Musik-Instrumente von GForce Software

Gute Software-Emulationen aus den Tagen der Analog-Technik

clearmountains spaces

Clearmountain’s Spaces ist das dritte Tool in der Apogee-Serie und konzentriert sich auf die absoluten Basics des „Clearmountain-Sounds“: Reverb. Während die Domain eine komplexe Multi-Effekt-Kette ist, ist Spaces ein fokussiertes Plugin, das dir direkten Zugriff auf die exakten Hall-Profile gibt, die Bob Clearmountain für seine legendären Mixe verwendet.

Es ist im Grunde ein Faltungshall (Convolution Reverb), der jedoch die Dynamik und das EQ-Verhalten von Bobs persönlicher Hardware-Kette mitbringt.

Die Kern-Features

Das Plugin ist bewusst einfach gehalten, damit du ohne langes Schrauben diesen tiefen, transparenten Raumklang erreichst:

  • Echte Räume (Impulse Responses): Die enthaltenen Hall-Profile stammen direkt aus Bobs bevorzugten Umgebungen. Dazu gehören seine persönlichen Hall-Kammern, klassische Plattenhall-Geräte (Plates) und reale Räume, die er über Jahrzehnte perfektioniert hat.
  • Composite Spaces: Du kannst verschiedene Hall-Typen mischen, um einen „Hybrid-Raum“ zu schaffen, der in der Realität so nicht existieren würde, aber im Mix perfekt funktioniert.
  • Pre-Delay & De-Esser: Wie bei Bob üblich, sitzt ein De-Esser im Eingangsweg des Halls. Das verhindert, dass scharfe S-Laute des Sängers unschön im Hall „zischen“ – ein entscheidender Trick für einen professionellen Vocal-Sound.
  • Eingebauter EQ: Ein spezialisierter 3-Band-EQ, mit dem du die Hallfahne formen kannst. So stellst du sicher, dass der Hall den Rest des Mixes nicht „zumatscht“.

Der Sound: Tiefe ohne Brei

Das größte Problem bei vielen Reverbs ist, dass sie den Sound nach hinten drücken oder alles verschwimmen lassen. Clearmountain’s Spaces ist darauf optimiert, Tiefe zu erzeugen, während das Originalsignal (z. B. die Stimme) ganz vorne und präsent bleibt.

Es liefert diesen typischen „Aura“-Effekt: Das Instrument klingt nicht so, als stünde es in einer Garage, sondern als wäre es von einem edlen, unsichtbaren Glanz umgeben.

Typische Einsatzbereiche

  1. Vocals: Das absolute Haupteinsatzgebiet. Es lässt den Gesang groß und majestätisch klingen, ohne die Sprachverständlichkeit zu mindern.
  2. Drums: Besonders auf der Snare oder dem Drum-Bus ideal, um den Drums einen physischen Raum zu geben, der sich wie eine echte Studioaufnahme anfühlt.
  3. Akustikgitarren: Verleiht trockenen DI-Aufnahmen die natürliche Resonanz eines hochwertigen Aufnahmeraums.

Fazit

Wenn dir die Clearmountain’s Domain zu komplex oder zu überladen ist, ist Spaces die perfekte Lösung. Es ist ein „Boutique-Reverb“, das darauf spezialisiert ist, Spuren mehr Dimension zu verleihen, ohne den Mix zu verkomplizieren. Es ist das ideale Plugin für alle, die den Sound von Bruce Springsteen oder David Bowie suchen, aber schnell zum Ergebnis kommen wollen.

Firma: Clearmountain


Apogee Clearmountains Phases

Clearmountain’s Phases ist der zweite Streich aus der Zusammenarbeit zwischen Apogee und dem Mix-Guru Bob Clearmountain. Während es bei der „Domain“ um Räumlichkeit ging, fokussiert sich dieses Plugin auf Modulationseffekte – genauer gesagt auf das Phasing und Flanging, das Bob in den 70ern und 80ern für Künstler wie David Bowie oder Roxy Music perfektioniert hat.

Es emuliert nicht einfach nur ein Pedal, sondern Bobs gesamte Hardware-Kette, inklusive der Interaktion mit analogen Bandmaschinen.

Die DNA von Clearmountain’s Phases

Das Plugin basiert auf der Emulation von zwei ganz bestimmten Hardware-Geräten aus Bobs Rack: einem klassischen MXR Rackmount Flanger und einem Phaser. Aber der Clou liegt im Workflow:

1. "Manual"-Modus & Tape-Flanging

Das Plugin simuliert das „echte“ Flanging der alten Schule. Früher wurde das erzeugt, indem man den Finger auf die Spule einer laufenden Bandmaschine drückte. In Phases kannst du diesen Effekt manuell steuern, was zu drastischen, organischen Tonhöhen- und Zeitverschiebungen führt, die viel lebendiger klingen als ein Standard-LFO.

2. Komplexe Signalführung

Wie bei allen Clearmountain-Plugins ist die Kette entscheidend:

  • Feedback-Kontrolle: Du kannst das Signal extrem in die Selbstoszillation treiben, um metallische oder kreischende Sounds zu erzeugen.
  • Stereo-Sweep: Du kannst die Phasenverschiebung im Stereofeld manipulieren, um Klänge regelrecht um den Kopf des Hörers wandern zu lassen.

3. Module & Mischbarkeit

Du hast Zugriff auf verschiedene Module:

  • Phaser: Warm, psychedelisch und flüssig.
  • Flanger: Metallisch, jet-artig und schneidend.
  • Du kannst beide Effekte mischen oder mit einem Module Mix-Regler das perfekte Verhältnis zwischen trockenem Signal und Modulation finden.

