Musik-Instrumente von Have Audio

Nahezu keltisch klingende Orchester-Instrumente durch Klangfärbung

Cherry Audio Harmonia Synthesizer

Der Cherry Audio Harmonia unterscheidet sich grundlegend von den bisher genannten Emulationen wie dem Mercury-6 oder Octave Cat. Während jene auf klassischer analoger Schaltkreis-Modellierung basieren, ist Harmonia ein moderner Hybrid-Synthesizer, der auf Additive Synthese und Vektorsynthese setzt.

Das Konzept erinnert entfernt an Klassiker wie den Sequential Prophet-VS oder den Korg Wavestation, geht aber technisch einen sehr eigenen Weg.

Das Kernkonzept: Harmonische Transformation

Das Besondere am Harmonia ist, dass er keine Standard-Wellenformen (Sägezahn, Rechteck) einfach nur abspielt, sondern Klänge durch das Hinzufügen und Manipulieren von Obertönen (Partials) erzeugt.

1. Die Oszillatoren

Harmonia besitzt zwei Oszillatoren, die auf interpolierten Wellentabellen basieren. Man wählt eine Basis-Wellenform aus einer riesigen Bibliothek aus, aber anstatt sie nur zu filtern, kann man die einzelnen Obertöne innerhalb der Wellenform dynamisch verschieben, verstärken oder auslöschen.

2. Einzigartige Modulations-Matrix

Jeder Oszillator kann bis zu acht Harmonische gleichzeitig ansteuern. Das erlaubt organische, sich ständig entwickelnde Texturen:

  • Harmonic Presets: Man kann festlegen, wie die Obertöne über die Zeit "wandern".
  • Intervall-Scaling: Man kann die Obertöne so verstimmen, dass sie keine klassischen Harmonischen sind, was zu glockigen, metallischen oder komplett atonalen Klängen führt.

3. Vektorsynthese & Morphing

In der Mitte des Interfaces befindet sich ein zentrales Element zum Überblenden (Morphing) zwischen den beiden Oszillatoren. Da fast jeder Parameter modulierbar ist, entstehen Sounds, die niemals statisch wirken – sie "atmen" förmlich.

Technische Highlights

  • Vier synchronisierbare LFOs: Mit zahlreichen Schwingungsformen.
  • Stereo-Filter: Ein klassisches Multimode-Filter (Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch), um die komplexen additiven Spektren wieder zu formen.
  • Massive Effekt-Sektion: Cherry Audio-typisch sind hochwertige Effekte wie Chorus, Phaser, Delay und verschiedene Reverbs integriert.
  • Arpeggiator: Ein sehr intuitiver Arpeggiator für rhythmische, pulsierende Strukturen.

Wie klingt der Harmonia?

Der Sound des Harmonia ist weniger "Vintage-Dreck" und mehr "Digitale Eleganz":

  • Gläsern und Glockenartig: Perfekt für kristalline Klänge.
  • Organische Pads: Soundscapes, die sich über Minuten hinweg verändern, ohne langweilig zu werden.
  • Rhythmische Texturen: Durch die additive Verschiebung entstehen komplexe, perkussive Sequenzen.
  • Modern Cinematic: Er klingt sehr "teuer" und breit, ideal für moderne Filmmusik oder Ambient.

Fazit

Wenn der Mercury-6 die 80er ist und der Octave Cat der Punk der 70er, dann ist der Harmonia ein Werkzeug für das 21. Jahrhundert. Er ist für Sounddesigner gedacht, denen Standard-Subtraktive-Synthese zu langweilig geworden ist und die nach neuen, fließenden Klangfarben suchen.

Firma: Cherry Audio


Cherry Audio PS 3300

Der Cherry Audio PS-3300 ist eine gewaltige Emulation eines der seltensten und komplexesten Synthesizer aller Zeiten: des Korg PS-3300, der 1977 erschien.

Vom Original wurden insgesamt nur etwa 50 Stück produziert. Er war so teuer und aufwendig gebaut, dass er oft als „Heiliger Gral“ der Synthesizer bezeichnet wird – genutzt von Legenden wie Vangelis, Keith Emerson und Jean-Michel Jarre.

Was macht den PS-3300 so einzigartig?

1. Die „Drei-Synthesizer-in-einem“-Architektur

Der PS-3300 besteht im Grunde aus drei identischen, unabhängigen Synthesizer-Einheiten (Siganlgeneratoren).

