Musik-Instrumente von Arturia

Die Fima Arturia bietet Analog-Saurier in allen Varianten.

Arturia B 3 V

B-3 V von Arturia ist eine hochgelobte Nachbildung der legendären Hammond B3, der wohl einflussreichsten Orgel der Musikgeschichte. Ob im Gospel, Blues, Rock der 70er (Deep Purple, Santana) oder im modernen Jazz – ihr rauchiger, perkussiver Sound ist zeitlos.

Wie bei den anderen Keyboard-Emulationen nutzt Arturia auch hier Physical Modeling, um die komplexen elektromagnetischen Vorgänge der originalen Tonräder (Tonewheels) ohne Samples nachzubilden.

1. Das Herzstück: Tonewheels & Drawbars

Die B-3 V simuliert das mechanische Innere einer echten Hammond:

  • 9 Zugriegel (Drawbars): Du kannst die Lautstärke der verschiedenen Fußlagen stufenlos mischen, um den Sound von "sanft und flötig" bis "schneidend und aggressiv" zu formen.
  • Dual Manual: Das Plugin bietet zwei Manuale (Tastaturebenen) und ein Bass-Pedalboard, die alle unabhängig voneinander mit eigenen Zugriegel-Settings eingestellt werden können.
  • Authentische Unvollkommenheit: Du kannst das "Leakage" (Übersprechen zwischen den Tonrädern) und das mechanische Klicken beim Drücken der Tasten (Key Click) justieren, um den Vibe einer alten, eingestaubten Orgel zu erhalten.

2. Das Leslie-Kabinett (Rotary Speaker)

Eine Hammond ist nur die halbe Miete ohne das Leslie-Kabinett. Arturia hat hier eine der besten Simulationen am Markt integriert:

  • Rotierende Lautsprecher: Du kannst die Geschwindigkeit (Slow/Fast/Stop) umschalten, was diesen typischen, schwebenden Effekt erzeugt.
  • Beschleunigung: Das Plugin simuliert physikalisch korrekt, wie die mechanischen Rotoren Zeit brauchen, um Fahrt aufzunehmen oder abzubremsen – ein wichtiges Ausdrucksmittel für Orgelspieler.
  • Mikrofonierung: Du kannst die Position und den Abstand der virtuellen Mikrofone am Gehäuse verändern.

3. Percussion, Chorus & Vibrato

Die B-3 V bildet die speziellen Modulationsschaltungen des Originals exakt nach:

  • Scanner Vibrato: Der einzigartige, warme Chorus/Vibrato-Effekt der Hammond, der dem Klang Tiefe verleiht.
  • Harmonic Percussion: Fügt dem Anschlag einen kurzen, glockigen Akzent hinzu – essentiell für den typischen Jazz-Sound (z. B. Jimmy Smith).

4. Arturias moderne Erweiterungen

Klappt man das virtuelle Gehäuse auf ("Advanced Panel"), eröffnen sich neue Welten:

  • Modulations-Matrix: Du kannst Parameter wie die Leslie-Geschwindigkeit oder das Filter durch LFOs oder Hüllkurven steuern.
  • Effekt-Sektion: Ein integriertes Pedalboard mit Wah-Wah, Flanger, Delay und einem sehr guten Reverb.
  • Verstärker-Modelle: Neben dem Leslie kannst du die Orgel auch durch einen klassischen Gitarren-Amp jagen, um den extrem verzerrten Rock-Sound von Jon Lord (Deep Purple) zu erzielen.

5. Technische Daten

Merkmal Details
Plattform VST, AU, AAX (PC & Mac), Standalone
Technologie Physical Modeling (Phi)
Besonderheit Unterstützung für MIDI-Orgel-Controller mit mehreren Manualen
Kategorie Elektromechanische Orgel


Fazit:
Die B-3 V ist ein organisches, lebendiges Instrument. Durch das Physical Modeling fühlt sie sich beim Spielen "echt" an und reagiert sofort auf jede Änderung der Zugriegel. Sie ist die perfekte Wahl für alles von warmen Soul-Backings bis hin zu kreischenden Rock-Soli. Wer den authentischen Schmutz und die Wärme einer echten Hammond sucht, wird hier fündig.

