Musik-Instrumente von Korg

Beste Sounds aus alten Tagen, neu aufgelebt als Studio-Software

Arturia Rev PLATE 140

Das Arturia Rev PLATE-140 ist eine hochwertige Emulation des legendären EMT® 140, des weltweit ersten Plattenhall-Geräts. Bevor es digitale Algorithmen gab, nutzte man riesige, über zwei Meter lange Stahlplatten, um einen dichten, seidigen Hall zu erzeugen.

Dieser Hall gilt bis heute als der Goldstandard für Vocals und hat den Sound der 60er und 70er Jahre (von den Beatles bis Pink Floyd) maßgeblich geprägt.

Der Klangcharakter: „The Silkiness“

Ein Plate-Reverb klingt anders als ein Raum oder eine Feder. Er ist berühmt für seine Dichte und seine Brillanz:

  • Sofortige Dichte: Der Hall baut sich extrem schnell auf (fast ohne hörbare diskrete Echos), was ihn sehr glatt und „teuer“ klingen lässt.
  • Seidige Höhen: Er betont die hohen Frequenzen auf eine Weise, die Vocals im Mix förmlich zum Schweben bringt.
  • Verschmelzung: Er legt sich wie ein schimmernder Mantel um das Signal, anstatt es in einem tiefen Raum nach hinten zu schieben.

Die Sektionen des Plugins

1. Die drei Platten-Modelle

Arturia hat drei verschiedene Charakteristika integriert:

  • Model 1 (Punchy): Das originale EMT®-Modell mit einem vollen, klassischen Sound.
  • Model 2 (Vintage): Ein etwas dunkleres Modell mit mehr Charakter.
  • Model 3 (Modern): Ein Modell mit sehr hoher Dichte und klarem High-End.

2. Der Vacuum Tube Preamp

Wie bei der originalen Hardware wird das Signal durch einen Röhrenvorverstärker geschickt.

  • Mit dem Drive-Regler kannst du subtile harmonische Verzerrungen hinzufügen, die dem Hall mehr Körper und Tiefe verleihen.

3. Moderne Workflow-Features

  • Pre-Delay: Entscheidend, um den Hall von den Transienten (z.B. dem Konsonanten einer Stimme) zu trennen, damit die Klarheit erhalten bleibt.
  • High-Pass Filter: Um das typische „Rumpeln“ in den Tiefen des Halls zu eliminieren.
  • Chorus: Arturia hat eine Modulation eingebaut, mit der man den Hall noch breiter und „breiiger“ (im positiven Sinne) machen kann – perfekt für spacige 80er-Vibes.

Typische Einsatzbereiche

Quelle Warum das PLATE-140?
Lead Vocals Erzeugt diesen „Record-Ready“-Glanz und lässt die Stimme im Mix präsent, aber atmosphärisch wirken.
Snare Drum Verleiht der Snare einen langen, dichten „Tail“, der den Rhythmus trägt.
Synthesizer Macht digitale Sounds organisch und verleiht ihnen eine edle, räumliche Tiefe.
Akustik-Gitarren Gibt dem Zupfen eine schimmernde Aura, ohne die Intimität zu rauben.

Fazit: Warum PLATE-140?

Wenn du nur einen klassischen Hall-Effekt besitzen könntest, wäre es wahrscheinlich das PLATE-140. Es ist unaufdringlich, klingt sofort professionell und „analog“.

  • Rev SPRING-636: Dreckig, mechanisch, Vintage-Vibe.
  • Rev PLATE-140: Edel, schimmernd, zeitlos.

Pro-Tipp: Nutze den High-Pass Filter des Plugins (ca. bei 200-400 Hz), damit dein Mix nicht „matschig“ wird. Ein Plate-Reverb glänzt am meisten, wenn er sich auf die Mitten und Höhen konzentriert.

Firma: Arturia


Arturia Rev SPRING 636

Das Arturia Rev SPRING-636 ist eine lebendige Emulation des legendären Grampian 636 Federhalls. Während viele Hallgeräte darauf abzielen, einen Raum realistisch abzubilden, ist der SPRING-636 ein reiner Charakter-Effekt.

Ursprünglich wurde das Original in den 1960ern für den Rundfunk entwickelt, wurde aber berühmt, weil es die Geheimwaffe von Dub-Legende Lee „Scratch“ Perry und Rock-Größen wie The Who (für ihren Gitarrensound) war.

Der Klangcharakter: „Vibrant, Boingy & Dirty“

Ein Federhall klingt konstruktionsbedingt niemals „natürlich“. Er hat ein charakteristisches metallisches Scheppern und eine physikalische Dichte, die dem Sound sofort eine Vintage-Note verleiht.

  • Das „Boing“: Wenn man kurze, laute Signale (wie eine Snare) hineinschickt, hört man das mechanische Schwingen der Feder – perfekt für Surf-Rock oder Dub.
  • Sättigung: Das Besondere am SPRING-636 ist der integrierte Germanium-Preamp. Wenn du den Input-Gain aufdrehst, verzerrt der Hall auf eine sehr musikalische, körnige Weise.
  • Dichte: Im Gegensatz zu digitalen Hallräumen legt sich der Spring-Reverb wie eine zusätzliche Schicht hinter das Instrument, anstatt es in einem Raum zu verlieren.

Die Sektionen des Plugins

1. Die Preamp-Sektion

Hier wählst du zwischen verschiedenen Eingangsmodi. Der Germanium-Schaltkreis ist das Herzstück – er macht den Sound „heiß“ und sorgt für den nötigen Schmutz, bevor das Signal die Federn erreicht.

