Musik-Instrumente von Glitchmaschines

Wie der Name verrät, Glitch-Sounds für den Studio-Sound

Xils Labs PolyKB

Xils-Lab PolyKB (aktuell in der Version III) ist eine der akkuratesten und zugleich innovativsten Emulationen eines extrem seltenen französischen Klassikers: des RSF Polykobol 2.

Während viele Emulationen versuchen, den Minimoog oder die Roland Juno-Serie zu kopieren, widmet sich Xils-Lab hier einem "Exoten", der für seinen organischen, fast unberechenbaren analogen Charakter bekannt ist.

1. Das Alleinstellungsmerkmal: Morphing Oszillatoren

Das Besondere am PolyKB ist, dass er keine starren Wellenformen hat.

  • Kontinuierliches Morphing: Du schaltest nicht zwischen Dreieck, Sägezahn und Rechteck um. Stattdessen kannst du stufenlos von einer Wellenform in die nächste gleiten.
  • Modulation der Wellenform: Da dieses Morphing als Modulationsziel verfügbar ist, kannst du die Grundform des Klangs mit LFOs oder Hüllkurven ständig in Bewegung halten. Das erzeugt Texturen, die mit herkömmlichen Synths kaum machbar sind.

2. "True Analog Modeling"

Xils-Lab ist bekannt für eine sehr tiefe Emulation auf Komponentenebene.

  • Instabilität: Der PolyKB simuliert das leichte "Driften" analoger Hardware. Jede Stimme des Synthesizers klingt minimal anders, was zu einem extrem breiten und lebendigen Stereobild führt.
  • 0-Delay-Feedback Filter: Das Filter verhält sich auch bei extremer Resonanz extrem musikalisch und "analog", ohne die typischen digitalen Artefakte.

3. Die Poly-Modulation (Poly-Mod)

Ein weiteres Highlight ist das Modulationssystem:

  • Man kann fast alles mit fast allem modulieren.
  • Besonders die Fähigkeit, Oszillatoren gegenseitig zu modulieren (FM), verleiht dem PolyKB eine metallische und aggressive Seite, die einen interessanten Kontrast zu seinen warmen Flächen bildet.

4. Die Modulations-Matrix und Effekte

In der Version III wurde das Plugin massiv erweitert:

  • Voice-X/Y-Pad: Ein grafisches Tool, um die Platzierung und das Verhalten der einzelnen Stimmen im Raum zu steuern.
  • Eingebaute Effekte: Hochwertiger Chorus, Delay, Phaser und EQ sind direkt integriert und auf den analogen Grundklang abgestimmt.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteil Nachteil
Einzigartiger Klang: Klingt deutlich "analoger" und lebendiger als viele Standard-VSTs. Komplexität: Durch die vielen Modulationswege kann das Sounddesign anfangs etwas einschüchternd wirken.
Morphing-Oszillatoren: Bietet klangliche Möglichkeiten, die weit über klassische subtraktive Synthese hinausgehen. GUI: Das Interface ist sehr detailliert, wirkt aber auf manchen Nutzer etwas "altmodisch" (skalierbar ist es jedoch).
Preset-Library: Kommt mit sehr vielen inspirierenden Klängen, die den Charakter gut einfangen.

Fazit: Für wen ist der PolyKB?

Der PolyKB ist ein Synthesizer für Gourmets. Er ist ideal für:

  1. Synthwave & Elektronik: Wenn du diesen typischen 80er-Jahre High-End-Sound suchst, der nicht nach "Standard-Presets" klingt.
  2. Sounddesigner: Die die Grenzen von analoger Synthese durch Morphing und komplexe Matrix-Modulation ausreizen wollen.
  3. Produzenten, die einen warmen, breiten Analogsound brauchen, der sich organisch in den Mix einfügt.

Er ist die perfekte Alternative, wenn man den "analogen Vibe" will, aber die üblichen Verdächtigen (Arturia, u-he) schon zur Genüge im Einsatz hat.

