
Das Waves Scheps 73 ist eine akribische Emulation des legendären Neve 1073 EQ- und Vorverstärker-Moduls. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem weltbekannten Mixing-Engineer Andrew Scheps (Adele, Red Hot Chili Peppers, Jay-Z) entwickelt.
Der 1073 gilt als der "heilige Gral" unter den Preamps und EQs, bekannt für seinen fetten, autoritären Sound und die wunderschöne harmonische Sättigung.
Die Hauptmerkmale des Scheps 73
1. Die klassische 3-Band-Architektur
Wie das Original bietet das Plugin drei hocheffiziente Bänder:
- High Frequency: Ein Fixed-Shelf bei 12 kHz. Bekannt dafür, "Air" und Glanz hinzuzufügen, ohne jemals schrill zu klingen.
- Mid Frequency: Ein Glockenfilter mit wählbaren Frequenzen ($0.36, 0.7, 1.6, 3.2, 4.8, 7.2$ kHz). Dies ist das Herzstück für den Biss und die Präsenz von Gitarren und Stimmen.
- Low Frequency: Ein Low-Shelf ($35, 60, 110, 220$ Hz) für ein massives, warmes Fundament.
2. Das exklusive 10-kHz-Band
Andrew Scheps ließ eine Besonderheit einbauen: Ein zusätzliches 10-kHz-Mittenband, das in den ursprünglichen 1073-Schaltplänen entdeckt, aber in der Hardware fast nie umgesetzt wurde. Es bietet eine einzigartige Klangfarbe zwischen den klassischen Mitten und dem High-Shelf.
3. Der Preamp & Drive
Eines der wichtigsten Features ist der Preamp-Regler. Wenn du ihn aufdrehst (und gleichzeitig den Output senkst), emulierst du die Sättigung der Neve-Transformatoren. Das Signal wird "dicker", die Transienten werden sanft abgerundet und es entsteht diese typische analoge Wärme.
MS-Modus (Mid-Side)
Im Gegensatz zur Original-Hardware erlaubt das Waves-Plugin die Bearbeitung im MS-Modus. Du kannst also den Mono-Anteil (Mitte) anders entzerren als das Stereo-Signal (Seiten). Das ist extrem nützlich, um zum Beispiel:
- In der Mitte den Bass zu betonen.
- In den Seiten den Glanz (12 kHz) anzuheben, um den Mix breiter zu machen.
Warum sollte man das Scheps 73 nutzen?
- Charakter-EQ: Es ist kein chirurgisches Werkzeug wie das Q10. Man nutzt das Scheps 73, um einer Spur eine "Seele" und ein "Gesicht" zu geben.
- Musikalität: Die Filterkurven sind so breit und musikalisch, dass man fast nichts falsch machen kann. Selbst extreme Anhebungen fühlen sich organisch an.
- Verschmelzung: Auf einer Gruppe oder dem Master-Bus eingesetzt, hilft die subtile Sättigung dabei, digitale Spuren kohärenter klingen zu lassen.
Typische Einsatzgebiete
- Vocals: Verleiht Stimmen mehr Körper in den unteren Mitten und diesen teuren "Silk"-Effekt in den Höhen.
- Drums: Besonders auf der Kick-Drum (60 Hz Boost) und der Snare (3.2 kHz für den "Crack") ein absoluter Standard.
- E-Gitarren: Hilft dabei, die Mitten so zu formen, dass sie sich im Mix durchsetzen, ohne zu nerven.
- Bass: Der Preamp-Drive macht den Bass knurrig und sorgt dafür, dass er auch auf kleinen Speakern wahrnehmbar bleibt.
Profi-Tipp: Den "Transformer-Glow" nutzen
Lade das Plugin auf eine Spur, schalte den EQ gar nicht erst ein, sondern drehe nur den Preamp-Gain leicht nach oben. Du wirst merken, dass das Signal sofort etwas mehr Tiefe und "Gewicht" bekommt. Das ist die Magie der emulierten Transformatoren.
Mains-Schalter: Wie bei vielen Abbey Road/Analog-Emulationen kannst du auch hier das Netzbrummen ($50$/$60$ Hz) abschalten, um ein rauschfreies Signal zu erhalten.
Firma: Waves