Key Features im Überblick

  • Original Presets: Enthält die exakten Einstellungen, die Bob Clearmountain für legendäre Songs (z. B. auf Bowies Let’s Dance) verwendet hat.
  • Tape Saturation: Eine integrierte Sättigung, die den Klang der Bandmaschine simuliert, durch die die Effekte früher liefen. Das nimmt den digitalen Spitzen die Schärfe.
  • LFO-Sync: Natürlich lassen sich die Modulationsraten zum Tempo deiner DAW synchronisieren.

Typische Einsatzbereiche

  1. Drums: Der berühmte „Phasing-Drum-Fill“. Schalte den Effekt nur für einen kurzen Break ein, um die Aufmerksamkeit des Hörers zu triggern.
  2. E-Gitarren: Für diesen schwebenden, leicht "unter Wasser" klingenden Sound, der cleanen Gitarren Tiefe verleiht.
  3. Synthesizer: Verwandle statische Pads in wirbelnde, lebendige Texturen.
  4. Vocals: Bob nutzt Phasing oft ganz subtil auf Background-Vocals, um sie breiter zu machen und vom Hauptgesang abzuheben.

Fazit

Clearmountain’s Phases ist ein Tool für Charakter und Bewegung. Es klingt „vintage“, aber auf eine sehr hochwertige, studio-taugliche Weise. Es ist weit entfernt von billig klingenden Gratis-Phasern und bringt diesen typischen, teuren „Vinyl-Glanz“ in deine Produktion.

Firma: Clearmountain


clearmountains domain

Clearmountain’s Domain ist kein gewöhnliches Effekt-Plugin, sondern die digitale Essenz eines der berühmtesten Mix-Engineers aller Zeiten: Bob Clearmountain (David Bowie, Bruce Springsteen, The Rolling Stones).

Das Plugin wurde von Apogee entwickelt und reproduziert exakt die komplexe Signalkette, die Bob über Jahrzehnte hinweg in seinem Studio aufgebaut hat, um seinen legendären räumlichen Sound zu kreieren.

Was macht "The Domain" besonders?

Anstatt nur ein Hall- oder Delay-Plugin zu sein, ist es ein Workflow-System. Clearmountain nutzt Echos, um den Hall zu füttern, und bearbeitet diese Signale dann mit EQs und De-Essern, bevor sie im Mix landen. Dieses Plugin fasst diesen komplizierten Prozess in einer einzigen Oberfläche zusammen.

1. Der Signaldurchlauf (Pre-Processing)

Bevor der Effekt entsteht, wird das Signal „aufbereitet“:

  • De-Esser: Entfernt scharfe S-Laute aus dem Hall-Signal, damit die Hallfahne nicht zischt.
  • Pre-EQ: Formt den Ton des Eingangssignals, um zum Beispiel nur die warmen Mitten in den Hall zu schicken.

2. Die Delay-Sektion

Es gibt zwei unabhängige Delays mit „Spin“ (Modulation). Das Besondere ist die Cross-Feed-Funktion, bei der das Echo des linken Kanals in das Echo des rechten Kanals fließt. Das erzeugt eine unglaubliche Tiefe und Breite.

3. Die Reverb-Sektion

Hier stehen drei spezielle Räume zur Verfügung, die Bob Clearmountain in seinem Studio (oder berühmten Hall-Kammern) perfektioniert hat. Du kannst diese Räume mischen, um eine maßgeschneiderte akustische Umgebung zu schaffen.

4. Die Visualisierung

Das Plugin enthält einen Real-Time-Analyzer, der die Stereo-Position und das Frequenzspektrum des Effekts visualisiert. So siehst du genau, wie breit dein Hall im Verhältnis zum Originalsignal ist.

Die Geheimwaffe: Das Mixer-Fenster

In der Domain hast du einen kompletten Mixer für die Effekte. Du kannst entscheiden:

  • Wieviel Delay geht in den Hall?
  • Wie ist das Verhältnis der verschiedenen Reverbs zueinander?
  • Wie stark ist die Sättigung (Distortion) der Echo-Fahnen?

Warum sollte man es benutzen?

Viele moderne Mixe klingen "flach", wenn man nur einen Standard-Hall auf eine Spur legt. Clearmountain’s Domain löst das Problem des "Matsch-Halls":

  • Es schafft dreidimensionale Tiefe, ohne die Klarheit der Stimme oder des Instruments zu zerstören.
  • Es liefert sofort den "Radio-Ready"-Sound, für den Bob Clearmountain bekannt ist – groß, glänzend und poliert.

Typische Einsatzbereiche

  1. Main Vocals: Das Haupteinsatzgebiet. Es lässt Stimmen teuer und räumlich klingen, ohne dass sie im Mix nach hinten rücken.
  2. Snare Drums: Um den berühmten 80er-Jahre "Big Snare"-Sound zu kreieren, der trotzdem modern wirkt.
  3. Gitarren-Soli: Verleiht dem Instrument eine majestätische Aura.

Fazit

Clearmountain’s Domain ist ein „Premium-Channelstrip“ für Räumlichkeit. Es ist technisch anspruchsvoll, bietet aber Presets, die exakt so eingestellt sind, wie Bob Clearmountain sie für Welthits verwenden würde. Wenn du dich jemals gefragt hast, wie Profis diesen tiefen, aber klaren Hall hinbekommen – hier ist die Antwort.

Firma: Clearmountain