Musik-Instrumente von Korg

Beste Sounds aus alten Tagen, neu aufgelebt als Studio-Software

KORG - M1

KORG M1

Der KORG M1 (erschienen 1988) ist nicht einfach nur ein Synthesizer – er ist das Instrument, das den Begriff der „Music Workstation“ definierte. Er löste den Yamaha DX7 als König der Studios ab und wurde zum meistverkauften Synthesizer seiner Zeit.

Wenn du einen Song aus den späten 80ern oder frühen 90ern hörst, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass ein M1 im Spiel war.

1. Das Konzept: Alles in einer Box

Vor dem M1 brauchte man einen Synthesizer, einen Sampler, einen Sequenzer und externe Effektgeräte. Der M1 brachte das alles zusammen:

  • AI-Synthese (Advanced Integrated): Er nutzt 4 MB an hochauflösenden 16-Bit-Samples als Basis für die Klangerzeugung.
  • 8-Spur-Sequenzer: Man konnte ganze Songs direkt im Gerät komponieren.
  • Digitale Effekte: Er hatte zwei unabhängige Multieffekt-Prozessoren an Bord, was damals eine Sensation war.

2. Die ikonischen Sounds (Presets)

Der M1 ist berühmt für Sounds, die ganze Genres geprägt haben:

  • M1 Piano (16' Piano): Das wohl bekannteste Digitalpiano der Welt. Es hat einen harten, perkussiven Anschlag und definierte den Sound von House und Eurodance.
  • Universe: Ein atmosphärischer Pad-Sound mit "Choir"-Elementen, der in unzähligen Soundtracks und Ambient-Stücken auftaucht.
  • Organ 2: Der Standard-Bass-Sound für 90er House-Tracks (z. B. Robin S. - „Show Me Love“).
  • Lore: Ein Ethno-Flöten-Sound, der zum Markenzeichen von New Age und Weltmusik wurde.

3. Bedienung und Design

  • Das Display: Für die damalige Zeit war das hintergrundbeleuchtete LCD-Display sehr fortschrittlich und ermöglichte das Navigieren durch die komplexen Menüs.
  • Der Joystick: Korgs typischer Joystick für Pitch-Bend und Modulation erlaubte sehr expressive Soli.
  • Verarbeitung: Das Gehäuse war extrem robust und auf den harten Tour-Alltag ausgelegt.

4. Warum der M1 die Welt veränderte

Der M1 markierte den endgültigen Übergang von der analogen Klangschrauberei hin zum Sample-basierten Komponieren. Musiker schätzten es, sofort realistische Instrumente (Bläser, Klaviere, Drums) zur Verfügung zu haben, die "fertig" klangen.

Technische Highlights

Feature Spezifikation
Synthese AI (Advanced Integrated) Synthesis System
Polyphonie 16 Stimmen
Multitimbralität 8-fach (8 verschiedene Sounds gleichzeitig)
Wellenform-Speicher 4 MB (PCM-Samples)
Effekte 2 digitale Multieffekt-Prozessoren (33 Typen)
Tastatur 61 Tasten mit Anschlagdynamik und Aftertouch

Der M1 heute

Obwohl die Hardware heute über 35 Jahre alt ist, lebt der Sound weiter:

  1. Software: Die Korg Collection M1 ist eine exzellente Emulation, die alle originalen Erweiterungskarten (PCM-Cards) enthält.
  2. iM1 für iPad: Eine sehr beliebte App, die den M1 mobil macht.
  3. Gebrauchtmarkt: Originalgeräte sind immer noch sehr gefragt, allerdings sollte man hier auf das Display (Hintergrundbeleuchtung lässt nach) und die internen Taster achten.

Firma: Korg


KORG - M1