Musik-Instrumente von Korg

Beste Sounds aus alten Tagen, neu aufgelebt als Studio-Software

GW ToneCentric

Das Waves Greg Wells ToneCentric ist das „Vibe“-Tool der Greg Wells Serie. Im Gegensatz zu MixCentric (das den gesamten Mix poliert) oder PianoCentric (das ein Instrument formt), geht es hier rein um harmonische Sättigung und den Klangcharakter hochwertiger analoger Hardware.

Greg Wells hat dieses Plugin entwickelt, um die klangliche Tiefe und das „Gewicht“ zu reproduzieren, das entsteht, wenn ein Signal durch erstklassige Röhren-Pulte, Transformatoren und Bandmaschinen läuft.

Was macht ToneCentric mit dem Sound?

Das Plugin fügt harmonische Obertöne hinzu. In der digitalen Welt klingen Signale oft „flach“ oder „zweidimensional“. ToneCentric bewirkt Folgendes:

  • Tiefe: Der Sound wirkt dreidimensionaler und rückt etwas greifbarer nach vorne.
  • Wärme: Spitze Höhen werden leicht abgerundet und die Mitten werden „cremiger“.
  • Glue (Zusammenhalt): Es hilft dabei, verschiedene Spuren so wirken zu lassen, als wären sie im selben Raum auf demselben Equipment aufgenommen worden.

Die Bedienung: Pure Einfachheit

Wie bei der gesamten Serie gibt es nur einen zentralen Regler:

  • Der Hauptregler: * In niedrigen Einstellungen (bis ca. 30%) ist der Effekt extrem subtil – man „fühlt“ ihn eher, als dass man ihn hört. Ideal für den Master-Bus.
    • In mittleren Einstellungen (40–70%) bekommt der Sound einen deutlichen analogen Stempel.
    • In hohen Einstellungen (über 80%) kann es zu einer hörbaren, musikalischen Verzerrung kommen, die besonders auf Drums oder Vocals hervorragend klingt.
  • Sensitivity-Anzeige: Auch hier ist es wichtig, den Input so zu pegeln, dass die LED im gelben Bereich bleibt, um die interne Sättigung optimal zu nutzen.

Wo setzt man es am besten ein?

  1. Vocals: Um einer digitalen, klinisch sauberen Aufnahme mehr „Eier“ und Vintage-Charakter zu verleihen.
  2. Drums: Es macht die Transienten der Snare oder der Kick etwas weicher und sorgt für einen fetteren, gesättigten Sound.
  3. Synthesizer: Digitale VST-Synths profitieren massiv davon, da sie durch ToneCentric weniger nach „Software“ und mehr nach Hardware klingen.
  4. Master-Bus: Ein kleiner Hauch von ToneCentric (ca. 10–20%) am Ende der Kette kann Wunder wirken, um den Mix „teurer“ klingen zu lassen.

Der Unterschied zu anderen Sättigungs-Plugins

Im Vergleich zu Plugins wie Waves Kramer MPX (Tape) oder Abbey Road Saturator ist ToneCentric deutlich einfacher zu bedienen. Es gibt keine komplizierten Parameter für Bias, Wow oder Flutter. Es ist ein „Set-and-forget“-Tool: Du drehst, bis es gut klingt, und machst weiter mit deinem Mix.

Tipp: Wenn du einen Mix hast, der sich „dünn“ anfühlt, versuche nicht, alles mit dem EQ lauter zu machen. Lege stattdessen ToneCentric auf die wichtigsten Gruppen (Drums, Musik, Vocals). Die zusätzliche harmonische Energie füllt die Lücken im Frequenzspektrum oft besser als ein EQ.

Firma: Waves


Abbey Road Saturator

Der Waves Abbey Road Saturator ist ein mächtiges Tool für harmonische Verzerrung und Sättigung. Während viele Saturator-Plugins lediglich versuchen, eine einzelne Röhre oder einen Transistor nachzuahmen, emuliert dieses Plugin die gesamte EMI TG12321 Kette – eine spezialisierte Hardware, die in den Abbey Road Studios als "Compander" (Compressor/Expander) genutzt wurde, um Signale vor dem Aufnehmen auf Band extrem heiß anzufahren.

Hier ist die Aufschlüsselung der Sättigungs-Engine:

1. Die zwei Sättigungs-Pfade

Das Plugin bietet zwei völlig unterschiedliche Klangcharaktere, basierend auf den internen Schaltkreisen der Abbey Road Konsolen:

  • REDD (Tube): Emuliert die Vakuumröhren der legendären REDD-Konsolen. Der Klang ist warm, voll und neigt dazu, die Mitten und Bässe auf eine sehr musikalische Weise "anzudicken".
  • TG (Solid State): Emuliert die Transistorschaltkreise der TG12345 Konsole. Dieser Pfad ist aggressiver, hat ein schnelleres Ansprechverhalten und klingt oft etwas bissiger und moderner.

