
Das Cherry Audio GX-80 ist so etwas wie der „Heilige Gral“ unter den Software-Synthesizern des Herstellers. Es ist nicht einfach nur eine Emulation eines einzelnen Geräts, sondern eine hybride Nachbildung zweier legendärer Yamaha-Giganten: dem GX-1 und dem CS-80.
Hier sind die Details, die dieses Plugin so besonders machen:
1. Das Beste aus zwei Welten
Das GX-80 kombiniert die Architektur des extrem seltenen (und kühlschrankgroßen) GX-1 mit den Funktionen und dem Workflow des CS-80 (bekannt durch Vangelis und den Blade Runner-Soundtrack).
- Dual-Layer-Architektur: Es bietet im Grunde zwei komplette CS-80-Synthesizer-Engines, die gelayert werden können, was unglaublich dichte und komplexe Texturen ermöglicht.
- GX-1 Filter & Oszillatoren: Es enthält die spezifischen Filter-Charakteristika und die High-Pass-Resonanz des GX-1, die dem Sound eine andere Farbe verleihen als eine Standard-CS-80-Emulation.
2. Fokus auf Expressivität
Einer der Gründe, warum die Original-Hardware so geschätzt wurde, war die Spielbarkeit. Cherry Audio hat dies digital umgesetzt:
- Polyphoner Aftertouch: Wenn du ein entsprechendes Keyboard besitzt, kannst du jede einzelne Note individuell durch Druck beeinflussen.
- MPE-Unterstützung: Es ist voll kompatibel mit modernen Controllern wie dem ROLI Seaboard oder dem LinnStrument.
- Ribbon Controller: Die markante Gleitleiste des Originals ist im Interface integriert und kann für dramatische Pitch-Bends genutzt werden.
3. Erweiterte Features
Im Gegensatz zur Hardware aus den 70ern bietet das GX-80 moderne Extras:
- Integrierte Effekte: Chorus/Rotary, Flanger/Phaser, Digital/Tape Delay und Reverb.
- Oszillator-Variationen: Es gibt zusätzliche Wellenformen, die über die Standard-Sägezahn- und Rechtecksignale hinausgehen.
- Über 1.000 Presets: Eine riesige Bibliothek, die von Vintage-Filmmusik bis hin zu modernen Ambient-Sounds alles abdeckt.
4. Der Sound-Charakter
Das GX-80 klingt majestätisch, breit und melancholisch. Es ist perfekt für:
- Cinematic Scores: Große, schwebende Pads und cineastische Brass-Sounds.
- Vintage Synth-Pop: Authentische Klänge der späten 70er und frühen 80er Jahre.
- Sound Design: Durch die Layer-Struktur lassen sich sehr organische, fast akustisch wirkende Synthesizer-Klänge erstellen.
Fazit: Während das Miniverse ein Spezialist für knackige Monosounds ist, ist das GX-80 ein orchestrales Monster. Es gilt unter Kritikern oft als eine der klanglich besten und preiswertesten Alternativen zu High-End-Emulationen wie der Arturia CS-80 V.
Firma: Cherry Audio

