
Wenn der Minimonsta die Hommage an den Moog ist, dann ist der Oddity3 GForce Softwares Liebeserklärung an den ARP Odyssey – einen Synthesizer, der in den 70ern als der intellektuelle, etwas "wildere" Rivale des Model D galt.
Der Oddity3 fängt diesen aggressiven, schneidenden Charakter perfekt ein und erweitert ihn um moderne Workflow-Features.
1. Drei Generationen in Einem
Der ursprüngliche ARP Odyssey wurde über die Jahre in drei verschiedenen Hardware-Versionen (MkI, MkII, MkIII) gebaut, die sich vor allem durch ihre Filter-Designs unterschieden.
- Filter-Authentizität: Der Oddity3 emuliert alle drei Filtertypen. Du kannst per Mausklick zwischen dem hellen MkI, dem druckvollen MkII und dem berühmten orange-schwarzen MkIII-Filter wechseln.
- Ringmodulation: Das Herzstück des Oddyssey-Sounds. Oddity3 liefert diese metallischen, glockigen Texturen, für die das Original berühmt war.
2. Die "X-Modifiers"
Dies ist das Feature, das GForce-Instrumente von Standard-Emulationen abhebt. Über eine intuitive Sektion kannst du fast jeden Parameter modulieren:
- Komplexe LFOs und ADSRs: Du kannst Modulationen erstellen, die beim originalen ARP physisch unmöglich waren.
- Vielseitigkeit: Dadurch wird aus einem Synthesizer, der eigentlich für Leads und Bässe bekannt ist, ein Generator für komplexe Soundscapes und rhythmische Texturen.
3. Neue Features in Version 3
Das Upgrade auf Version 3 hat das Plugin auf ein modernes Niveau gehoben:
- Der "Vintage"-Regler: Hiermit steuerst du, wie "kaputt" oder "perfekt" der Synth klingen soll. Er simuliert Bauteil-Toleranzen und Instabilitäten alter Analog-Hardware.
- Effekt-Sektion: Ein hochwertiges Delay und ein Distortion-Modul sind jetzt direkt integriert, was perfekt zum rohen Charakter des ARP passt.
- Programmable Aftertouch: Fügt eine enorme Ausdrucksstärke für Live-Performances hinzu.
- Neuer Preset-Browser: Mit über 1250 Presets (viele davon von bekannten Sounddesignern) findet man extrem schnell den passenden Einstiegspunkt.
4. Sound-Charakter: Moog vs. ARP
Falls du dich fragst, wie er sich im Vergleich zum Minimonsta schlägt:
- Minimonsta (Moog): Cremig, rund, warm, dominanter Bass.
- Oddity3 (ARP): Scharf, experimentell, perkussiv, setzt sich extrem gut im Mix durch ("Cuts through the mix").
Fazit
Der Oddity3 ist ein Spezialist für Sounds, die Charakter und Kante brauchen. Er ist weniger ein "Brot-und-Butter"-Synth und mehr ein Instrument für Leute, die charismatische Leads, FM-artige Texturen und lebendige Analog-Sounds suchen, die nicht nach Standard-Preset klingen.

Firma: GForce Software

