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Kreative Effekte zur Stimmverfremdung

Roland Music - Promars

Roland Promars

Der Roland Promars (MRS-2), erschienen im Jahr 1979, wird oft als der „kleine Bruder“ des legendären Jupiter-4 bezeichnet. Tatsächlich teilen sich beide Geräte die gleiche Optik und Gehäuseform, doch während der Jupiter polyphon ist, ist der Promars ein spezialisierter, monophoner Synthesizer mit einer extrem druckvollen Besonderheit.

Er war Rolands Antwort auf die Nachfrage nach einem stabilen, programmierbaren Synthesizer für fette Lead- und Bass-Sounds.

1. Das Konzept: Zwei Oszillatoren für maximale Breite

Der Clou am Promars ist sein Aufbau. Er ist im Grunde eine zweistimmige monophone Maschine:

  • Dual-Oszillator-Power: Er besitzt zwei Oszillatoren (VCOs) pro Note. Diese können leicht gegeneinander verstimmt werden, was zu einem unglaublich dichten, schwebenden und organischen Klang führt.
  • Sub-Oszillatoren: Beide VCOs verfügen zusätzlich über einen Sub-Oszillator. Damit erhält man ein Fundament, das im Bassbereich extrem massiv wirkt.
  • Cross-Modulation: Für die damalige Zeit fortschrittlich, erlaubt der Promars Modulationen zwischen den Oszillatoren, was metallische und aggressive Texturen ermöglicht.

2. Der „Jupiter-4“ Filter-Sound

Der Promars nutzt die gleichen berühmten Filter-Chips wie der frühe Jupiter-4 (die IR3109 Kaskade).

  • Charakter: Das Filter klingt sehr "flüssig" und musikalisch. Es hat eine Resonanz, die bei hohen Werten wunderbar zu zwitschern beginnt, ohne dabei den Bassdruck komplett zu verlieren.
  • VCA-Overdrive: Wenn man die Oszillatoren voll aufdreht, neigt der Promars zu einer dezenten, sehr angenehmen Sättigung, die den Sound noch analoger und lebendiger macht.

3. Programmierung und Speicher

Der Promars war einer der ersten Synthesizer, der Speicherplätze bot:

  • 10 Presets: Fest installierte Sounds (wie Bass, Strings, Piano), die damals den Standard definierten.
  • 8 User-Speicher: Hier konnten Musiker ihre eigenen Kreationen abspeichern – 1979 war das purer Luxus und ein enormer Vorteil für Live-Auftritte.

Technische Übersicht

Feature Details
Synthese-Typ Analog subtraktiv
Stimmführung Monophon
Oszillatoren 2 VCOs + 2 Sub-Oszillatoren
Filter 24dB Low Pass (Resonanzfähig) + High Pass
Bauzeit 1979 - 1982

Warum ist der Promars heute ein Geheimtipp?

Obwohl er weniger bekannt ist als der Juno oder Jupiter, schwören viele Bass-Liebhaber auf den Promars. Er klingt deutlich aggressiver und "bulliger" als ein SH-101.

  • Der "Vibe": Er hat diesen speziellen, rohen Roland-Sound der späten 70er, der etwas dunkler und rauchiger ist als die polierten Sounds der 80er Jahre.
  • Compufonic: Die "Compu-Phonic"-Serie, zu der auch der Jupiter-4 gehörte, steht für den Übergang von rein analoger Steuerung zur digitalen Überwachung, was ihm eine ganz eigene Charakteristik verleiht.

Moderne Versionen:

Wenn du das Original nicht findest, bietet Roland in der Roland Cloud eine hervorragende Plug-Out-Version an. Diese kann auch in Hardware-Synths wie den System-1 oder System-8 geladen werden, um den Promars-Sound ohne Computer auf die Bühne zu bringen.

Firma: Roland Music

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