
Das Waves Manny Marroquin Triple D ist ein spezialisiertes Dynamik-Plugin, das entwickelt wurde, um drei der häufigsten Probleme bei Audioaufnahmen (besonders bei Vocals) schnell und musikalisch zu lösen.
Der Name „Triple D“ steht für die drei Kernfunktionen: DeBoxy, DeHarsher und DeEsser. Manny Marroquin wollte ein Werkzeug, mit dem er unerwünschte Frequenzen entfernen kann, ohne den natürlichen Charakter der Stimme oder des Instruments zu zerstören.
Die drei Sektionen im Detail
1. DeBoxy
Diese Sektion kümmert sich um die tiefen Mitten (den Bereich um $200$ Hz bis $600$ Hz).
- Das Problem: Aufnahmen klingen oft „pappig“, muffig oder so, als stünde der Sänger in einem Pappkarton (daher „boxy“).
- Die Lösung: Triple D senkt diese Frequenzen dynamisch ab – aber nur, wenn sie zu stark werden. Dadurch bleibt die Wärme der Stimme erhalten, während der Mulm verschwindet.
2. DeHarsher
Hier wird der Bereich der Hochmitten und unteren Höhen bearbeitet ($1.5$ kHz bis ca. $5$ kHz).
- Das Problem: Dieser Bereich verursacht oft ein unangenehmes Klingeln oder eine „Härte“, die das menschliche Ohr schnell ermüdet. Besonders bei E-Gitarren oder gepressten Vocals kann das problematisch sein.
- Die Lösung: Es glättet diese Frequenzen und macht den Sound runder und angenehmer, ohne dass er dumpf wirkt.
3. DeEsser
Der klassische Spezialist für den Hochtonbereich ($5$ kHz bis $8$ kHz und höher).
- Das Problem: Scharfe S-, Sch- und T-Laute (Sibilanten), die in den Ohren stechen.
- Die Lösung: Ein sehr sanfter Algorithmus, der diese Spitzen abfängt. Manny hat ihn so abgestimmt, dass er sehr natürlich klingt und nicht das typische „Lispeln“ verursacht, das billige DeEsser oft erzeugen.
Warum Triple D statt Einzel-Plugins?
- Interaktive Workflow: Das Plugin ist so programmiert, dass die drei Bänder klanglich harmonieren. Wenn du an allen drei Reglern arbeitest, bleibt das Gesamtsignal balanciert.
- Dynamische Bearbeitung: Im Gegensatz zu einem statischen EQ, der Frequenzen permanent absenkt, greift Triple D nur ein, wenn das Problem tatsächlich auftritt. Wenn der Sänger also gerade nicht „zischt“, bleibt der DeEsser inaktiv und die Brillanz erhalten.
- Einfachheit: Anstatt drei verschiedene Plugins mit komplizierten Parametern zu laden, hast du hier jeweils nur einen Schwellenwert-Regler (Threshold) pro Bereich.
Typische Einsatzgebiete
- Vocals: Der Hauptzweck. Es räumt die Stimme auf und macht sie „mix-ready“, bevor man mit kreativen Effekten wie Reverb oder Delay beginnt.
- Akustikgitarren: Perfekt, um das dröhnende Korpusgeräusch (DeBoxy) oder das unangenehme Quietschen der Saiten (DeHarsher) zu bändigen.
- Overheads/Becken: Hilft dabei, die Schärfe von aggressiven Becken zu nehmen, ohne den Glanz zu verlieren.
- Piano: Ideal, um hämmernde Resonanzen in den Mitten zu glätten.
Profi-Tipp: Die Reihenfolge
Manny nutzt das Triple D oft ganz am Anfang seiner Kette. Die Logik dahinter: Erst aufräumen, dann verschönern. Wenn du die Boxiness und Härte zuerst entfernst, kannst du später einen Kompressor oder EQ viel aggressiver einsetzen, ohne dass diese die „hässlichen“ Frequenzen mit verstärken.
Manny's Philosophie: „Ich möchte nicht hören, dass ein Plugin arbeitet. Ich möchte nur hören, dass die Stimme plötzlich besser im Mix sitzt.“
Firma: Waves

