Musik-Instrumente von GForce Software

Gute Software-Emulationen aus den Tagen der Analog-Technik

Polyverse Supermodal

Mit Supermodal hat Polyverse (in Zusammenarbeit mit den Sound-Designern von Electronic Beats) ein Tool geschaffen, das – ähnlich wie die Plugins von Output – einen sehr modernen, experimentellen Ansatz verfolgt. Während Thermal auf Verzerrung und Portal auf Granular-Synthese spezialisiert ist, dreht sich bei Supermodal alles um Filterung.

Es ist ein Modal Filter, der Klänge nicht nur dumpfer oder heller macht, sondern ihnen durch Resonanzen völlig neue Klangfarben verleiht.

1. Das Herzstück: Die Modal Filter Engine

Im Gegensatz zu einem Standard-Filter (wie man ihn von Synthesizern kennt) nutzt Supermodal eine Bank aus hunderten von Resonatoren.

  • Was passiert da? Der Sound wird durch mathematische Modelle gejagt, die physische Objekte oder akustische Räume simulieren.
  • Das Ergebnis: Dein Eingangssignal (egal ob Drums, Vocals oder ein einfacher Sägezahn) klingt plötzlich nach Metall, Glas, Holz oder einer menschlichen Stimme.

2. Die zwei Sektionen

Supermodal ist in zwei Hauptbereiche unterteilt, die parallel oder seriell arbeiten:

  • Classic Filter: Ein zustandsvariabler Filter mit Nulllatenz, der extrem sauber von Lowpass zu Highpass oder Bandpass überblenden kann. Er dient oft dazu, das Signal vorzubereiten, bevor es in die komplexe Engine geht.
  • Modal Filter: Hier wählst du aus 27 verschiedenen "Models" (Algorithmen). Diese sind in Kategorien wie Vocal, Physical, Chemical oder Stellar unterteilt.

3. Modulation als Spielwiese

Wie man es von Polyverse (bekannt durch Plugins wie Manipulator oder Comet) gewohnt ist, ist das Modulationssystem extrem intuitiv:

  • Du hast 4 Modulationsslots, die du mit LFOs, Envelopes, Sequenzern oder sogar dem Audiosignal selbst (Envelope Follower) belegen kannst.
  • Per Drag-and-Drop ziehst du die Modulation auf jeden beliebigen Regler. Das sorgt für den organischen, "lebendigen" Sound, den man auch bei Movement von Output schätzt.

Vergleich: Supermodal vs. Output Plugins

Feature Polyverse Supermodal Output Portal / Thermal
Primärer Effekt Resonanz-Filterung Granular / Distortion
Klangcharakter Metallisch, vokal, harmonisch Atmosphärisch, schmutzig, rhythmisch
Besonderheit Kann aus Rauschen Melodien machen Verändert die Textur bestehender Klänge

Fazit für dein Sounddesign

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Sounds zu "flach" oder "standard" klingen, ist Supermodal das perfekte Werkzeug, um ihnen körperliche Resonanz zu geben. Es eignet sich hervorragend, um statische Pads in singende Leads zu verwandeln oder Percussions einen metallischen, futuristischen Schliff zu verpassen.

Firma: Polyverse


Polyverse Gatekeeper

Gatekeeper von Polyverse ist eines der schnellsten und präzisesten Werkzeuge für Volume Modulation auf dem Markt. Während Supermodal sich auf Klangfarben konzentriert, ist Gatekeeper der Spezialist für Rhythmus und Dynamik.

Man kann es sich als einen extrem fortschrittlichen „LFO-Tool“ oder „Trance-Gate“ vorstellen, das jedoch weit über das einfache An- und Ausschalten von Tonspuren hinausgeht.

1. Präzision als Kernmerkmal

Das Hauptproblem vieler Volume-Effekte ist das „Klicken“ (Aliasing), wenn die Lautstärke zu schnell springt. Gatekeeper löst dies durch:

  • Sample-genaue Kurven: Die Hüllkurven sind so präzise, dass man sie sogar zur Wellenform-Gestaltung nutzen kann.
  • Smoothing-Algorithmus: Verhindert Artefakte, selbst bei extrem abgehackten Rhythmen.

