Musik-Instrumente von Korg

Beste Sounds aus alten Tagen, neu aufgelebt als Studio-Software

EMO F2

Das Waves eMo F2 ist ein extrem fokussiertes Werkzeug aus der eMo-Serie. Während das eMo D5 ein komplexes Dynamik-Monster ist, konzentriert sich das F2 auf eine einzige, fundamentale Aufgabe: Präzises Filtern.

Es ist ein optimierter Hochpass- (HPF) und Tiefpass-Filter (LPF), der für maximale Klarheit und Effizienz entwickelt wurde.

Die Kernmerkmale

  • Zwei Filter in einem: Du hast einen High-Pass (um tieffrequentes Rumpeln zu entfernen) und einen Low-Pass (um unnötige Höhen oder Rauschen zu kappen) in einem Interface.
  • Zero Latency: Wie die gesamte eMo-Reihe arbeitet das F2 ohne jegliche Verzögerung. Das macht es perfekt für das Live-Mixing oder für das Einspielen in Echtzeit.
  • Extreme Steilheit: Die Filterflanken können sehr steil eingestellt werden (bis zu 18 dB pro Oktave). Das erlaubt es dir, sehr chirurgisch vorzugehen, ohne benachbarte Frequenzen zu stark zu beeinflussen.
  • CPU-Schonend: Es verbraucht so gut wie keine Rechenleistung. Du kannst es als Standard-Plugin in jeden Kanal deines Mixes laden, um die Spuren "aufzuräumen".

Warum sollte man ein extra Plugin für Filter nutzen?

Die meisten EQs haben eingebaute Filter, aber das eMo F2 bietet handfeste Vorteile:

  1. Workflow: Das Interface ist so groß und klar gestaltet, dass du die Eckfrequenzen extrem schnell einstellen kannst. Ein kurzer Blick auf das Display genügt, um zu sehen, wo das Signal beschnitten wird.
  2. Klangneutralität: Es ist ein absolut transparenter, digitaler Filter. Er fügt keine Färbung, keine Phasenprobleme (im hörbaren Bereich) und keine Sättigung hinzu. Er macht einfach nur "sauber".
  3. Resonanz-Vermeidung: Im Gegensatz zu manchen Vintage-EQ-Emulationen, die an der Grenzfrequenz eine leichte Anhebung (Resonanz) erzeugen, bleibt das eMo F2 vollkommen flach, sofern du keine Resonanz manuell hinzufügst.

Ideale Einsatzgebiete

  • Mix-Vorbereitung: Nutze den High-Pass, um auf allen Spuren (außer Kick und Bass) den unnötigen Mulm unterhalb von $80$-$100$ Hz zu entfernen. Das schafft sofort Platz und Transparenz im Mix.
  • Live-Sound: Durch die Latenzfreiheit ist es das Standard-Filter-Tool in der Waves eMotion LV1 Live-Konsole.
  • Sound Design: Mit den Filtern lassen sich sehr schnell "Telefon-Effekte" oder "Unterwasser-Sounds" kreieren, indem man High- und Low-Pass eng zusammenrückt.

Fazit

Das eMo F2 ist kein kreativer "Vibe-Effekt", sondern ein hochpräzises Skalpell. Es ist für alle gedacht, die einen aufgeräumten Mix wollen, ohne ihren Computer zu belasten oder Latenzprobleme zu riskieren.

Firma: Waves


API 560

Das Waves API 560 ist die Emulation eines der markantesten Grafik-Equalizer der Welt. Ursprünglich für die API-Konsolen der 1960er und 70er Jahre entwickelt, wurde dieser 10-Band-EQ konzipiert, um Aufgaben zu bewältigen, die mit herkömmlichen parametrischen EQs schwierig waren.

Sein Layout mit Schiebereglern macht ihn intuitiv, schnell und klanglich extrem präzise.