Expansion:

Firma: Xils-Lab


Xils Labs SynX

Syn'X (aktuell in der Version 2) ist Xils-Labs prestigeträchtige Emulation des legendären Elka Synthex, eines italienischen Kult-Synthesizers aus den frühen 80ern. Der Synthex ist berühmt für seinen luxuriösen, breiten Klang und wurde vor allem durch Jean-Michel Jarres „Laser Harp“-Sound unsterblich gemacht.

Xils-Lab hat hier jedoch nicht nur eine einfache Kopie erstellt, sondern das Konzept des Multitimbral-Synthesizers auf ein völlig neues Level gehoben.

1. Die Multilayer-Architektur

Das herausragende Merkmal des Syn'X 2 ist seine Fähigkeit, bis zu 8 unabhängige Synthesizer-Layer in einem einzigen Patch zu verwalten.

  • Komplexes Layering: Jeder der 8 Layer ist ein kompletter Synthex mit eigenen Oszillatoren, Filtern und Hüllkurven. Du kannst diese Layer stacken (für massiven Sound), splitten (verschiedene Sounds auf verschiedenen Keyboard-Zonen) oder im Round-Robin-Verfahren rotieren lassen.
  • Individuelle Kontrolle: Trotz der Komplexität erlaubt das Interface den schnellen Zugriff auf alle Layer, um sie separat im Panorama zu verteilen oder unterschiedlich zu modulieren.

2. Die Oszillatoren und das Filter

  • DCO-Emulation: Der originale Synthex nutzte digital gesteuerte analoge Oszillatoren (DCOs), was ihm eine stabilere Stimmung als dem Jupiter-8 verlieh, aber dennoch den analogen Druck bewahrte. Xils-Lab fängt diesen speziellen Charakter perfekt ein.
  • Multimode-Filter: Das berühmte CEM-basierte Filter bietet Low-Pass, High-Pass, Band-Pass und einen speziellen Notch-Modus. Besonders die Resonanz klingt in der Xils-Emulation extrem seidig und musikalisch.

3. Der integrierte Sequenzer

Wie das Original besitzt auch der Syn'X einen sehr fähigen Sequenzer, der jedoch modernisiert wurde:

  • Er verfügt über 4 Tracks und kann extrem komplexe, polyphone Muster erzeugen, die perfekt zum Layer-Konzept passen.
  • Jede Sequenzer-Linie kann einem anderen Layer zugewiesen werden, was den Syn'X fast zu einer kompletten Workstation für elektronische Sequenzen macht.

4. Einzigartige Modulationsmöglichkeiten

Xils-Lab hat Funktionen hinzugefügt, die das Original nie hatte:

  • Chaos-Modulator: Erzeugt unvorhersehbare, organische Schwankungen im Klang.
  • Polyphone Modulation: LFOs können pro Stimme agieren, was zu einem unglaublich lebendigen und breiten Klangbild führt.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteil Nachteil
Der ultimative "Laser Harp" Sound: Niemand emuliert diesen spezifischen Klang besser. Komplexität: Die Verwaltung von 8 Layern kann für Einsteiger schnell unübersichtlich werden.
Unglaubliche Breite: Durch das Layering entstehen Sounds, gegen die Standard-Synths "dünn" wirken. CPU-Hunger: Wenn alle 8 Layer gleichzeitig mit vielen Stimmen genutzt werden, benötigt das Plugin ordentlich Rechenleistung.
Cross-Modulation: Die FM-Fähigkeiten der Oszillatoren liefern großartige metallische Texturen.

Fazit: Für wen ist der Syn'X?

Der Syn'X ist ein Synthesizer für epische Klänge. Er ist die erste Wahl für:

  1. Jean-Michel Jarre-Fans: Die den authentischen Elka-Sound für ihre Produktionen suchen.
  2. Sounddesigner für Soundtracks: Die massive, orchestrale Synth-Pads und komplexe, pulsierende Sequenzen benötigen.
  3. Analog-Puristen: Die die Stabilität von DCO-Sounds schätzen, aber nicht auf die Wärme analoger Filter verzichten wollen.

Es ist ein Instrument, das nach „Größe“ klingt. Wenn du einen Track hast, dem es an Tiefe und Fundament fehlt, kann ein einziger Syn'X-Patch das oft im Alleingang lösen.