  • Jeder dieser drei Blöcke hat seine eigenen Oszillatoren, Filter, Hüllkurven und Modulatoren.
  • Man kann sie stacken (für extrem dicke Sounds) oder unterschiedlich programmieren, um komplexe Texturen zu erzeugen.

2. Echte Polyphonie (Voll-Polyphon)

Im Gegensatz zu den meisten Synthesizern der 70er, die monophon oder duophon waren, ist der PS-3300 voll-polyphon. Das bedeutet, jede Taste auf dem Keyboard hat ihre eigene dedizierte Schaltung. Cherry Audio repliziert dies mit bis zu 24 Stimmen pro Block (insgesamt also theoretisch 72 Stimmen!).

3. Die legendären „Triple Resonators“

Das vielleicht markanteste Klangmerkmal sind die drei Resonatoren pro Block. Diese fungieren wie ein spezieller Equalizer/Filter-Hybrid, mit dem man bestimmte Frequenzbereiche extrem verstärken kann. Damit lassen sich vokale, chor-ähnliche Klänge oder der typisch „nasale“, organische Vangelis-Sound erzeugen.

Die Cherry Audio Upgrades

Wie gewohnt hat Cherry Audio das Original nicht nur kopiert, sondern sinnvoll erweitert:

  • Präzise Kalibrierung: Man kann zwischen einem „perfekten“ digitalen Tuning und dem leicht instabilen, charmanten Drift der analogen Hardware wählen.
  • Erweiterte Modulation: Es gibt eine riesige Modulationsmatrix und zusätzliche LFOs, die weit über das Original hinausgehen.
  • Effekt-Sektion: Ein integrierter Studio-Reverb, Delay und Chorus sind direkt eingebaut.
  • Modernes Preset-Management: Das Original hatte keine Möglichkeit, Sounds zu speichern – der PS-3300 bietet hunderte Presets und eine einfache Browser-Funktion.

Sound-Charakteristik

Der PS-3300 klingt majestätisch, orchestral und unheimlich breit.

  • Vangelis-Stil: Er ist die erste Wahl für epische, „schwebende“ Pads und orchestrale Brass-Sounds.
  • Organisch: Durch die drei Layer und die Resonatoren klingt er nie statisch, sondern immer lebendig und fast schon akustisch.
  • Massiv: Wenn man alle drei Blöcke gleichzeitig nutzt, entstehen Sounds, die so dicht sind, dass sie fast keinen Platz mehr für andere Instrumente im Mix lassen.

Fazit

Der PS-3300 ist ein absolutes Schwergewicht. Er ist kein Synthesizer für „schnelle Standard-Bässe“, sondern ein Instrument für große Klanglandschaften. Angesichts der Tatsache, dass ein originales Hardware-Gerät heute fast unbezahlbar ist, bietet Cherry Audio hier eine beeindruckende Möglichkeit, diesen „Wall of Sound“ in die eigene DAW zu holen.

Firma: Cherry Audio


Cherry Audio Pro Soloist

Der Cherry Audio Pro Soloist ist eine detailverliebte Emulation des ARP Pro Soloist aus dem Jahr 1972. Dieses Instrument nahm damals eine Sonderstellung ein: Es war kein komplexer Modular-Synthesizer zum Schrauben, sondern einer der ersten kommerziell erfolgreichen "Preset-Synthesizer".

Er wurde berühmt durch Künstler wie Tony Banks (Genesis), der ihn für die ikonischen Soli auf Alben wie Selling England by the Pound nutzte, sowie durch Vangelis und Billy Preston.

Das Konzept: Performance über Programmierung

Das Original war dafür gedacht, oben auf einer Orgel oder einem E-Piano zu thronen. Es gab keine Regler für Oszillatoren oder Filter-Hüllkurven, sondern Kippschalter für voreingestellte Sounds wie "Fuzz Guitar", "Oboe" oder "Cosmic Echo".

1. Aftertouch als Herzstück

Der Pro Soloist war bahnbrechend, weil er extrem ausdrucksstark war. Das Original besaß eine der ersten Tastaturen mit Aftertouch, womit man Vibrato, Filter-Wah oder Lautstärke allein durch Fingerdruck steuern konnte. Cherry Audio hat diesen Fokus auf die Expressivität perfekt in die moderne DAW-Welt (via MIDI-Aftertouch oder MPE) übertragen.