2. Der "Compander" Effekt (TG12321)

Das eigentliche Geheimnis des Plugins liegt im Exciter-Bereich. Die EMI-Ingenieure nutzten den TG12321, um hohe Frequenzen vor der Aufnahme massiv anzuheben und zu komprimieren.

  • Dadurch werden Obertöne erzeugt, die ein Signal "durchsetzungsfähig" machen, ohne dass man einen EQ benutzen muss.
  • Es bringt Leben in stumpfe Aufnahmen und lässt Instrumente im Mix nach vorne rücken.

3. Frequenzselektive Sättigung

Ein herausragendes Merkmal ist die Möglichkeit, die Sättigung nur auf bestimmte Frequenzbereiche anzuwenden:

  • Crossover-Frequenzen: Du kannst genau einstellen, ob du nur die Bässe (für mehr Gewicht) oder nur die Höhen (für mehr Glanz/Air) sättigen willst.
  • Emphasis/De-Emphasis: Mit den integrierten EQ-Reglern kannst du das Signal vor der Sättigungsstufe formen. Wenn du die Höhen anhebst, werden diese stärker verzerrt. Das Plugin gleicht die Lautstärke danach automatisch wieder aus.

4. Die Kontrollen im Überblick

Regler Funktion
Gain / Drive Bestimmt, wie hart der interne Schaltkreis angefahren wird.
Compander Aktiviert die Emulation der TG12321-Einheit für zusätzliche Obertöne.
Mix Knob Erlaubt parallele Sättigung – perfekt, um den Punch des Originalsignals zu erhalten.
M/S Processing Ermöglicht es, nur die Mitte (Mid) oder nur die Seiten (Side) zu sättigen, um die Stereobreite zu kontrollieren.

Anwendungsbeispiele

  • Drums: Auf dem Drum-Bus im "TG"-Modus sorgt der Saturator für Aggressivität und lässt die Snare richtig knallen.
  • Vocals: Im "REDD"-Modus und mit leichtem Compander-Einsatz erhalten Stimmen diesen typischen "Radio-Glanz" und klingen präsenter.
  • Bass: Hier hilft die Röhrenemulation (REDD), um den Bass auch auf kleinen Lautsprechern hörbar zu machen, ohne die Dynamik komplett zu zerstören.

Zusammenfassend: Der Abbey Road Saturator ist kein "Lo-Fi" Verzerrer, sondern ein Präzisionswerkzeug, um digitalen Signalen die analoge Komplexität und Dichte zu verleihen, für die die Abbey Road Aufnahmen der 60er und 70er Jahre berühmt sind.

Firma: Waves


tg12345

Der Waves EMI TG12345 ist eine akribische Emulation der ersten Solid-State-Konsole von EMI, die Ende der 60er Jahre in den legendären Abbey Road Studios installiert wurde. Dieses Pult prägte den Sound von Meisterwerken wie den Beatles-Alben Abbey Road und Pink Floyds The Dark Side of the Moon.

Während die Eddie-Kramer-Serie den US-amerikanischen/britischen Rock-Vibe einfängt, bringt dieses Plugin den unverwechselbaren, edlen und oft als "smooth" beschriebenen Londoner Abbey-Road-Sound in deine DAW.

Das Besondere am TG12345

Das Plugin ist ein vollständiger Channel Strip, der drei wesentliche Sektionen in sich vereint:

1. Die EQ-Sektion

Der EQ ist berühmt für seine musikalischen Kurven. Er ist nicht chirurgisch, sondern dient dem "Shaping" des Sounds:

  • Presence: Ein Glocken-Filter für die Mitten, der Instrumente und Stimmen im Mix nach vorne holt, ohne sie scharf klingen zu lassen.
  • Bass: Ein fester Low-Shelf-Filter, der ein massives, aber kontrolliertes Fundament bietet.

2. Die Compressor/Limiter-Sektion

Dies ist das Herzstück des Plugins. Der originale TG-Kompressor arbeitet völlig anders als ein Standard-VCA- oder FET-Kompressor:

  • Er basiert auf einem Zener-Dioden-Design, das für eine sehr charakteristische, angenehme harmonische Verzerrung sorgt.
  • Er hat eine eingebaute Fix-Ratio, was ihn extrem einfach in der Bedienung macht. Man regelt im Grunde nur, wie hart man das Signal in den Kompressor schickt.

3. Der Drive-Regler (Input-Sektion)

Hier kannst du die Vorverstärker des Pults emulieren. Wenn du den Drive aufdrehst, erhältst du diese reiche, analoge Sättigung, die digitale Aufnahmen sofort "teurer" und organischer klingen lässt.

Einzigartige Features

  • Spread: Dies ist ein Regler für das Stereo-Image. Er kann ein Stereo-Signal entweder extrem weit machen oder (bei negativen Werten) die Mitte betonen. Ideal für Piano oder Stereo-Gitarren.
  • Phase-Korrektur: Wie beim Original gibt es Schalter für die Phase und das Routing.
  • Noise & Hum: Du kannst das authentische Rauschen und Brummen der Originalkonsole hinzufügen, wenn du den absoluten Vintage-Realismus suchst.