Expansions:

Firma: Xils-Lab


Xils Labs StiX

StiX von Xils-Lab ist weit mehr als eine gewöhnliche Drum-Machine. Es handelt sich um eine virtuell-analoge Drum-Synthese-Workstation, die den Workflow klassischer X0X-Maschinen mit den extrem tiefen Modulationsmöglichkeiten kombiniert, für die Xils-Lab bekannt ist.

Während viele Drum-Plugins lediglich Samples abspielen, generiert StiX seine Sounds in Echtzeit durch eine mächtige Synthese-Engine.

1. Die Klang-Engine: Xils-Style Synthese

Jeder der 10 Drum-Slots verfügt über eine eigene, vollwertige Synthesizer-Architektur:

  • Oszillatoren: Zugriff auf verschiedene Wellenformen und spezielle Rauschgeneratoren (Noise), die für Snare-Teppiche oder Hi-Hat-Zischen essenziell sind.
  • Filter: StiX nutzt die berühmten, zero-delay-modellierten Filter von Xils-Lab. Du kannst zwischen verschiedenen Typen wählen, um Kicks druckvoll oder Percussions metallisch klingen zu lassen.
  • Macro-Controls: Jeder Sound hat spezifische Makro-Regler, mit denen du den Charakter (z. B. "Boom", "Snap" oder "Tightness") sofort anpassen kannst, ohne tief in die Matrix zu müssen.

2. Der „XoX-Step-Sequenzer“ mit Twist

Der Sequenzer ist das Herzstück für den Groove:

  • Evolutionary Sequencing: StiX bietet Funktionen, um Patterns intelligent zu variieren.
  • Variable Steps: Du kannst für jede Drum-Spur unterschiedliche Längen festlegen, was komplexe Polyrhythmen ermöglicht.
  • Micro-Positioning: Noten können abseits des Rasters verschoben werden, um einen menschlichen "Swing" oder extrem präzise Off-Beat-Grooves zu erzeugen.

3. Das Easy-X-System

Da die Synthese-Engine extrem tiefgreifend ist (fast auf dem Level eines XILS 4), bietet StiX das Easy-X-Interface. Hier kannst du die wichtigsten Parameter aller 10 Instrumente auf einer einzigen Seite steuern, ohne zwischen Menüs hin- und herzuwechseln. Das macht den Workflow im Vergleich zu anderen modularen Drum-Synths deutlich schneller.

4. Die Modulations-Matrix

Für Sounddesigner ist dies das Highlight: StiX besitzt eine vollwertige Matrix, in der fast jeder Parameter durch LFOs, Hüllkurven oder sogar den Sequenzer selbst moduliert werden kann. Das ermöglicht Sounds, die sich mit jedem Schlag organisch verändern.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteil Nachteil
Lebendiger Klang: Da es Synthese ist und kein Sampling, klingt kein Schlag exakt wie der andere. Lernkurve: Die Tiefe der Engine kann für User, die nur schnell Samples triggern wollen, überwältigend sein.
Hervorragende Presets: Kommt mit einer riesigen Library von Vintage-Analog-Kits bis hin zu modernem Glitch. Interface: Wie oft bei Xils-Lab ist das GUI sehr funktional und dicht gepackt, was Eingewöhnung erfordert.
Integrierte Effekte: Hochwertige Verzerrer, Reverbs und Delays pro Kanal und auf dem Master-Bus.

Fazit: Warum StiX?

StiX ist für Produzenten, die ihren eigenen Drum-Sound kreieren wollen, statt auf die immer gleichen Sample-Packs zurückzugreifen. Er ist ideal für:

  1. Techno- und Electro-Produzenten, die analoge Wärme und totale Kontrolle über die Kick-Synthese brauchen.
  2. Sounddesigner, die perkussive Texturen suchen, die über "Boom und Tschak" hinausgehen.
  3. Fans von Hardware-Workflows, die die Flexibilität einer Software-Matrix nicht missen wollen.

Es ist eine der klanglich kräftigsten Drum-Maschinen im VST-Bereich und eine ernsthafte Konkurrenz für Schwergewichte wie Arturia Spark oder MicroTonic.

