
Die KORG LegacyCell ist eine Software-Umgebung, die 2004 als Teil der ursprünglichen KORG Legacy Collection eingeführt wurde. Sie war Korgs erster großer Schritt, um das Konzept der "Workstation" in die Computer-Welt zu übertragen, indem sie verschiedene Emulationen miteinander verschmolz.
Hier ist das Profil dieses oft unterschätzten Software-Plug-ins:
1. Das Konzept: Ein "Kombi-Instrument"
Die LegacyCell fungiert als Host oder "Hülle". In ihr kannst du zwei der klassischen Korg-Emulationen kombinieren, um massive Layer-Sounds zu erstellen. In der Regel waren das:
- MS-20 (Monofoner Klassiker)
- Polysix (Polyphoner Pad-Spezialist)
Du konntest also beispielsweise einen aggressiven MS-20 Bass unter eine warme Polysix-Fläche legen oder zwei Instanzen des gleichen Synthesizers stapeln, um die Stimmenanzahl und Komplexität zu erhöhen.
2. Die Signal-Kette
Was die LegacyCell so mächtig machte, war die integrierte Effekt-Sektion:
- MDE-X Effekte: Du hattest Zugriff auf 19 verschiedene Algorithmen (Reverb, Delay, Chorus, Verzerrer etc.), die du in einer Kette hinter die Synthesizer schalten konntest.
- Insert- & Master-Effekte: Wie bei einer Hardware-Workstation (z. B. dem Triton) konntest du den Sound direkt im Plug-in fertig mischen.
3. Performance-Steuerung
Die LegacyCell bot eine grafische Oberfläche mit acht virtuellen Drehreglern und Schiebereglern.
- Diese konnten verschiedenen Parametern der geladenen Synthesizer zugewiesen werden.
- Das war ideal für Live-Auftritte oder zur schnellen Klangmanipulation, ohne die komplexen Oberflächen des MS-20 (mit dem Patch-Panel) oder des Polysix öffnen zu müssen.
4. Der MicroKorg-Faktor
Ein interessantes Detail: Die LegacyCell wurde oft zusammen mit dem MS-20 Controller (einer 84%-Replika des MS-20 mit USB) oder dem microKORG genutzt. Das Interface der LegacyCell war optisch und funktional darauf ausgelegt, das Beste aus diesen Controllern herauszuholen.
Technische Eckdaten
| Feature | Details |
| Typ | Software-Kombi-Instrument (Plugin) |
| Enthaltene Engines | MS-20, Polysix, MDE-X |
| Besonderheit | Layering von zwei verschiedenen Synths + Effekte |
| Modulationsmatrix | Flexible Zuweisung von Controllern auf Synth-Parameter |
Die LegacyCell heute
In der aktuellen Korg Collection (Version 3 oder 4) ist die LegacyCell immer noch enthalten, wirkt aber optisch etwas in die Jahre gekommen, da die Einzel-Plug-ins (MS-20 V2, Polysix V2) mittlerweile hochauflösende, skalierbare Oberflächen erhalten haben.
Trotzdem bleibt sie für Fans des "Wall of Sound"-Ansatzes nützlich, da sie Presets bietet, die so mit den Einzel-Plugins nicht möglich wären.
Firma: Korg