1. Das Konzept: Grafik-EQ mit Charakter

Im Gegensatz zu einem parametrischen EQ, bei dem du Frequenz und Güte ($Q$) frei wählst, bietet der API 560 feste Frequenzen in Oktav-Abständen:

  • Frequenzen: 31 Hz, 63 Hz, 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz, 4 kHz, 8 kHz, 16 kHz.
  • Hub: Jeder Regler erlaubt eine Anhebung oder Absenkung von bis zu 12 dB.

2. Das Proportional Q-Design

Genau wie der API 550 nutzt auch der 560 das patentierte Proportional Q. Das bedeutet:

  • Bei geringfügigen Korrekturen ist die Filterkurve breit und sanft.
  • Je weiter du den Regler schiebst, desto schmaler wird die Filterkurve.

Dies ermöglicht es dir, mit demselben Regler sowohl sanfte tonale Anpassungen als auch chirurgische Korrekturen (wie das Entfernen einer störenden Resonanz) vorzunehmen, ohne die benachbarten Frequenzen zu stark zu beeinflussen.

3. Klangcharakter und Dynamik

Der API 560 ist berühmt für seinen "Hard-Hitting"-Sound.

  • Unglaublicher Headroom: Dank der Modellierung der 2520 Op-Amps bleibt der Sound auch bei extremen Boosts stabil und druckvoll.
  • Transienten-Fokus: Er neigt dazu, den Anschlag (Attack) von Instrumenten zu betonen, anstatt ihn zu verschleiern.
  • Analoger Vibe: Der "Analog"-Schalter fügt die typische harmonische Verzerrung der Hardware hinzu, was besonders digitalen Spuren mehr "Greifbarkeit" verleiht.

4. Features im Überblick

Feature Nutzen
10-Band-Layout Sofortige visuelle Rückmeldung über die EQ-Kurve.
Oktav-Abstände Deckt das gesamte menschliche Gehörspektrum musikalisch ab.
Trim-Regler Erlaubt es, den Ausgangspegel nach starken Anhebungen anzupassen, um Clipping zu vermeiden.
Analog Mode Schaltet die Simulation der originalen Hardware-Schaltkreise ein/aus.

Einsatzbereiche

  • Drums (Kick & Snare): Der API 560 ist ein Favorit für Kick-Drums. Man kann bei 125 Hz den "Bauch" betonen und gleichzeitig bei 500 Hz den "Matsch" herausziehen.
  • Elektrische Gitarren: Ideal, um die Mitten (1 kHz - 4 kHz) exakt so zu formen, dass die Gitarre im Mix "beißt", ohne die Vocals zu verdecken.
  • Akustische Instrumente: Perfekt, um bei Aufnahmen mit wenig High-End bei 16 kHz seidige Höhen hinzuzufügen.
  • Bass: Hilft dabei, die Definition bei 1 kHz oder 2 kHz herauszuarbeiten, damit der Bass auch auf kleinen Lautsprechern hörbar bleibt.

Fazit: Der Waves API 560 ist ein "Workflow-Monster". Durch das grafische Interface siehst du sofort, was du tust, und das Proportional Q sorgt dafür, dass es fast immer musikalisch klingt – egal wie aggressiv du die Regler bewegst. Er ist die perfekte Ergänzung zum API 550, wenn man mehr Bänder und eine direktere Kontrolle benötigt.

Firma: Waves


A
API 550AB

Das Waves API 550 Plugin (bestehend aus dem 550A und dem 550B) ist die Emulation eines der legendärsten Equalizer-Designs der Musikgeschichte. Ursprünglich in den späten 60er Jahren von Saul Walker entworfen, prägt dieser EQ mit seinem einzigartigen "Proportional Q"-Design bis heute den Sound amerikanischer Rock- und Pop-Produktionen.

