
Die Viennese Oboe (Wiener Oboe) der Vienna Symphonic Library ist eine klangliche Besonderheit, die das Herzstück des spezifischen "Wiener Klangstils" bildet. Während die French Oboe weltweit der Standard ist, wird die Wiener Oboe fast ausschließlich in den großen Wiener Orchestern (wie den Wiener Philharmonikern) gespielt.
VSL hat dieses Instrument mit höchster Präzision in der Silent Stage aufgenommen, um die baulichen und klanglichen Unterschiede zu ihrem französischen Pendant perfekt zu dokumentieren.
1. Der Klangcharakter: Dunkler und Markanter
Die Wiener Oboe unterscheidet sich konstruktiv durch eine andere Bohrung und ein kürzeres, breiteres Rohrblatt:
- Das Timbre: Sie klingt insgesamt dunkler, etwas herber und besitzt eine stärkere "holzige" Komponente. Sie hat weniger von der silbrigen Helligkeit der französischen Oboe, wirkt dafür aber kerniger und erdiger.
- Die Artikulation: Ein wesentliches Merkmal ist die Direktheit. Staccatos klingen auf der Wiener Oboe oft etwas markanter und "knackiger".
- Verschmelzungsfähigkeit: Durch ihren weniger nasalen, dafür volleren Klang verschmilzt sie im Orchester hervorragend mit den Hörnern und den Klarinetten.
2. Einsatzgebiete
- Wiener Klassik & Romantik: Für die authentische Interpretation von Werken von Beethoven, Brahms, Mahler oder Bruckner ist die Wiener Oboe eigentlich ein Muss, um den originalen Klangcharakter dieser Epochen zu treffen.
- Cineastische Charakterstudien: Wenn ein Oboen-Solo weniger "süßlich-verspielt", sondern eher robust, nostalgisch oder tiefgründig klingen soll.
- Authentische Orchester-Templates: Wenn du ein spezialisiertes "Wiener" Template aufbauen möchtest, ist dieses Instrument der entscheidende Baustein.
3. Artikulationen & Spielweise
Die Library bietet die gewohnt hohe VSL-Detailtiefe:
- Performance Legato: Da die Wiener Oboe einen höheren Blaswiderstand hat, klingen die Bindungen sehr charaktervoll und physisch greifbar.
- Vibrato-Varianten: In Wien wird traditionell oft mit einem sehr dezenten, feinen Vibrato gespielt. Die Library bietet hier Nuancen, die genau diesen kontrollierten Ausdruck ermöglichen.
- Sforzato & Dynamik: Besonders in den lauten Dynamikstufen zeigt die Wiener Oboe ihre Kraft, ohne dabei schrill zu werden.
4. Integration: VI Series & Synchronized
- VI Series (Silent Stage): Die trockenen Aufnahmen erlauben es dir, mittels MIR Pro den exakten Platz im Wiener Konzerthaus oder im Großen Musikvereinssaal zu wählen – dort, wo dieses Instrument hingehört.
- Synchronized Viennese Oboe: Für den Synchron Player optimiert und in den Raumklang der Synchron Stage Vienna eingebettet. Dies verleiht dem ohnehin schon körperreichen Instrument eine wunderbare Räumlichkeit.
5. Technische Übersicht
| Merkmal | Details |
| Bauweise | Wiener Modell (spezielle Bohrung & Mechanik) |
| Klangfarbe | Dunkel, holzig, kernig, direkt |
| Besonderheit | Unverzichtbar für den authentischen "Wiener Klang" |
| Empfehlung | Ideal für klassisch-romantisches Repertoire |
Fazit: Die VSL Viennese Oboe ist die erste Wahl für Kenner und Puristen. Sie bietet eine charakterstarke Alternative zum internationalen Oboen-Standard und verleiht Holzbläser-Passagen eine ganz eigene, noble Gravitas.
Nie war eine Orchester-Library so gut [...], nie gab es so viele, qualitativ höchstwertige Samples in Verbindung mit einem intelligent gemachten Sampleplayer. Gerade letzterer stellt nicht nur für alle Computer-Orchestratoren einen großen Sprung nach vorne dar, sondern er festigt auch die Positionierung von VSL als Speerspitze technischer Innovation gepaart mit orchestraler Authentizität gegenüber der Konkurrenz.
Martin Gerke, Sound & Recording, März 2007
While Woodwinds I is fine for basic woodwind arrangements, certain instruments on Woodwinds II are indispensable for serious orchestral work. The combined cost of the two collections is hefty, but quality usually comes at a price; if you need a comprehensive woodwind section capable of every musical nuance under the sun, the pair offer an immaculate solution.
5 Stars, Sound on Sound, November 2006
It’s fair to say that Vienna Instruments are pushing the boundaries of how sampled instruments sound and play. Offering unprecedented control over articulations and expression, VSL’s Vienna Instruments afford professional composers and mockup masters with one of the most comprehensive and sophisticated instruments on the market. The recording quality is uniformly excellent, the performances are consistently superb, and the range of articulations is exhaustively comprehensive.
John Krogh, Keyboard, August 2006
The Vienna Instruments combine full instrumentation with the greatest musical depth of any orchestral sound library. The Vienna Instruments Player has the power to make orchestral samples sound more realistic than ever before, and its highly flexible switching system reduces the strain of setting up arrangements.
Dave Stewart, Sound on Sound, July 2006
Sometimes it’s hard to believe that you’re actually playing what you hear – the transitions are that smooth. Nothing else can do that. [The player’s] interface is very clear, and it takes no time to learn your way around it. I was able to load 1.745 GB of samples into the 2GB installed on the Windows machine, which is absolutely phenomenal – over half a gig more than anything else has ever loaded on that computer. Still subjectively, VSL’s greatest strength – apart from the subtlety of expression you’re able to achieve with such a vast selection of articulations – is somewhat intangible: the notes all have a meaning. This especially true for the short woodwinds; rather than just going “toot”, their possibilities are immediately obvious. All the major software samplers have improved by leaps and bounds in many important areas, but they haven’t necessarily focused their efforts on making the wonderful new libraries they spawned easy to manage. The Vienna Instruments player sets new standards in that category, and also in its memory access performance. That, combined with the incredible breadth of the library itself, allows you to do some things nothing else can do.
Nick Batzdorf, Virtual Instruments Magazine June/July 2006
Firma: Vienna Symphonic Library