Firma: Arturia


Arturia Farfisa V

Farfisa V von Arturia ist eine erstklassige Emulation der legendären italienischen Transistororgeln der 1960er Jahre, insbesondere der Farfisa Compact Deluxe und der Duo. Während die Vox Continental eher für ihren schneidenden Biss bekannt ist, liefert die Farfisa einen dichten, fast schon orchestralen und sehr charmanten "Plastik-Sound".

Sie war das Markenzeichen des Garage-Rock, Psychedelic-Pop (z. B. bei den frühen Pink Floyd) und ist heute wieder extrem beliebt im Retro-Indie und Lo-Fi.

1. Das Klangerlebnis: Tabs statt Zugriegel

Im Gegensatz zur Hammond oder Vox nutzt die Farfisa bunte Kippschalter (Tabs), um verschiedene Register und Klangfarben hinzuzufügen:

  • Register-Mix: Du kannst Klänge wie Flute, Oboe, Trumpet oder Strings per Klick kombinieren. Der Sound ist sehr direkt, warm und hat diesen unverwechselbaren 60er-Jahre-Vibe.
  • All Booster: Ein spezieller Regler, der den Ausgangspegel massiv anhebt und das Signal in eine charmante Sättigung treibt – perfekt für raue Rock-Sounds.
  • Knee Lever: Das Original hatte einen Hebel, den man mit dem Knie bediente, um den Klang (meist die Filterfrequenz) während des Spielens zu modulieren. Arturia hat dies als steuerbaren Parameter (z. B. via Mod-Wheel) integriert.

2. Die mechanische Seele (Physical Modeling)

Wie bei den anderen Orgeln der V Collection verzichtet Arturia auf Samples:

  • Paraphonie: Das Plugin emuliert exakt, wie die Oszillatoren im Original verschaltet waren, was zu einem ganz speziellen Verhalten bei Akkorden führt.
  • Authentisches Rauschen: Du kannst das elektrische Summen und das mechanische Tastenklicken der alten Transistorschaltungen stufenlos hinzumischen.

3. Arturias "Open Lid" Features

Wenn du die Orgel virtuell öffnest, erhältst du Zugriff auf Funktionen, die weit über die Hardware hinausgehen:

  • User Waveform: Du kannst die Wellenform der Oszillatoren individuell anpassen und sogar eigene Oberton-Spektren zeichnen.
  • Tuning-Kontrolle: Jede einzelne Note kann individuell verstimmt werden, um den unperfekten Charakter eines Geräts zu simulieren, das seit 50 Jahren nicht mehr gewartet wurde.
  • Hüllkurven-Steuerung: Du kannst das Einschwingverhalten der Orgel beeinflussen, um fast schon Synth-ähnliche Sounds zu erzeugen.

4. Das Studio-Setup

Ein Transistor-Instrument braucht Effekte, um richtig zu glänzen. Arturia liefert das passende Paket mit:

  • Pedalboard: Enthält Klassiker wie Delay, Chorus, Flanger und einen sehr markanten Wah-Wah-Effekt.
  • Verstärker-Simulation: Du kannst zwischen dem direkten Signal und einem klassischen Gitarrenverstärker (inkl. variabler Mikrofonierung) wählen.
  • Spring Reverb: Die Emulation eines echten Federhalls ist für den authentischen 60s-Sound fast schon Pflicht.

Fazit: Die Farfisa V ist das ultimative Tool für Vintage-Vibes. Sie klingt weniger "ernst" als eine Hammond, hat aber mehr Charakter als ein moderner Synth. Ob für spacige Retro-Flächen, pulsierende Garage-Rock-Akkorde oder als Lo-Fi-Textur in modernen Beats – die Farfisa bringt sofort eine Prise 1967 in deine Produktion.

