
Britischer Charakter und präzise Kontrolle
Der Amek 2098 ist eine erstklassige Emulation des klassischen parametrischen Equalizers aus den berühmten Amek-Konsolen der 90er Jahre. Dieses Modul kombiniert die Wärme und den Charakter britischer Ingenieurskunst mit der Präzision, die für moderne Mixe erforderlich ist. Dank der Synergy Core Technologie wird das komplexe Verhalten der originalen Schaltungen perfekt abgebildet.
Der Amek 2098 EQ ist eine virtuelle Nachbildung des klassischen britischen Equalizers, der ursprünglich von der Analog-Legende Rupert Neve für Amek entworfen wurde. Während der Amek EQ 200 das präzise Mastering-Tool ist, steht der 2098 für den klassischen, druckvollen Konsolen-Sound.
Er bringt die Wärme und das charakteristische Filterverhalten einer großen Amek-Konsole direkt in die DAW.
1. Das Herzstück: Die Filter-Charakteristik
Der 2098 ist kein chirurgischer EQ, sondern ein musikalisches Formwerkzeug.
- Vier Bänder: Er verfügt über zwei vollparametrische Mittenbänder sowie High- und Low-Shelving-Filter.
- Glow & Sheen: Das Besondere an diesem Design ist, wie die Filter interagieren. Anhebungen in den Höhen klingen „seidig“ (Sheen), während Bässe ein festes, warmes Fundament bilden (Glow), ohne matschig zu werden.
- Induktorspulen-Vibe: Die Schaltung emuliert das Verhalten von Induktoren, was zu einer sehr angenehmen harmonischen Sättigung führt, wenn man die Bänder hart anfährt.
2. Moderne Erweiterungen (Brainworx)
Die Plugin-Version (Plugin Alliance) bietet Funktionen, die die ursprüngliche Hardware nicht hatte:
- TMT (Tolerance Modeling Technology): Simuliert die Bauteil-Toleranzen der analogen Hardware. Jede Seite (Links/Rechts) arbeitet minimal unterschiedlich, was zu einer natürlicheren, breiteren Stereobühne führt.
- M/S-Processing: Du kannst das Signal in Mitte und Seite aufteilen. Das ist ideal, um beispielsweise die Vocals (Mitte) zu betonen, ohne die Breite des Mixes zu beeinträchtigen.
- Mono-Maker & Stereo Width: Hilft dabei, den Bassbereich unterhalb einer gewählten Frequenz zu zentrieren und die Gesamtauflösung des Stereofeldes zu steuern.
3. Workflow: Der "Britische" Weg
Der EQ lädt dazu ein, mit den Ohren statt mit den Augen zu mischen. Die Regler reagieren sehr musikalisch, was ihn perfekt für das Top-Down-Mixing macht. Man dreht ein wenig am High-Shelf und plötzlich „öffnet“ sich das gesamte Schlagzeug oder die Vocal-Spur.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteil | Nachteil |
| Musikalischer Charakter: Klingt auch bei extremen Einstellungen selten unangenehm oder phasig. | Nicht chirurgisch: Weniger geeignet, um sehr schmalbandige Störfrequenzen zu entfernen. |
| TMT-Technologie: Verleiht digitalen Mixen diese schwer greifbare analoge "Tiefe". | CPU-Verbrauch: Durch das Oversampling und TMT etwas hungriger als Standard-EQs. |
| Integrierter High/Low-Pass: Die Filterflanken sind extrem sauber und effektiv beim Aufräumen des Mixes. |
Fazit: Warum der Amek 2098?
Dieser EQ ist ein echtes Charakter-Schwein. Er ist die ideale Wahl für:
- Vocal-Mixing: Um Stimmen eine edle, teure Präsenz zu verleihen, die typisch für High-End-Konsolen ist.
- Drum-Bus: Um Snare und Kick den nötigen „Punch“ und das analoge Gewicht zu geben.
- Mastering: Wenn ein Track zu digital oder flach klingt und eine Prise „Konsolen-Vibe“ benötigt.
Er ist die perfekte Ergänzung zum Amek EQ 200: Nutze den 200er für die Korrekturen und den 2098er für den Klang und die Attitüde.
Firma: Amek

