
Die Alto Flute (Altflöte) der Vienna Symphonic Library ist eines der atmosphärischsten Instrumente im Holzbläser-Katalog. In G gestimmt, klingt sie eine Quarte tiefer als die Standardflöte und besetzt damit einen Bereich, der wesentlich dunkler, voller und „rauchiger“ ist.
VSL hat dieses Instrument mit besonderem Augenmerk auf die physikalischen Details – wie den hohen Luftverbrauch und die charakteristischen Anblasgeräusche – in der Silent Stage eingefangen.
1. Der Klangcharakter: Samtige Tiefe
Die Altflöte hat ein größeres Rohr und ein meist gebogenes Kopfstück, was ihren Klang massiv beeinflusst:
- Das tiefe Register: Dies ist die "Signature-Lage" des Instruments. Der Klang ist tief, geheimnisvoll und besitzt eine samtige Textur. Er ist deutlich kräftiger als der der Standardflöte in dieser Lage.
- Die Mittellage: Hier klingt sie extrem lyrisch und warm. Sie erinnert fast an eine weiche Oboe oder eine sehr dunkle Klarinette, behält aber den typischen Flötencharakter bei.
- Das hohe Register: In der Höhe verliert sie die Schärfe der Standardflöte und klingt stattdessen ätherisch und etwas distanziert.
2. Einsatzgebiete
- Impressionistische Orchestrierung: Ein Favorit von Komponisten wie Maurice Ravel oder Claude Debussy für schillernde, naturverbundene Klangfarben.
- Modernes Scoring: In der Filmmusik wird die Altflöte oft für melancholische, intime Soli oder für unheimliche, hauchige Texturen in Thrillern eingesetzt.
- Jazz & Crossover: Durch ihren rauen, organischen Charakter eignet sie sich hervorragend für moderne Ensembles, die jenseits des klassischen Orchesterklangs suchen.
3. Artikulationen & Dynamik
Die VSL Alto Flute ist extrem detailliert programmiert, um die spieltechnischen Herausforderungen abzubilden:
- Performance Legato: Besonders bei der Altflöte hört man die Bewegung der Luftsäule zwischen den Noten sehr deutlich. VSL bildet diese Übergänge so realistisch ab, dass das Instrument förmlich zu „atmen“ scheint.
- Vibrato-Varianten: Da das Vibrato auf der Altflöte sehr breit und emotional sein kann, bietet die Library verschiedene Intensitäten (von senza bis espressivo).
- Flatterzunge: Ein hohler, vibrierender Sound, der auf der Altflöte besonders effektiv und weniger schrill klingt als auf der Piccolo.
4. Versionen: VI Series & Synchronized
- VI Series (Silent Stage): Die absolut trockene Aufnahme. In Kombination mit MIR Pro lässt sich die Altflöte perfekt in kleine Kammerbesetzungen oder weit hinten in ein großes Orchester setzen.
- Synchronized Alto Flute: Für den Synchron Player aufbereitet. Sie nutzt den natürlichen Hall der Synchron Stage Vienna (Stage A), was dem Instrument sofort eine enorme Räumlichkeit und Tiefe verleiht.
5. Technische Übersicht
| Merkmal | Details |
| Stimmung | In G gestimmt (klingt eine Quarte tiefer als notiert) |
| Klangfarbe | Dunkel, rauchig, warm, melancholisch |
| Besonderheit | Hoher Anteil an natürlichen Luftgeräuschen |
| Empfehlung | Ideal für emotionale Soli und atmosphärisches Sounddesign |
Fazit: Die VSL Alto Flute ist das Instrument für die „Zwischentöne“. Sie bietet eine Wärme, die die Standardflöte nicht erreicht, und eine Beweglichkeit, die die Bassflöte oft vermissen lässt. Sie ist eine der ausdrucksstärksten Farben in der VSL-Holzbläser-Palette.
Nie war eine Orchester-Library so gut [...], nie gab es so viele, qualitativ höchstwertige Samples in Verbindung mit einem intelligent gemachten Sampleplayer. Gerade letzterer stellt nicht nur für alle Computer-Orchestratoren einen großen Sprung nach vorne dar, sondern er festigt auch die Positionierung von VSL als Speerspitze technischer Innovation gepaart mit orchestraler Authentizität gegenüber der Konkurrenz.
Martin Gerke, Sound & Recording, März 2007
While Woodwinds I is fine for basic woodwind arrangements, certain instruments on Woodwinds II are indispensable for serious orchestral work. The combined cost of the two collections is hefty, but quality usually comes at a price; if you need a comprehensive woodwind section capable of every musical nuance under the sun, the pair offer an immaculate solution.
5 Stars, Sound on Sound, November 2006
It’s fair to say that Vienna Instruments are pushing the boundaries of how sampled instruments sound and play. Offering unprecedented control over articulations and expression, VSL’s Vienna Instruments afford professional composers and mockup masters with one of the most comprehensive and sophisticated instruments on the market. The recording quality is uniformly excellent, the performances are consistently superb, and the range of articulations is exhaustively comprehensive.
John Krogh, Keyboard, August 2006
The Vienna Instruments combine full instrumentation with the greatest musical depth of any orchestral sound library. The Vienna Instruments Player has the power to make orchestral samples sound more realistic than ever before, and its highly flexible switching system reduces the strain of setting up arrangements.
Dave Stewart, Sound on Sound, July 2006
Sometimes it’s hard to believe that you’re actually playing what you hear – the transitions are that smooth. Nothing else can do that. [The player’s] interface is very clear, and it takes no time to learn your way around it. I was able to load 1.745 GB of samples into the 2GB installed on the Windows machine, which is absolutely phenomenal – over half a gig more than anything else has ever loaded on that computer. Still subjectively, VSL’s greatest strength – apart from the subtlety of expression you’re able to achieve with such a vast selection of articulations – is somewhat intangible: the notes all have a meaning. This especially true for the short woodwinds; rather than just going “toot”, their possibilities are immediately obvious. All the major software samplers have improved by leaps and bounds in many important areas, but they haven’t necessarily focused their efforts on making the wonderful new libraries they spawned easy to manage. The Vienna Instruments player sets new standards in that category, and also in its memory access performance. That, combined with the incredible breadth of the library itself, allows you to do some things nothing else can do.
Nick Batzdorf, Virtual Instruments Magazine June/July 2006
Firma: Vienna Symphonic Library

