Studio-Effekte von Sonarworks

Studio-Abhöranpassungen mittels kreativer Software-Lösung

Arturia Augmented Yangtze

Augmented YANGTZE ist eine der spezialisiertesten Ergänzungen der Augmented-Serie. Es überträgt das bewährte Hybrid-Konzept (Sampling + Synthese) auf die Welt der traditionellen chinesischen Instrumente.

Anstatt nur eine einfache Library für Ethno-Sounds zu sein, dekonstruiert Augmented YANGTZE die Jahrtausende alten Klänge des Ostens und setzt sie in einem modernen, oft cineastischen oder elektronischen Kontext neu zusammen.

1. Das Instrumentarium: Die Seele Chinas

Die Sampling-Basis umfasst einige der ikonischsten Instrumente der chinesischen Musikgeschichte, die mit großer Detailliebe aufgenommen wurden:

  • Saiteninstrumente: Die Erhu (die berühmte zweisaitige Kniegeige mit ihrem fast menschlichen Klage-Sound), die Pipa (Laute) und die Guzheng (Zither).
  • Blasinstrumente: Die Dizi (Querflöte aus Bambus) und das Sheng (Mundorgel).
  • Perkussion: Traditionelle Becken und Trommeln, die oft als Basis für rhythmische Texturen dienen.

2. Die hybride Verwandlung

Wie bei den anderen Augmented-Titeln werden diese organischen Klänge durch vier Synthese-Engines ergänzt:

  • Granular: Ideal, um das feine Zittern einer Guzheng-Saite oder das charakteristische Flattern der Dizi-Flöte in unendliche, schwebende Klangwolken zu verwandeln.
  • Virtual Analog: Verleiht den oft eher dünnen oder obertonreichen chinesischen Instrumenten ein massives Bass-Fundament oder elektronische Wärme.
  • Wavetable: Fügt moderne, digitale Texturen hinzu, die einen interessanten Kontrast zu den hölzernen und seidenen Klängen der Originale bilden.
  • Harmonic: Erlaubt es, die spezifischen Resonanzen der Erhu oder Pipa so zu manipulieren, dass sie wie ein futuristisches Hybrid-Instrument klingen.

3. Das Morph-Rad: Die Seidenstraße der Moderne

Das Morph-Rad ist auch hier das Herzstück für die Performance:

  • Traditional: Auf der linken Seite erhältst du einen sehr authentischen, trockenen Klang, der sich perfekt für asiatisch inspirierte Filmmusik oder Weltmusik eignet.
  • Hybrid-Zone: In der Mitte entstehen faszinierende Klänge – stell dir eine Erhu vor, die langsam in einen granularen Synthesizer übergeht, während das Vibrato erhalten bleibt.
  • Future-Tech: Auf der rechten Seite dominieren die Synthesizer und Effekte, wobei die organischen Transienten der chinesischen Instrumente für einen einzigartigen, "un-westlichen" Charakter sorgen.

4. Advanced Panel & Arpeggiator

Im „Advanced“-Modus kannst du tief in die DNA der Sounds eingreifen:

  • Spieltechniken: Viele Presets nutzen die typischen Artikulationen wie Glissandi oder Tremolos der Pipa, die über den Arpeggiator rhythmisch mit Synth-Parametern synchronisiert werden können.
  • Modulation: Mit LFOs und Funktionsgeneratoren kannst du das organische "Driften" der Instrumente verstärken oder komplett neue, pulsierende Rhythmen kreieren.

5. Einsatzgebiete

  • Cineastisches Scoring: Unverzichtbar für Soundtracks, die in Asien spielen, aber einen modernen, hybriden Touch benötigen (z. B. Action-Filme, historische Dramen oder Sci-Fi).
  • Modern Pop & Lo-Fi: Die Guzheng und Pipa bieten wunderschöne, zupfende Transienten, die perfekt für moderne Beats oder entspannte Lo-Fi-Tracks sind.
  • Experimental: Für Sounddesigner, die nach neuen Texturen suchen, die sich von den klassischen westlichen Orchesterfarben abheben.

