyCell

Die KORG LegacyCell ist eine Software-Umgebung, die 2004 als Teil der ursprünglichen KORG Legacy Collection eingeführt wurde. Sie war Korgs erster großer Schritt, um das Konzept der "Workstation" in die Computer-Welt zu übertragen, indem sie verschiedene Emulationen miteinander verschmolz.

Hier ist das Profil dieses oft unterschätzten Software-Plug-ins:

1. Das Konzept: Ein "Kombi-Instrument"

Die LegacyCell fungiert als Host oder "Hülle". In ihr kannst du zwei der klassischen Korg-Emulationen kombinieren, um massive Layer-Sounds zu erstellen. In der Regel waren das:

  • MS-20 (Monofoner Klassiker)
  • Polysix (Polyphoner Pad-Spezialist)

Du konntest also beispielsweise einen aggressiven MS-20 Bass unter eine warme Polysix-Fläche legen oder zwei Instanzen des gleichen Synthesizers stapeln, um die Stimmenanzahl und Komplexität zu erhöhen.

2. Die Signal-Kette

Was die LegacyCell so mächtig machte, war die integrierte Effekt-Sektion:

  • MDE-X Effekte: Du hattest Zugriff auf 19 verschiedene Algorithmen (Reverb, Delay, Chorus, Verzerrer etc.), die du in einer Kette hinter die Synthesizer schalten konntest.
  • Insert- & Master-Effekte: Wie bei einer Hardware-Workstation (z. B. dem Triton) konntest du den Sound direkt im Plug-in fertig mischen.

3. Performance-Steuerung

Die LegacyCell bot eine grafische Oberfläche mit acht virtuellen Drehreglern und Schiebereglern.

  • Diese konnten verschiedenen Parametern der geladenen Synthesizer zugewiesen werden.
  • Das war ideal für Live-Auftritte oder zur schnellen Klangmanipulation, ohne die komplexen Oberflächen des MS-20 (mit dem Patch-Panel) oder des Polysix öffnen zu müssen.

4. Der MicroKorg-Faktor

Ein interessantes Detail: Die LegacyCell wurde oft zusammen mit dem MS-20 Controller (einer 84%-Replika des MS-20 mit USB) oder dem microKORG genutzt. Das Interface der LegacyCell war optisch und funktional darauf ausgelegt, das Beste aus diesen Controllern herauszuholen.

Technische Eckdaten

Feature Details
Typ Software-Kombi-Instrument (Plugin)
Enthaltene Engines MS-20, Polysix, MDE-X
Besonderheit Layering von zwei verschiedenen Synths + Effekte
Modulationsmatrix Flexible Zuweisung von Controllern auf Synth-Parameter

Die LegacyCell heute

In der aktuellen Korg Collection (Version 3 oder 4) ist die LegacyCell immer noch enthalten, wirkt aber optisch etwas in die Jahre gekommen, da die Einzel-Plug-ins (MS-20 V2, Polysix V2) mittlerweile hochauflösende, skalierbare Oberflächen erhalten haben.

Trotzdem bleibt sie für Fans des "Wall of Sound"-Ansatzes nützlich, da sie Presets bietet, die so mit den Einzel-Plugins nicht möglich wären.

Firma: Korg


KORG WAVESTATION

Die KORG Wavestation (erschienen 1990) ist ein Meilenstein der digitalen Synthese und gilt als eines der „tiefgründigsten“ Instrumente, die Korg je gebaut hat. Sie wurde von einem Team entwickelt, dem auch Dave Smith (der Vater des MIDI und Gründer von Sequential Circuits) angehörte.

Anstatt auf klassische subtraktive Synthese zu setzen, basiert die Wavestation auf der revolutionären Advanced Vector Synthesis.

1. Das Herzstück: Wave Sequencing

Die Wavestation war der erste Synthesizer, der Wave Sequencing beherrschte.

  • Im Gegensatz zu einem normalen Sampler spielt sie nicht nur ein einzelnes Sample ab.
  • Du kannst eine Kette von verschiedenen Wellenformen (Samples) hintereinanderlegen. Das Gerät überblendet diese Samples rhythmisch oder fließend.
  • Das Ergebnis sind Klänge, die sich über Minuten hinweg verändern, pulsieren oder komplexe rhythmische Muster erzeugen.

2. Vector Synthesis & der Joystick

Das auffälligste Bedienelement der Wavestation ist der Vektoren-Joystick.

  • Damit kannst du in Echtzeit zwischen vier verschiedenen Klangquellen (A, B, C, D) mischen.
  • Diese Bewegungen lassen sich aufzeichnen, sodass der Klang im Zeitverlauf organisch „wandert“.
  • Dieses Konzept stammt ursprünglich aus dem Prophet VS von Sequential und wurde hier perfektioniert.

3. Der Klang: Sphärisch und Kinoreich

Die Wavestation ist berühmt für ihre Pads, Texturen und rhythmischen Grooves.

  • Sie klingt sehr „digital“, aber im besten Sinne: klar, weit und oft unheimlich.
  • Ikonischer Sound: Der berühmte Start-Sound der ersten Apple Macintosh-Computer (ab den 90ern) wurde teilweise auf einer Wavestation erstellt.
  • Sie ist bis heute ein Standardwerkzeug für Filmkomponisten und Ambient-Musiker.

