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Waves - Q-Clone

Q Clone

Das Waves Q-Clone ist eines der ungewöhnlichsten und zugleich nützlichsten Werkzeuge im Waves-Katalog. Es ist kein klassischer Equalizer, sondern ein Hardware-Emulations-System.

Die Grundidee: Mit Q-Clone kannst du den Klang deiner eigenen analogen Hardware-Equalizer (oder anderer EQs) „klonen“ und als Plugin direkt in deiner DAW verwenden – und das in Echtzeit.

Wie funktioniert das Prinzip?

Q-Clone besteht aus zwei Komponenten: dem Q-Capture (einem Plugin, das ein Testsignal sendet) und dem Q-Clone (dem Plugin, das den Sound empfängt).

  1. Der Kreislauf: Du schickst ein Signal aus deiner DAW über dein Interface in deinen analogen EQ.
  2. Die Analyse: Das Signal fließt vom EQ zurück in dein Interface zum Q-Capture Plugin.
  3. Das Klonen: Q-Capture analysiert permanent den Frequenzgang deiner Hardware.
  4. Die Anwendung: Das Q-Clone Plugin überträgt diese exakte Filterkurve auf die Spur, auf der es geladen ist.

Wenn du nun an den echten Knöpfen deiner Hardware drehst, verändert sich die Kurve im Plugin in Echtzeit mit.

Warum sollte man Q-Clone nutzen?

  • Hardware-Sound auf vielen Spuren: Wenn du nur einen einzigen teuren Boutique-EQ (z. B. einen echten Pultec oder Neve) besitzt, kannst du ihn normalerweise nur auf einer Spur nutzen. Mit Q-Clone „fotografierst“ du die Einstellung und kannst das Plugin dann auf beliebig vielen Spuren verwenden.
  • Recall-Probleme lösen: Analoge Hardware hat keine „Save“-Taste. Mit Q-Clone speicherst du den exakten Klang deiner Hardware-Einstellung einfach in deinem DAW-Projekt ab.
  • Workflow: Du arbeitest mit der Haptik echter Regler, hast aber den Komfort eines Plugins.

Die Besonderheit: Nur der Frequenzgang

Es ist wichtig zu verstehen, dass Q-Clone primär den Frequenzgang (die EQ-Kurve) klont. Es ist kein vollständiger Profiler (wie etwa ein Kemper).

  • Was geklont wird: Die exakte Boost- und Cut-Kurve sowie die Phasenlage.
  • Was NICHT geklont wird: Harmonische Verzerrungen (Saturation) oder dynamisches Verhalten der Hardware. Es ist eine lineare Abbildung des EQs.

Typische Einsatzgebiete

  1. Mixing mit High-End Gear: Du nutzt deinen besten Hardware-EQ für die Vocals, „frierst“ die Einstellung mit Q-Clone ein und nutzt denselben EQ danach für die Snare-Drum.
  2. EQ-Library erstellen: Du kannst dir eigene Presets deiner Lieblings-Hardware erstellen (z. B. „Mein Bass-Boost“), die du jederzeit laden kannst, auch wenn die Hardware gerade nicht verkabelt ist.
  3. Klonen von Software-EQs: Manche nutzen es sogar, um komplexe Kurven von anderen Plugins zu kopieren, um CPU-Leistung zu sparen oder die Bedienung zu vereinfachen.

Profi-Tipp: Den "Sweet Spot" einfangen

Da Q-Clone nur den Frequenzgang kopiert, kannst du den Charakter deiner Hardware maximieren, indem du sie mit einem Sättigungs-Plugin kombinierst. Nutze Q-Clone für die präzise Kurve deiner Hardware und schalte ein Plugin wie Waves NLS oder Kramer HLS davor, um die fehlende analoge Wärme (Verzerrung) hinzuzufügen.

Kurzanleitung für das Setup

  • Erstelle eine Spur mit dem Q-Capture Plugin.
  • Route den Ausgang dieser Spur zu einem physischen Ausgang deines Interfaces (der mit dem Input deiner Hardware verbunden ist).
  • Verbinde den Ausgang deiner Hardware mit einem Eingang deines Interfaces.
  • Wähle diesen Eingang im Q-Capture Plugin aus.
  • Lade Q-Clone auf die Spur, die du bearbeiten möchtest, und klicke auf "Hold" oder nutze den Live-Modus.

Firma: Waves

Waves - Q-Clone