
Der Roland SH-2, veröffentlicht im Jahr 1979, ist ein echtes Kraftpaket unter den kompakten analogen Monosynthesizern. Er kam zur gleichen Zeit wie der Roland Jupiter-4 und der Promars auf den Markt und gilt bis heute als einer der am besten klingenden Bass-Synthesizer, die Roland je gebaut hat.
Während der bekanntere SH-101 oft für seine schnellen, perkussiven Sounds geliebt wird, ist der SH-2 die erste Wahl für alle, die maximale analoge Wärme und Tiefe suchen.
1. Das Konzept: Zwei Oszillatoren für massiven Druck
Der größte Unterschied zu vielen anderen Synthesizern der SH-Serie (wie dem SH-09 oder SH-101) ist die Ausstattung mit zwei echten VCOs (Voltage Controlled Oscillators):
- Fette Schwebungen: Durch die zwei Oszillatoren kannst du den Sound leicht gegeneinander verstimmen (Detune). Das Ergebnis ist ein extrem breiter, lebendiger Klang, der fast schon organisch wirkt.
- Sub-Oszillator: Zusätzlich zu den zwei VCOs gibt es einen Sub-Oszillator auf VCO 1. Das bedeutet, du hast insgesamt drei Klangquellen in den tiefen Frequenzen – ein Garant für Bässe, die den Boden zum Beben bringen.
- Diskrete Bauweise: Da er vor der Ära der hochintegrierten Chips gebaut wurde, klingt der SH-2 sehr "roh" und "vintage". Er hat eine Sättigung in den tieferen Mitten, die moderne digitale Emulationen nur schwer einfangen können.
2. Das legendäre Roland-Filter
Der SH-2 verwendet die klassische Roland-Kaskaden-Filter-Schaltung.
- Resonanz: Das Filter klingt extrem musikalisch. Selbst bei hoher Resonanz behält der Bass seinen Druck, während die Spitzen anfangen, seidig zu zwitschern.
- Vielseitigkeit: Er kann "cremig" und weich klingen wie ein alter Moog, aber auch diesen typisch japanischen, präzisen Roland-Charakter annehmen.
3. Einfachheit als Stärke
Das Layout des SH-2 ist absolut logisch und direkt. Es gibt keine versteckten Menüs oder komplexen Modulations-Matrixen. Jeder Regler macht genau das, was man erwartet. Das macht ihn zu einem idealen Instrument für intuitives Sounddesign während der Performance.
Technische Übersicht
| Feature | Details |
| Synthese-Typ | Analog subtraktiv (VCO) |
| Stimmführung | Monophon |
| Oszillatoren | 2 VCOs + Sub-Oszillator |
| Filter | 24dB Low Pass (Resonanzfähig) |
| Eingänge | Externer Audio-Eingang (man kann andere Sounds durch das Filter jagen) |
| Bauzeit | 1979 - 1981 |
Warum ist der SH-2 ein Klassiker?
- Die Bass-Referenz: In der Welt der analogen Puristen wird der SH-2 oft dem SH-101 vorgezogen, wenn es um reinen "Weight" und Tiefe geht. Er klingt einfach "teurer" und massiver.
- Externer Input: Man kann externe Signale (z. B. eine Drum-Machine) durch das fantastische Filter und den VCA schicken, was ihn auch als Effektgerät im Studio wertvoll macht.
- Wertbeständigkeit: Da er seltener ist als ein Juno oder SH-101, ist er ein begehrtes Sammlerstück, das seinen Wert über die Jahrzehnte stabil gehalten hat.
Moderne Versionen:
Wie bei vielen Klassikern bietet Roland auch hier eine Plug-Out-Version in der Roland Cloud an. Diese Emulation ist verblüffend nah am Original und lässt sich nahtlos in den System-1 oder System-8 Synthesizer laden.
Firma: Roland Music