Technische Daten

Merkmal Details
Plattform VST, AU, AAX (PC & Mac), Standalone
Klangquellen 6 traditionelle chinesische Instrumente + 4 Synthese-Engines
Presets Hunderte von Hybrid-Klängen, von authentisch bis abstrakt
Besonderheit Fokus auf die Verbindung östlicher Tradition mit westlicher Synthese-Technologie


Fazit:
Augmented YANGTZE ist ein inspirierendes Werkzeug für alle, die das Exotische suchen, ohne in Klischees zu verfallen. Es nimmt die charakteristischen Timbre der chinesischen Musik und katapultiert sie direkt in die Sound-Ästhetik des 21. Jahrhunderts.

Firma: Arturia


Arturia CP 70 V

CP-70 V ist Arturias physikalisch modellierte Version des legendären Yamaha CP-70 Electric Grand Piano. Dieses Instrument war in den späten 70er und 80er Jahren der Standard für Touren, da es echten Klavierklang lieferte, aber im Gegensatz zu einem Flügel kompakt (und verstimmungsarm) genug für die Bühne war.

Es ist der Sound, den man von Peter Gabriel (In Your Eyes), Genesis, Toto oder später auch Keane (Somewhere Only We Know) kennt.

1. Die Technik: Saiten treffen Pickups

Das CP-70 ist ein Hybrid: Es hat echte Hämmer und echte (wenn auch kürzere) Saiten, aber keinen Resonanzboden. Stattdessen werden die Schwingungen wie bei einer E-Gitarre über Piezo-Tonabnehmer abgenommen.

  • Der Sound: Er ist perkussiver, kürzer und "drahtiger" als bei einem akustischen Klavier. Es hat einen ganz eigenen, glockigen Charakter, der sich extrem gut im Mix durchsetzt.
  • Physical Modeling: Arturia nutzt hier keine Samples. Das bedeutet, dass das komplexe Zusammenspiel zwischen Saitenvibrationen und den Piezos in Echtzeit berechnet wird, was für eine organische Dynamik sorgt.

2. Das "Stage" Feeling

Arturia hat das Interface so gestaltet, dass es die Haptik des Originals (und typischer Stage-Setups) einfängt:

  • Integrierter Preamp: Du hast Zugriff auf die klassischen Regler für Bass, Mid und Treble sowie den ikonischen Tremolo-Effekt des Originals.
  • Effekt-Kette: Da ein CP-70 oft mit Effekten veredelt wurde, bietet das Plugin ein integriertes Pedalboard mit Chorus, Flanger, Delay und Verzerrern.

3. Das "Open Lid" Panel (Anpassung)

Wenn du tiefer in die Einstellungen gehst, kannst du das Instrument exakt nach deinen Wünschen kalibrieren:

  • Zustand der Saiten: Du kannst das Alter der Saiten bestimmen – von brillant und neu bis hin zu dumpf und eingestaubt.
  • Anschlagsverhalten: Justiere die Hammerhärte oder die Resonanz der ungedämpften Saiten.
  • Tuning: Da das Original schwer zu stimmen war, kannst du hier per Klick zwischen perfektem Tuning oder einem etwas "lebendigeren", verstimmten Vibe wählen.

4. Warum Physical Modeling?

Wie beim Piano V bietet das Modeling auch hier entscheidende Vorteile:

  • Dynamic Range: Es gibt keine Velocity-Steps. Jede Nuance deines Anschlags wird in eine klangliche Veränderung umgesetzt.
  • Anpassbarkeit: Du kannst die physikalischen Eigenschaften des Pianos verändern, was bei einer Sample-Library unmöglich wäre.