Firma: Arturia


Arturia ARP2600 V

ARP 2600 V von Arturia ist die Emulation eines der vielseitigsten und geschichtsträchtigsten semi-modularen Synthesizer überhaupt. Das Original war in den 70er Jahren die Wahl für Sound-Designer und Musiker gleichermaßen – berühmt für die Erschaffung der Stimme von R2-D2 in Star Wars, aber auch für die ikonischen Basslines von Stevie Wonder (Higher Ground) und den Sound von Herbie Hancock.

Hier sind die Details zu diesem semi-modularen Kraftpaket:

1. Das semi-modulare Konzept

Der ARP 2600 V bietet das Beste aus zwei Welten:

  • Feste Verdrahtung: Auch ohne ein einziges Patch-Kabel ist der Signalweg intern so vorverkabelt, dass man sofort spielen kann.
  • Totale Freiheit: Sobald du ein virtuelles Kabel steckst, wird die interne Verbindung unterbrochen. Das erlaubt extrem komplexe Routings, die weit über Standard-Synthesizer hinausgehen.

2. Drei Oszillatoren & Der Sound

Die Oszillatoren des ARP sind berühmt für ihre Stabilität und Klarheit:

  • Oszillator-Sync & FM: Ideal für aggressive Leads und metallische Texturen.
  • Noise Generator: Bietet verschiedene "Farben" von Rauschen (White, Pink, Low Frequency), was den ARP zum König für Sound-Effekte (Wind, Regen, Explosionen) macht.
  • Preamp & Envelope Follower: Wie beim Original kannst du externes Audio einspeisen und die Lautstärke des Audiosignals nutzen, um die Synthesizer-Parameter zu steuern.

3. Das legendäre Filter

Arturia emuliert das berühmte 24-dB-Tiefpassfilter, das für seinen resonanten, aber dennoch "holzigen" und warmen Klang bekannt ist. Im Gegensatz zum Moog-Filter bleibt der ARP-Sound oft etwas definierter und "punchiger" in den Mitten.

4. Arturias moderne Erweiterungen

Arturia hat den ARP 2600 V in der aktuellen Version massiv aufgebohrt, um ihn für moderne Produktionen fit zu machen:

  • Tracking Generator: Hiermit kannst du eigene Modulationskurven zeichnen, was den Synth fast schon in den Bereich der modernen Wavetable-Modulation rückt.
  • 16-Step Sequenzer: Eine Emulation des originalen ARP 1601 Sequenzers, der ideal für hypnotische, repetitive Patterns ist.
  • Vocal Filter: Ein spezieller Modus, der dem Synthesizer menschliche Vokal-Klänge (A, E, I, O, U) entlockt.
  • Effekt-Sektion: Integrierte Effekte wie Delay, Chorus und Reverb runden den Sound ab.

5. Das Zusammenspiel mit dem Keyboard

Oft wird der ARP 2600 zusammen mit dem 3604P Keyboard abgebildet. Arturia emuliert auch dessen Funktionen:

  • Arpeggiator: Ein klassischer, leicht zu bedienender Arpeggiator.
  • LFO: Das Keyboard liefert eine zusätzliche Modulationsquelle, um den Sound lebendiger zu gestalten.

Technische Daten

Merkmal Details
Plattform VST, AU, AAX (PC & Mac), Standalone
Technologie TAE® (True Analog Emulation)
Besonderheit Semi-modulares Interface mit Schiebereglern statt Drehknöpfen
Kategorie Monophoner Analog-Synthesizer (mit Poly-Option)


Fazit:
Der ARP 2600 V ist ein absoluter Allrounder für Sound-Design. Er kann "brav" klingen, ist aber eigentlich dafür bekannt, wild, unberechenbar und extrem durchsetzungsfähig zu sein. Er ist die perfekte Wahl für Sci-Fi-Effekte, perkussive Sequenzen und charakterstarke Analog-Bässe. Wenn du lernen willst, wie Signalwege wirklich funktionieren, gibt es kaum einen besseren Lehrer als dieses Plugin.