2. Die Funktionen im Überblick

  • 8 unabhängige Envelopes: Du kannst bis zu acht verschiedene Lautstärkekurven gleichzeitig erstellen und zwischen ihnen wechseln oder sie verschiedenen Ausgängen zuweisen.
  • CV-Output: Eine Besonderheit für Modular-Fans. Gatekeeper kann Steuerspannungen (CV) ausgeben, um externe Hardware-Synthesizer über dein Audio-Interface zu steuern.
  • Midi-Triggering: Du kannst die Kurven per MIDI-Noten abfeuern. Das macht das Plugin zu einem mächtigen Performance-Tool für Live-Auftritte.
  • Hunderte Presets: Es kommt mit einer riesigen Auswahl an rhythmischen Mustern, von klassischen Sidechain-Ducking-Effekten bis hin zu komplexesten Glitch-Rhythmen.

3. Workflow & Design

Die Benutzeroberfläche ist darauf ausgelegt, Kurven extrem schnell zu zeichnen. Ähnlich wie bei Output Movement steht die Visualisierung im Vordergrund. Du siehst genau, wie die Lautstärke moduliert wird, was beim Abmischen (z.B. für Sidechain-Kompression) enorm hilft.

4. Anwendungsszenarien

  • Sidechain-Ersatz: Erzeugt den typischen „Pumping“-Effekt bei Bässen, ohne dass man einen Kompressor mit Kick-Input routen muss.
  • Rhythmisches Gate: Verwandelt ein langes, stehendes Pad in eine komplexe, rhythmische Sequenz.
  • Audio-Restaurierung: Man kann es nutzen, um Rauschen in Spielpausen extrem präzise und musikalisch wegzuschneiden.
  • Punch-Verstärker: Kurze, steile Kurven können Transienten (den Anschlag) von Drums massiv verstärken.

Vergleich innerhalb der „Familie“

Wenn du das Set vervollständigen willst, sieht die Kette oft so aus:

  1. Output Thermal: Verleiht dem Sound den Dreck und die Wärme.
  2. Polyverse Supermodal: Gibt dem Sound eine metallische oder vokale Resonanz.
  3. Polyverse Gatekeeper: Schneidet das Ergebnis in einen perfekten, messerscharfen Rhythmus.

Firma: Polyverse


Polyverse Comet

Comet von Polyverse ist ein algorithmisches Reverb-Plugin, das sich durch eine fast schon unnatürliche Klarheit und Vielseitigkeit auszeichnet. Während viele Hall-Effekte versuchen, reale Räume (wie Kirchen oder Konzertsäle) originalgetreu nachzubilden, ist Comet darauf spezialisiert, wunderschöne, glatte und modulierte Hallfahnen zu erzeugen, die perfekt in einen modernen Mix passen.

Hier ist das Profil von Polyverse Comet:

1. Die Philosophie: "Lush & Clean"

Comet verzichtet auf komplexe physikalische Modellierungen von Räumen. Stattdessen setzt es auf einen einzigartigen Algorithmus, der extrem dichte und saubere Reflexionen erzeugt.

  • Kein Klirren: Selbst bei extrem langen Hallzeiten (bis zu unendlich) bleibt der Sound klar und entwickelt keine unangenehmen metallischen Artefakte.
  • Musikalität: Es ist ein "Effekt-Reverb", das den Klang veredelt, anstatt ihn nur in einen Raum zu stellen.

2. Einzigartige Features

  • Morphing-Funktion: Das vielleicht stärkste Feature. Du kannst zwischen 5 verschiedenen Snapshots (Presets innerhalb des Plugins) fließend hin- und herblenden. Da Comet die Parameter intern interpoliert, entstehen beim Morphen keine Knackser oder Tonsprünge, sondern organisch wachsende oder schrumpfende Räume.
  • Detune & Modulation: Comet besitzt eine integrierte Verstimmung der Hallfahne. Das sorgt für diesen typischen "schimmernden" oder chorähnlichen Charakter, den man oft in moderner elektronischer Musik hört.
  • Abnormaler Decay: Du kannst den Hall von ultrakurzen Räumen bis hin zu riesigen, unendlichen Texturen regeln.

3. Die Steuerung

Die Benutzeroberfläche ist, typisch für Polyverse, sehr reduziert und auf Schnelligkeit ausgelegt:

  • Size: Bestimmt die Dimension des Raums.
  • Decay: Regelt, wie lange der Hall nachklingt.
  • Color: Ein einfacher, aber effektiver Regler, um den Hall dunkler oder heller zu färben.
  • Diffusion: Steuert die Dichte der Reflexionen.

4. Einsatzgebiete

  • Vocals: Für schwebende, sphärische Gesangsstimmen.
  • Synthesizer: Ideal für Pads und Leads, die Tiefe brauchen, ohne den Mix zu "vermatschen".
  • Sound Design: Durch die Morphing-Funktion lassen sich wunderbare Übergänge (Transitions) bauen, bei denen der Raum im Takt des Songs auf- und zugeht.

Firma: Polyverse