5. Technische Daten

Merkmal Details
Plattform VST, AU, AAX (PC & Mac), Standalone
Technologie Physical Modeling (Phi)
Kategorie Electric Grand Piano
Besonderheit Emuliert das mechanische Verhalten inklusive der Piezos


Fazit:
Das CP-70 V ist die perfekte Wahl für nostalgische 80er-Balladen, hymnischen Piano-Rock oder modernen Indie. Es schließt die Lücke zwischen dem sehr sauberen akustischen Klavier und dem sehr speziellen Rhodes- oder Wurlitzer-Sound.

Firma: Arturia


Arturia Jup 8000 V

Der Jup-8000 V ist Arturias Antwort auf einen der prägendsten digitalen Synthesizer der späten 90er Jahre: den Roland JP-8000. Während Arturia jahrelang für die Emulation analoger Legenden bekannt war, wagt man sich hier an die Geburtsstunde der Virtual Analog (VA) Synthese.

Dieses Plugin fängt die Ära ein, in der digitale Hardware versuchte, analoge Wärme zu simulieren, und dabei einen völlig neuen, hymnischen Sound erschuf, der zum Fundament von Trance, Hardstyle und Eurodance wurde.

1. Die Legende der "Supersaw"

Das wichtigste Merkmal des Jup-8000 V ist die exakte Nachbildung der Supersaw-Wellenform.

  • Der Sound: Hierbei werden sieben Sägezahn-Wellen gegeneinander verstimmt. Das Ergebnis ist ein extrem breiter, massiver und energiegeladener Klang, der ohne großen Aufwand "Wall of Sound"-Leads und Pads erzeugt.
  • Aliasing & Charakter: Arturia hat nicht nur die Wellenform kopiert, sondern auch das Verhalten der digitalen Filter und Wandler der späten 90er emuliert, was dem Plugin diesen spezifischen, leicht unterkühlten, aber druckvollen Vibe verleiht.

2. Oszillatoren und Feedback

Neben der Supersaw bietet das Plugin die klassischen Merkmale der ursprünglichen Engine:

  • Feedback-Oszillator: Ein einzigartiges Feature, das Oszillator-Signale intern zurückkoppelt, um kreischende, metallische und obertonreiche Sounds zu erzeugen.
  • Cross-Modulation: Erlaubt komplexe Interaktionen zwischen den Oszillatoren für glockige oder industrielle Texturen.

3. Performance-Fokus: Der "RPS" und Ribbon-Controller

Das Original war ein Performance-Monster. Arturia hat diese Bedienphilosophie übernommen:

  • Ribbon Controller: Das ikonische Touch-Feld unter dem Pitch-Bend-Hebel wird im Plugin visuell und funktional umgesetzt, ideal für dramatische Filterfahrten oder Pitch-Slides.
  • RPS (Realtime Phrase Sequencer): Ein Tool, mit dem du Phrasen und Patterns per Tastendruck triggern kannst, was den Jup-8000 V zu einer Live-Maschine macht.

4. Arturias Modernisierungen

Wie immer geht Arturia über die Hardware-Limitierungen hinaus:

  • Erweiterte Polyphonie: Wo die Hardware an ihre Grenzen stieß, bietet das Plugin deutlich mehr Stimmen für komplexe Akkorde.
  • Modulations-Matrix: Ein modernes Routing-System, das es erlaubt, fast jeden Parameter mit LFOs oder Hüllkurven zu verknüpfen.
  • Integrierte Effekte: Das ursprüngliche Chorus- und Delay-System wurde durch ein hochwertiges Effekt-Rack ergänzt, das den typischen "Euphoric Trance"-Sound direkt aus der Box liefert.