Firma: Arturia


Arturia CMI V

CMI V von Arturia ist eine Hommage an den Fairlight CMI (Computer Musical Instrument), die Mutter aller Sampler. Als das Original 1979 erschien, war es eine technologische Revolution und mit Preisen von bis zu 100.000 Dollar so teuer, dass es fast ausschließlich Superstars wie Peter Gabriel, Kate Bush, Stevie Wonder oder Herbie Hancock vorbehalten war.

Das Plugin fängt den unverwechselbaren, "körnigen" digitalen Sound der 80er Jahre ein und kombiniert ihn mit modernsten Bearbeitungsmöglichkeiten.

1. Die digitale Engine: Lo-Fi mit Absicht

Das Besondere am Fairlight war seine Begrenzung. Der CMI V emuliert diesen speziellen Charakter:

  • 8-Bit-Sampling: Das Plugin reproduziert den klassischen 8-Bit-Sound, der für seine harmonischen Verzerrungen und das charakteristische Aliasing bekannt ist. Es klingt "punchy" und direkt.
  • Additive Synthese: Neben dem Sampling beherrscht der CMI V die additive Synthese, bei der du Klänge aus 32 einzelnen Obertönen aufbauen kannst – genau wie am grünen Original-Monitor.

2. Der Workflow: Die 10 "Slots"

Wie das Original ist der CMI V in 10 Kanäle (Slots) unterteilt:

  • Multitimbralität: Du kannst bis zu 10 verschiedene Instrumente gleichzeitig laden, layern oder auf der Tastatur splitten.
  • Page R (Der Sequenzer): Arturia hat den legendären "Page R" Real-Time Composer nachgebaut. Es war der erste grafische Sequenzer der Welt und ermöglicht es dir, Patterns in einem intuitiven Gitter-Layout zu programmieren.

3. Modernes Sounddesign im "Advanced" Modus

Während das Original mühsam zu bedienen war, bietet Arturia hier volle visuelle Kontrolle:

  • Spektral-Editor: Du kannst die Wellenformen und deren harmonische Entwicklung über die Zeit direkt auf dem Bildschirm zeichnen.
  • Funktions-Generatoren: Moderne Modulationsquellen, mit denen du den Sound fast wie in einem modernen Wavetable-Synth bewegen kannst.
  • Effekt-Sektion: Pro Slot gibt es dedizierte Effekte, um die Samples mit modernem Reverb, Delay oder Distortion zu veredeln.

4. Die legendäre Library

Eines der größten Highlights ist die enthaltene Soundbank:

  • Original-Sounds: Das Plugin enthält alle klassischen Fairlight-Samples, darunter der berühmte "ARR1"-Chor, der "ORCH5" Orchestra Hit (der Ur-Vater aller Sample-Hits) und die markanten Panflöten.
  • Eigene Samples: Du kannst per Drag-and-Drop deine eigenen Sounds laden und sie durch die digitale "Mangel" des CMI jagen, um ihnen sofort diesen 80er-Vibe zu verleihen.

5. Technische Daten

Merkmal Details
Plattform VST, AU, AAX (PC & Mac), Standalone
Synthese-Arten Sampling & Additive Synthese
Besonderheit Emulation des legendären "Page R" Step-Sequenzers
Kategorie Digitale Workstation / Sampler


Fazit:
Der CMI V ist weit mehr als eine Nostalgie-Maschine. Er ist ein kreatives Sampling-Tool, das jedem Sound sofort eine markante Textur und Durchsetzungskraft verleiht. Wenn du den Sound der frühen 80er suchst – diesen kühlen, futuristischen und gleichzeitig organischen Digital-Vibe –, dann ist der CMI V das perfekte Instrument für deine Produktionen.

Firma: Arturia