4. Die Herausforderung: Das Interface

So brillant der Sound ist, so berüchtigt ist die Wavestation für ihre Programmierung.

  • Das Editieren von Wave-Sequenzen an dem kleinen Display mit nur wenigen Tasten gilt als extrem zeitaufwendig („Menu Diving“).
  • Aus diesem Grund nutzen viele Musiker heute lieber die Software-Versionen.

Modell-Varianten

  1. Wavestation (Original): Das klassische Keyboard mit 61 Tasten.
  2. Wavestation EX: Ein Update mit mehr Samples (darunter Pianos und Drums).
  3. Wavestation A/D: Die 19-Zoll-Rack-Version, die es erlaubt, externe Audiosignale durch die Filter und Effekte zu schleifen und in die Vektorsynthese einzubinden (sehr begehrt!).
  4. Wavestation SR: Eine kompakte Rack-Version mit vielen Presets, aber mühsamerer Programmierung.

Technische Highlights

Feature Spezifikation
Synthese Advanced Vector Synthesis / Wave Sequencing
Polyphonie 32 Stimmen
Multitimbralität 16-fach
Effekte 55 hochwertige digitale Effekte
Bekannte Nutzer Tony Banks (Genesis), Depeche Mode, Gary Numan, Orbital

Die Wavestation heute

Korg hat den Geist der Wavestation 2020 mit dem Wavestate wiederbelebt – einem modernen Hardware-Synthesizer, der „Wave Sequencing 2.0“ nutzt und die Bedienung durch viele Regler massiv vereinfacht hat. Zudem ist die Wavestation Teil der digitalen Korg Collection für den Computer.

Firma: Korg


KORG M1

Der KORG M1 (erschienen 1988) ist nicht einfach nur ein Synthesizer – er ist das Instrument, das den Begriff der „Music Workstation“ definierte. Er löste den Yamaha DX7 als König der Studios ab und wurde zum meistverkauften Synthesizer seiner Zeit.

Wenn du einen Song aus den späten 80ern oder frühen 90ern hörst, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass ein M1 im Spiel war.

1. Das Konzept: Alles in einer Box

Vor dem M1 brauchte man einen Synthesizer, einen Sampler, einen Sequenzer und externe Effektgeräte. Der M1 brachte das alles zusammen:

  • AI-Synthese (Advanced Integrated): Er nutzt 4 MB an hochauflösenden 16-Bit-Samples als Basis für die Klangerzeugung.
  • 8-Spur-Sequenzer: Man konnte ganze Songs direkt im Gerät komponieren.
  • Digitale Effekte: Er hatte zwei unabhängige Multieffekt-Prozessoren an Bord, was damals eine Sensation war.

2. Die ikonischen Sounds (Presets)

Der M1 ist berühmt für Sounds, die ganze Genres geprägt haben:

  • M1 Piano (16' Piano): Das wohl bekannteste Digitalpiano der Welt. Es hat einen harten, perkussiven Anschlag und definierte den Sound von House und Eurodance.
  • Universe: Ein atmosphärischer Pad-Sound mit "Choir"-Elementen, der in unzähligen Soundtracks und Ambient-Stücken auftaucht.
  • Organ 2: Der Standard-Bass-Sound für 90er House-Tracks (z. B. Robin S. - „Show Me Love“).
  • Lore: Ein Ethno-Flöten-Sound, der zum Markenzeichen von New Age und Weltmusik wurde.

3. Bedienung und Design

  • Das Display: Für die damalige Zeit war das hintergrundbeleuchtete LCD-Display sehr fortschrittlich und ermöglichte das Navigieren durch die komplexen Menüs.
  • Der Joystick: Korgs typischer Joystick für Pitch-Bend und Modulation erlaubte sehr expressive Soli.
  • Verarbeitung: Das Gehäuse war extrem robust und auf den harten Tour-Alltag ausgelegt.

4. Warum der M1 die Welt veränderte

Der M1 markierte den endgültigen Übergang von der analogen Klangschrauberei hin zum Sample-basierten Komponieren. Musiker schätzten es, sofort realistische Instrumente (Bläser, Klaviere, Drums) zur Verfügung zu haben, die "fertig" klangen.

Technische Highlights

Feature Spezifikation
Synthese AI (Advanced Integrated) Synthesis System
Polyphonie 16 Stimmen
Multitimbralität 8-fach (8 verschiedene Sounds gleichzeitig)
Wellenform-Speicher 4 MB (PCM-Samples)
Effekte 2 digitale Multieffekt-Prozessoren (33 Typen)
Tastatur 61 Tasten mit Anschlagdynamik und Aftertouch

Der M1 heute

Obwohl die Hardware heute über 35 Jahre alt ist, lebt der Sound weiter:

  1. Software: Die Korg Collection M1 ist eine exzellente Emulation, die alle originalen Erweiterungskarten (PCM-Cards) enthält.
  2. iM1 für iPad: Eine sehr beliebte App, die den M1 mobil macht.
  3. Gebrauchtmarkt: Originalgeräte sind immer noch sehr gefragt, allerdings sollte man hier auf das Display (Hintergrundbeleuchtung lässt nach) und die internen Taster achten.

Firma: Korg