5. Technische Daten

Merkmal Details
Plattform VST, AU, AAX (PC & Mac), Standalone
Synthese-Art Virtual Analog (VA)
Besonderheit Authentische Supersaw-Engine & Ribbon-Control
Kategorie Digitaler Kult-Synthesizer (90er Jahre)


Fazit:
Der Jup-8000 V ist die ultimative Nostalgie-Maschine für alle, die den Sound der Rave-Kultur und des frühen 2000er Trance suchen. Er ist jedoch erstaunlich vielseitig und liefert auch in modernem Pop oder Cinematic Synthwave diese ganz spezielle, breite Ästhetik, die man mit analogen Synths nur schwer erreicht.

Firma: Arturia


Arturia Korg MS 20 V

Korg MS-20 V ist Arturias detailgetreue Nachbildung des legendären, semi-modularen Synthesizers von 1978. Der MS-20 ist berühmt für seinen „dreckigen“, aggressiven und ungezähmten Charakter. Er ist das krasse Gegenteil zum polierten Sound eines Roland oder dem cremigen Klang eines Moog.

Egal ob für schneidende Leads, fiese Bässe oder völlig abgedrehte Soundeffekte – der MS-20 ist die erste Wahl, wenn der Sound „Kanten“ haben muss.

1. Das Herzstück: Die ikonischen Filter

Das Besondere am MS-20 ist die Kombination aus zwei Filtern, die hintereinandergeschaltet sind:

  • High Pass & Low Pass: Du hast ein resonanzfähiges Hochpassfilter und ein resonanzfähiges Tiefpassfilter.
  • Der "Schrei": Wenn du die Resonanz (Peak) aufdrehst, fangen die Filter an zu schreien und zu verzerren. Arturia hat beide Filter-Revisionen des Originals emuliert (die frühe, aggressivere KORG35-Version und die spätere, etwas sauberere OTA-Version).

2. Semi-Modulares Patch-Panel

Auf der rechten Seite des Plugins findest du das berühmte Patch-Feld:

  • Flexibilität: Mit virtuellen Kabeln kannst du den Signalfluss aufbrechen. So lassen sich Modulationen erzeugen, die über das Standard-Routing hinausgehen.
  • ESP (External Signal Processor): Wie beim Original kannst du externe Audiosignale in den Synthesizer einspeisen, um sie durch die Filter zu jagen oder daraus Steuerspannungen (Pitch-to-CV) zu generieren.

3. Der Sound: Rohe Energie

Der MS-20 V nutzt zwei Oszillatoren mit Ringmodulation. In Kombination mit den aggressiven Filtern ist er spezialisiert auf:

  • Industrial & Techno: Klänge, die sich durch den dichtesten Mix beißen.
  • Screaming Leads: Verzerrte, fast gitarrenähnliche Soli.
  • Dreckige Bässe: Erzeugt Sub-Bässe, die durch die Filter-Sättigung einen ganz eigenen, knurrenden Charakter bekommen.

4. Arturias "Power-Up" Features

Arturia hat die Hardware sinnvoll für die DAW-Welt erweitert:

  • Polyphonie: Während das Original strikt monophon war (nur eine Note gleichzeitig), kannst du das Plugin bis zu 6-stimmig polyphon spielen.
  • Sequenzer & Modulation: Ein integrierter Step-Sequenzer und zusätzliche LFOs erweitern die Modulationsmöglichkeiten massiv.
  • Effekt-Rack: Vier Effekt-Slots mit Studio-Effekten (Delay, Reverb, Distortion etc.) machen externe Plugins oft überflüssig.

5. Technische Daten

Merkmal Details
Plattform VST, AU, AAX (PC & Mac), Standalone
Technologie TAE® (True Analog Emulation)
Filter Duale Hoch- und Tiefpassfilter (MS-20 Design)
Kategorie Semi-Modularer Analog-Synthesizer


Fazit:
Der Korg MS-20 V ist ein Charaktertier. Er ist perfekt für Musiker, die keine Angst vor ein bisschen Schmutz und Chaos im Sound haben. Er klingt organisch, gefährlich und immer ein bisschen unberechenbar.

Firma: Arturia