2. Der "Edit"-Modus (Die Befreiung)

Während man beim Original an die Presets gebunden war, erlaubt Cherry Audio den Blick unter die Haube:

  • Vollständige Programmierung: Über einen "Edit"-Knopf öffnet sich das Panel, und man bekommt Zugriff auf die tatsächliche Klangerzeugung (VCOs, Resonanzfilter, LFOs).
  • Einzigartige Filter: Die Nachbildung des berühmten ARP-Filters fängt den leicht instabilen, "beißenden" Charakter ein, der so typisch für die frühen 70er war.

3. Digitale Erweiterungen

  • Polyphonie: Das Original war strikt monophon. Cherry Audio bietet optional einen 16-stimmigen Poly-Modus, was den Pro Soloist in eine völlig neue Klangdimension hebt.
  • Effekte: Integrierter Distortion, Chorus/Flanger, Delay und ein sehr schöner Reverb.
  • Last-Note-Priority: Wichtig für das authentische Spielgefühl der alten Soli.

Sound-Charakteristik

Der Pro Soloist hat einen sehr speziellen, "singenden" Charakter:

  • Nostalgisch & Vintage: Er klingt sofort nach 1973. Die Holzbläser-Imitationen haben diesen charmanten, leicht künstlichen Analog-Vibe.
  • Expressiv: Er ist kein Synthesizer für Hintergrund-Pads, sondern ein Lead-Instrument. Er soll im Vordergrund stehen und "gespielt" werden.
  • Schneidend: Die Leads können sich durch jeden dichten Mix bohren, ohne dabei unangenehm zu wirken.

Fazit

Der Cherry Audio Pro Soloist ist eine Zeitmaschine. Er ist ideal für alle, die den Progressive Rock der 70er lieben oder diesen ganz speziellen, expressiven Vintage-Lead-Sound suchen, der sich organisch anfühlt.

Er ist im Vergleich zum massiven PS-3300 wesentlich fokussierter und "intimer" – ein Instrument für echte Melodien.

Firma: Cherry Audio


Cherry Audio Novachord

Cherry Audio Novachord ist eine virtuelle Software-Nachbildung (VST/AU/Plugin) des historischen Hammond Novachord aus dem Jahr 1939. Das Original gilt als der erste kommerziell verfügbare polyphone Synthesizer der Welt.

Cherry Audio hat dieses extrem seltene Instrument digital emuliert, um seinen einzigartigen, geisterhaften Vintage-Klang in moderne Musikprogramme (DAWs) zu bringen.

Die wichtigsten Merkmale

  • Historischer Hintergrund: Das originale Hardware-Gerät arbeitete mit 163 Vakuumröhren und über 1.000 Kondensatoren. Es war seiner Zeit weit voraus und konnte bereits Klänge erzeugen, die an Streicher, Chöre oder Orgeln erinnerten.
  • Klangsynthese: Im Gegensatz zu vielen anderen Nachbildungen nutzt Cherry Audio keine Samples, sondern eine echte Synthese, um das Verhalten der Röhrenschaltungen nachzuahmen.
  • Besondere Funktionen:
    • 32-stimmige Polyphonie.
    • Resonatoren: Drei Bandpass-Filter (Low, Mid, High), die den Charakter des Klangs massiv beeinflussen.
    • Attack-Optionen: Sieben verschiedene Voreinstellungen für das Einschwingverhalten (von perkussiv bis langsam anschwellend).
    • Vibrato: Eine originalgetreue Emulation der mechanischen Vibrato-Einheit.
  • Bundle-Inhalt: Cherry Audio verkauft das Novachord meist zusammen mit dem Solovox, einer Emulation eines verwandten monophonen Instruments von 1940, das oft als Zusatz-Keyboard für Klaviere genutzt wurde.

Warum ist das besonders?

Das Novachord hat einen sehr speziellen "Lofi-Retro-Charme". Da es lange vor der Erfindung moderner Transistor-Synthesizer gebaut wurde, klingt es oft melancholisch, orchestral und organisch. Es wird heute gerne für Soundtracks, Ambient-Musik oder Produktionen verwendet, die eine mysteriöse oder historische Atmosphäre benötigen.

Firma: Cherry Audio