Ideale Einsatzgebiete

  • Drums: Er verleiht dem Drum-Bus diesen druckvollen, "verschweißten" Sound der 70er Jahre.
  • Vocals: Die Presence-Sektion ist legendär, um Stimmen diesen seidigen Abbey-Road-Glanz zu verleihen.
  • Mix-Bus: Viele nutzen das Plugin dezent auf der Summe, um den gesamten Mix durch die analoge Sättigung und den Limiter zusammenzuhalten.

Fazit

Der EMI TG12345 ist kein Plugin für transparente Bearbeitung. Er ist ein Klangfärber. Er fügt jedem Signal eine Textur hinzu, die nach klassischer Schallplatte und hochwertiger analoger Technik klingt.

Firma: Waves


ssl g channel

Das Waves SSL G-Channel emuliert den Kanalzug der legendären SSL 4000 G-Serie, die Ende der 80er Jahre auf den Markt kam. Während der E-Channel (der Vorgänger) für seinen aggressiven "Biss" bekannt ist, bietet der G-Channel einen etwas raffinierteren, "teureren" Klangcharakter.

In professionellen Studios wird der G-Channel oft dann gewählt, wenn man die Power und den Workflow von SSL will, aber eine etwas musikalischere Bearbeitung benötigt.

Die Unterschiede zum E-Channel

Obwohl die Oberfläche fast identisch aussieht, gibt es im Inneren entscheidende Unterschiede in der Filter- und Dynamik-Charakteristik:

1. Die EQ-Sektion

Der G-Channel EQ basiert auf dem ursprünglichen G-Series-Design (oft mit den "Pink Knobs"):

  • Proportional Q: Bei den mittleren Bändern ändert sich die Güte (Q) automatisch mit dem Gain. Je mehr du anhebst oder absenkst, desto schmaler und präziser wird die Kurve. Das macht den EQ extrem intuitiv.
  • Pre-Boost Dip: Die Shelving-Filter erzeugen vor dem eigentlichen Boost eine minimale Absenkung (und umgekehrt). Das führt zu einer sehr musikalischen Trennung der Frequenzen und verhindert "Matsch".

2. Die Dynamics-Sektion

Der Kompressor der G-Serie verhält sich etwas anders als der des E-Channels:

  • Er nutzt ein Auto-Release-Design, das ähnlich wie der berühmte SSL Bus Compressor arbeitet. Das macht ihn hervorragend geeignet, um komplexe Signale (wie Gruppen oder dynamische Instrumente) sanft, aber bestimmt zusammenzuhalten.

Warum sollte man den SSL G-Channel nutzen?

  • Dichte und Glue: Der G-Channel ist berühmt dafür, Spuren im Mix "festzunageln". Er sorgt für eine professionelle Kompaktheit, die man oft bei Radio-Produktionen hört.
  • Musikalische Klangformung: Während der E-Channel eher "chirurgisch-aggressiv" ist, fühlt sich der G-Channel beim Anheben von Frequenzen (besonders in den Höhen) seidiger an.
  • Der "Analoge" Workflow: Wie bei allen SSL-Plugins hast du alles – Gate, Expander, Kompressor und EQ – in einer vertikalen Kette. Das beschleunigt den Mix-Prozess massiv.

Typische Einsatzgebiete

  • Pianos und Keyboards: Hier glänzt der G-Channel durch seine musikalischen Kurven, die den natürlichen Klang bewahren, ihm aber Brillanz verleihen.
  • Akustische Gitarren: Ideal, um die Dynamik zu kontrollieren, ohne den Anschlag zu "töten".
  • Vocals: Wenn du eine Stimme willst, die seidig und präsent klingt, aber nicht so "nasal" oder hart wie beim E-Channel.
  • Mix-Bus / Sub-Gruppen: Viele Engineers nutzen den G-Channel auf Gruppen (z. B. Background-Vocals), um sie zu einer Einheit zu verschmelzen.

Profi-Tipp: Den EQ im Sidechain nutzen

Wie beim E-Channel kannst du den EQ per Knopfdruck (Dyn S-C) in den Sidechain des Kompressors schalten. Wenn du zum Beispiel die Tiefen im EQ anhebst, während dieser im Sidechain ist, wird der Kompressor stärker auf die Bass-Frequenzen reagieren. Das ist ein extrem mächtiges Tool, um z. B. eine Kick-Drum zu bändigen, ohne dass die gesamte Spur "pumpt".

Ein kleiner technischer Hinweis: Der G-Channel neigt dazu, das Signal etwas "breiter" und "größer" wirken zu lassen als der E-Channel. Wenn ein Instrument im Mix zu dünn wirkt, ist der G-Channel oft die bessere Wahl.

Firma: Waves