Amek - EQ 200
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Der Amek EQ 200 ist – im Gegensatz zum spezialisierteren EQ 250 – als der ultimative "Allrounder" unter den Mastering-Equalizern konzipiert. Er basiert auf dem Sound der ersten großen parametrischen EQs (inspiriert durch Legenden wie den GML 8200), die für ihre extreme Transparenz und Klarheit berühmt wurden.
Der Amek EQ 200 (vertrieben durch Plugin Alliance / Brainworx) ist eine akribische Emulation eines der exklusivsten Mastering-Equalizer der Welt. Er basiert auf der Präzisionstechnik der GML-Ära (George Massenburg Labs) und der klanglichen Finesse von Amek.
In der Mastering-Welt gilt er als „chirurgisches Skalpell“ mit analogem Charakter. Er ist die Antwort für alle, die die Transparenz eines digitalen EQs suchen, aber die harmonische Tiefe und die Haptik klassischer High-End-Hardware vermissen.
1. Die Architektur: 5-Band vollparametrisch
Der EQ 200 bietet fünf Bänder, die sich massiv überschneiden. Das erlaubt es, Frequenzprobleme extrem präzise zu isolieren oder breite, musikalische Kurven zu formen:
- Präzision: Jedes Band kann von einer extrem schmalen Güte ($Q$-Faktor) bis hin zu sehr breiten Kurven eingestellt werden.
- Auto-Listen-Funktion: Ein Highlight des Plugins – wenn du einen Regler bewegst, isoliert das Plugin diesen Frequenzbereich, damit du exakt hörst, was du gerade bearbeitest.
2. Brainworx-Exzellenz: TMT & Features
Da das Plugin von Brainworx entwickelt wurde, enthält es Features, die weit über die originale Hardware hinausgehen:
- TMT (Tolerance Modeling Technology): Diese Technologie simuliert die natürlichen Bauteil-Toleranzen der analogen Hardware. Jede Instanz des Plugins klingt minimal anders, was für eine authentische analoge Stereobreite sorgt.
- M/S-Processing: Du kannst das Mitten- und Seitensignal separat bearbeiten. Das ist im Mastering essenziell, um beispielsweise die Vocals in der Mitte aufzuklären, ohne die Breite der Gitarren oder Synthesizer zu beeinflussen.
- Mono-Maker & Stereo Width: Mit diesen Reglern kannst du die Bässe unter einer bestimmten Frequenz in Mono zwingen oder das Stereofeld kontrolliert erweitern.
3. Klangcharakter: Sauber, aber nicht steril
Obwohl der Amek EQ 200 für seine Transparenz bekannt ist, fügt er dem Signal eine subtile „analoge Politur“ hinzu. Er klingt nie harsch, selbst wenn man die Höhen stark anhebt. Das macht ihn perfekt für den sogenannten „Air-Band“-Effekt, um einem Mix teure, seidige Höhen zu verleihen.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteil | Nachteil |
| Transparenz: Verfärbt das Signal kaum, solange man es nicht provoziert. | Komplexität: Die vielen Regler können auf Einsteiger einschüchternd wirken. |
| Workflow: Die Auto-Listen-Funktion spart enorm viel Zeit beim Suchen von Störfrequenzen. | CPU-Last: Aufgrund des TMT und der hohen Oversampling-Optionen benötigt er etwas mehr Leistung. |
| Flexibilität: Funktioniert sowohl auf Einzelsignalen (Kick, Vocals) als auch auf dem Master-Bus. |
Fazit: Warum der Amek EQ 200?
Dieser EQ ist ein Workhorse für Mixing- und Mastering-Engineers, die keine Kompromisse bei der Audioqualität eingehen wollen. Er ist ideal für:
- Mastering: Um die finale Frequenzbalance eines Tracks mit höchster Präzision zu justieren.
- Vocal-Cleaning: Um störende Resonanzen zu entfernen, ohne den natürlichen Charakter der Stimme zu zerstören.
- Mix-Bus: Um dem gesamten Song eine subtile analoge Tiefe und Breite zu verleihen.
Vergleichbar ist er am ehesten mit dem Massenburg DesignWorks MDWEQ oder dem Sonnox Oxford EQ, bietet aber durch die TMT-Technologie ein organischeres, „lebendigeres“ Klangbild.
Firma: Amek