Firma: Xils-Lab


Xils Labs PolyM

Xils-Lab PolyM ist die hochgelobte Emulation eines der außergewöhnlichsten Synthesizer der Geschichte: des Polymoog (Modell 203a). Während der PolyKB auf einen extrem seltenen analogen Boliden setzt, reproduziert der PolyM die "Divide-Down"-Technologie, die Ende der 70er Jahre für echtes polyphones Spiel sorgte.

Bekannt wurde der Sound vor allem durch Gary Numan (insbesondere der "Vox Humana"-Patch in Cars) und Künstler wie Rick Wakeman oder Kraftwerk.

1. Die Architektur: "Divide-Down" Synthese

Im Gegensatz zu modernen polyphonen Synths, die pro Stimme komplette Oszillatoren nutzen, verwendet der PolyM zwei zentrale "Top Octave Divider"-Oszillatoren.

  • Volle Polyphonie: Du kannst theoretisch alle 71 Tasten gleichzeitig spielen, ohne dass Noten abgeschnitten werden.
  • 71 emulierte Chips: Xils-Lab hat jeden der 71 Komponenten-Chips des Originals einzeln modelliert (inklusive Mixer, VCA und Hüllkurve pro Note), um das lebendige, leicht instabile Verhalten der Hardware einzufangen.

2. Die Filter-Sektionen (Das Herz des Klangs)

Der PolyM verfügt über drei unterschiedliche Filter-Ebenen, die den charakteristischen Sound prägen:

  • 24dB Ladder Filter: Ein klassisches, griffiges Moog-Style-Filter mit dem berühmten "Zero-Delay"-Algorithmus von Xils-Lab.
  • Resonator Bank: Drei parametrische Filter (Low, High, Bandpass), die dem Klang eine fast vokale oder akustische Resonanz verleihen.
  • Acoustic Filter Bank: 9 vordefinierte Filter-Presets (Strings, Piano, Organ etc.), die den Grundcharakter des Instruments auf Knopfdruck ändern – genau wie beim Original.

3. Moderne Erweiterungen

Xils-Lab wäre nicht Xils-Lab, wenn sie das Original nicht sinnvoll erweitert hätten:

  • Erweiterte Modulation: 9 Modulations-Slots erlauben es, fast jeden Parameter mit LFOs oder Hüllkurven zu steuern – weit mehr als die Hardware jemals konnte.
  • Effekt-Sektion: Integrierte Vintage-Effekte wie Chorus, Phaser, Delay und Reverb veredeln den Sound direkt im Plugin.
  • Advanced Arpeggiator: Ein polyphoner Arpeggiator, der rhythmisch komplexe Muster ermöglicht.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteil Nachteil
Authentischer "Vox Humana" Sound: Unverzichtbar für Gary-Numan-Fans und 80er-Jahre-Nostalgiker. Oszillator-Vielfalt: Da er auf der Divide-Down-Technik basiert, ist er weniger flexibel für komplexe Wellenform-Schraubereien.
Einzigartiger Charakter: Klingt völlig anders als ein Juno oder Jupiter; sehr breit und "verschwommen" im positiven Sinne. GUI: Die Oberfläche ist originalgetreu, kann aber auf sehr kleinen oder sehr hochauflösenden Bildschirmen etwas fummelig wirken.
Low CPU: Trotz der 71 emulierten Chips ist das Plugin sehr gut optimiert.

Fazit: Warum der PolyM?

Der PolyM ist eine Zeitmaschine in die späten 70er Jahre. Er ist ideal für:

  1. Retro-Fans: Die den exakten Sound von ikonischen Synth-Pop-Hymnen suchen.
  2. Pad-Liebhaber: Die "Divide-Down"-Struktur erzeugt Flächen, die eine ganz eigene Wärme und Tiefe besitzen, die herkömmliche Synths oft vermissen lassen.
  3. Sounddesigner: Die mit der Resonator-Bank Klänge erschaffen wollen, die zwischen akustisch und synthetisch schweben.

Es ist ein Charakter-Instrument, das nicht versucht, alles zu können, aber das, was es tut, mit einer beeindruckenden klanglichen Tiefe erledigt.

Firma: Xils-Lab