Waves liefert in diesem Bundle zwei Versionen, die auf derselben Schaltung basieren, sich aber in ihrer Flexibilität unterscheiden:

1. 550A vs. 550B: Die Unterschiede

  • API 550A: Der Klassiker. Er bietet 3 Bänder, wobei jedes Band zwischen 5 festen Frequenzpunkten wählen kann. Das Hoch- und Tieftonband kann zudem zwischen Shelf (Kuhschwanz) und Bell (Glocke) umgeschaltet werden. Zusätzlich gibt es einen schaltbaren Bandpass-Filter.
  • API 550B: Die erweiterte Version. Er bietet 4 Bänder, die sich klanglich überlappen. Jedes Band hat 7 Frequenzpunkte. Dies macht ihn zum "Problemlöser", wenn man chirurgischer eingreifen muss, ohne auf den API-Sound zu verzichten.

2. Das "Proportional Q"-Prinzip

Dies ist das wichtigste technische Merkmal des API 550. Bei den meisten EQs bleibt die Filtergüte ($Q$) gleich, egal wie stark man anhebt oder absenkt. Beim API verhält es sich anders:

  • Bei geringen Änderungen (z. B. $+2$ dB) ist die Filterkurve sehr breit und sanft.
  • Je stärker man den Gain aufdreht (bis zu $+12$ dB), desto schmaler und gezielter wird die Kurve.

Dies verhindert, dass der Sound bei extremen Einstellungen "phasig" oder matschig wird. Es erlaubt musikalische Formung bei kleinen Werten und präzise Korrekturen bei hohen Werten.

3. Der Klangcharakter

Der API 550 wird oft als "punchy" und "musikalisch" beschrieben.

  • Transienten-Treue: Er bewahrt den "Knall" von Drums und die Attack von Gitarren besser als viele andere EQs.
  • Analoge Sättigung: Wie alle Plugins der API-Serie von Waves verfügt er über einen Analog-Schalter. Wenn dieser aktiviert ist, werden die harmonischen Verzerrungen und das Rauschen der originalen 2520 Op-Amps simuliert, was dem Signal mehr Dichte verleiht.
  • Feste Frequenzschritte: Anstatt stufenloser Regler gibt es nur feste Klicks (z. B. $1.5, 3, 5, 7, 10, 15$ kHz). Das zwingt dich dazu, mit den Ohren zu entscheiden, anstatt auf Zahlen zu starren, und sorgt für schnelle Ergebnisse.

4. Features im Überblick

Feature Beschreibung
Bands 3 (beim 550A) oder 4 (beim 550B) überlappende Bänder.
Filter Types Bell oder Shelf für die äußeren Bänder.
Headroom Dank der Modellierung der Hardware verträgt der EQ auch "heiße" Signale sehr gut.
Polarity Phasenumkehrschalter direkt im Interface integriert.


API 550B

Einsatzbereiche

  • Snare & Kick: Hier ist er fast unschlagbar, um den "Smack" bei 3-5 kHz herauszuarbeiten oder den Bauch bei 100 Hz zu betonen.
  • Elektrische Gitarren: Der API 550 hat eine besondere Art, die Mitten von Gitarren präsent und aggressiv zu machen, ohne dass sie im Ohr "beißen".
  • Vocals: Ideal, um einer Stimme mit dem High-Shelf (z. B. bei 10 oder 12 kHz) einen klaren, teuren Glanz zu verleihen.

Zusammenfassend: Der API 550 ist kein chirurgisches Werkzeug für das Entfernen winziger Störfrequenzen – dafür gibt es digitale EQs. Er ist ein Klangformer, der Instrumente im Mix nach vorne bringt und ihnen Charakter und Energie verleiht.

Firma: Waves


Buss
NLS Buss

Das Waves NLS Non-Linear Summer ist ein Plugin, das den Klang und das Verhalten von drei legendären analogen Mischpulten emuliert. Es wurde entwickelt, um die „digitale Sterilität“ zu durchbrechen, indem es die subtilen Verzerrungen, harmonischen Obertöne und das Übersprechen (Crosstalk) hinzufügt, die entstehen, wenn man Signale durch eine echte Konsole schickt.

Waves hat hierfür drei spezifische Konsolen von drei weltberühmten Produzenten akribisch gesampelt:

  1. „Spike“ (SSL 4000G): Basierend auf Mark „Spike“ Stents Solid State Logic Konsole. Bekannt für einen sauberen, druckvollen und modernen Sound.
  2. „Mike“ (EMI TG12345): Basierend auf Mike Hedges’ seltener Vintage-Konsole (berühmt durch die Abbey Road Studios). Dieser Modus klingt sehr warm, satt und fast schon „cremig“.
  3. „Nevo“ (Neve 8068): Basierend auf Yoad Nevos Custom-Konsole. Sie liefert den klassischen, fetten britischen Sound mit viel Gewicht in den unteren Mitten.

NLS Channel

Das System: NLS Channel & NLS Buss

Das Plugin besteht aus zwei Komponenten, die im Team arbeiten:

  • NLS Channel: Diesen legst du auf jede einzelne Spur deines Mixes. Er emuliert den individuellen Kanalzug der Konsole. Das Besondere: Jede Instanz klingt minimal anders (wie bei einem echten Pult, wo kein Kanal exakt wie der andere ist).
  • NLS Buss: Diesen legst du auf deine Gruppenbusse oder den Master-Bus. Er simuliert das Zusammenführen (Summieren) der Signale und fügt die abschließende Sättigung und den „Glue“-Effekt hinzu.

Die wichtigsten Funktionen

  • Drive: Regelt die Menge der harmonischen Verzerrung. Bei niedrigen Werten ist es subtile Wärme, bei hohen Werten wird es ein hörbarer analoger Crunch.
  • VCA Groups: Du kannst verschiedene Kanäle einer VCA-Gruppe zuweisen. So kannst du z. B. alle Drums gleichzeitig über ein einziges NLS-Buss-Fenster steuern (Drive, Trim etc.).
  • Mic: Simuliert den Preamp-Eingang der Konsole. Wenn dieser aktiviert ist, reagiert der Drive-Regler noch aggressiver.
  • Dual Mode: Ermöglicht es, die harmonische Verzerrung zu erhöhen, ohne die Lautstärke des Signals massiv zu verändern.

Warum sollte man NLS nutzen?

In einer DAW ist die Summierung ($1 + 1 = 2$) mathematisch perfekt. In einer analogen Konsole ist sie unvollkommen – und genau das empfinden wir als „musikalisch“. Das NLS fügt diese Unvollkommenheit hinzu:

  • Tiefe und Breite: Der Mix wirkt oft weniger flach und bekommt eine dreidimensionale Qualität.
  • Verschmelzung (Glue): Instrumente klingen weniger wie separat aufeinandergestapelte Samples und mehr wie eine zusammengehörige Band.
  • Charakter: Du kannst deinem Mix eine bestimmte „Farbe“ geben (z. B. den dunklen EMI-Vibe oder den aggressiven SSL-Punch).

Profi-Tipp: Die VCA-Magie

Nutze die VCA-Gruppierung intensiv! Weise alle Gesangsspuren der Gruppe 1 und alle Gitarren der Gruppe 2 zu. Wenn du im Refrain merkst, dass die Gitarren mehr "Dreck" brauchen, musst du nicht jedes Plugin einzeln öffnen. Drehe einfach den Drive am NLS Buss für Gruppe 2 hoch, und alle Instanzen auf den Gitarrenspuren reagieren sofort mit.

Wichtig: Da das NLS das Rauschen der Originalkonsolen emuliert, kann sich dieses bei vielen Instanzen aufsummieren. Du kannst das Rauschen (Noise) im Plugin jederzeit global oder pro Instanz leiser drehen oder ganz abschalten.

Firma: Waves