2. Die Feder-Tanks (Spring Tanks)

Arturia hat nicht nur ein Gerät emuliert, sondern bietet verschiedene Feder-Konfigurationen an:

  • Original 636: Der klassische, dunkle Dub-Sound.
  • Modernere Varianten: Bieten längere Hallfahnen oder ein helleres Klangbild.

3. Moderne Erweiterungen

  • Pre-Delay: Verzögert den Einsatz des Halls, damit die Transienten des Originalsignals (z.B. der Anschlag einer Gitarre) sauber bleiben.
  • Post-EQ: Ein integrierter Equalizer, um das meist mittenlastige Signal des Federhalls oben aufzuhübschen oder unten aufzuräumen.

Typische Einsatzbereiche

Quelle Ergebnis
Drums (Snare) Der ultimative Dub-Effekt. Erzeugt dieses peitschende, metallische Echo.
E-Gitarren Unverzichtbar für Surf-Musik, Garage-Rock oder atmosphärische Americana-Vibes.
Vocals Verleiht Stimmen einen rauen „Old-School“-Charakter, fast wie aus einem alten Radio-Studio.
Synthesizer Macht digitale Leads organisch und gibt ihnen eine greifbare, physische Tiefe.

Fazit: Warum SPRING-636?

Der Rev SPRING-636 ist kein „Immer-drauf“-Hall für den Master-Bus. Er ist ein kreatives Werkzeug. Er klingt staubig, mechanisch und hat eine unglaubliche Attitüde.

Pro-Tipp: Nutze den SPRING-636 als Verzerrer. Schalte den Mix-Regler auf 0% (nur das Preamp-Signal) oder nur ganz wenig Hall dazu und fahre den Input hart an. Die Germanium-Sättigung ist fantastisch, um sterile Vocals oder Drums anzurauen.

Firma: Arturia


Arturia Delay Eternity

Das Arturia Delay Eternity ist ein komplett eigenständiges, modernes Digital-Delay, das im Gegensatz zu den Emulationen klassischer Hardware (Tape 201 oder Memory Brigade) von Grund auf für die Möglichkeiten der digitalen Welt entwickelt wurde.

Es ist ein kreatives Sounddesign-Monster, das weit über das bloße Wiederholen von Tönen hinausgeht.

Die Architektur: Das modulare Delay

Eternity ist ein Dual-Delay, das intern wie ein modulares System aufgebaut ist. Das Herzstück sind zwei unabhängige Delay-Leitungen, die du auf verschiedene Arten miteinander verschalten kannst (Seriell, Parallel oder Stereo).

1. Integrierte Effekte (The Processing Chain)

Was Eternity einzigartig macht, sind die Prozessoren, die innerhalb der Feedback-Schleife sitzen. Das bedeutet, das Signal wird bei jeder Wiederholung erneut bearbeitet:

  • Bitcrusher: Erzeugt digitale Zerstörung und Lo-Fi-Texturen.
  • Filter: Ein klassisches Arturia-Filter (LP/HP/BP), um die Echos zu formen.
  • Frequency Shifter: Verschiebt die Frequenzen bei jeder Wiederholung, was zu surrealen, glockenartigen oder völlig disharmonischen Klängen führt.

2. Zeitgemäße Modulation

Das Plugin verfügt über zwei LFOs mit verschiedenen Wellenformen und einen Envelope Follower. Du kannst fast jeden Parameter (Zeit, Feedback, Filter, Bitcrush) durch die Dynamik deines Eingangssignals oder durch rhythmische Schwingungen steuern lassen.

Die drei Delay-Modi

Eternity bietet drei verschiedene Arten der Zeitverzögerung:

  • Digital: Kristallklare, perfekte Kopien des Originals.
  • Fade: Sanftere Übergänge bei Zeitänderungen (verhindert Pitch-Shifting-Artefakte).
  • Repitch: Erzeugt die klassischen analogen Pitch-Effekte, wenn du die Delay-Zeit während des Spielens änderst.

Warum Delay Eternity nutzen?

Anwendung Effekt
Vocals Nutze den integrierten Bitcrusher für moderne, "kaputte" Indie-Pop-Echos.
Synthesizer Erzeuge durch den Frequency Shifter metallische, außerirdische Texturen, die sich ständig verändern.
Drums Verwandle einen einfachen Beat durch rhythmische Filter-Modulation in eine komplexe Perkussions-Kette.
Gitarren Erzeuge schimmernde "Shimmer"-Echos durch subtile Modulationen im Feedback-Weg.

Vergleich innerhalb der Arturia-Serie

  • Delay TAPE-201: Vintage, Band-Sättigung, nostalgisch.
  • Delay Memory Brigade: Dunkel, Lo-Fi, BBD-Charakter.
  • Delay Eternity: Grenzenlos, modern, experimentell.

Fazit

Das Arturia Delay Eternity ist die Wahl für Produzenten, die ein Delay nicht nur zur räumlichen Tiefe, sondern als eigenständiges Instrument sehen. Es ist perfekt für elektronische Musik, modernes Sounddesign für Filme oder um altbekannten Sounds eine völlig neue, futuristische Note zu geben.

Firma: Arturia


Arturia Delay Memory Brigade

Das Arturia Delay Memory-Brigade ist eine liebevolle Hommage an den legendären Electro-Harmonix Deluxe Memory Man. Dieses Plugin emuliert die ikonische „Bucket Brigade Device“-Technologie (BBD), die in den späten 70ern den Standard für analogen Delay-Sound setzte.

Wenn das Tape 201 für „atmosphärische Wolken“ steht, dann ist das Memory-Brigade der Spezialist für Lo-Fi-Wärme, Schmutz und lebendige Modulation.

Das Herzstück: Die BBD-Technologie

In einem Bucket-Brigade-Chip wird das Audiosignal wie in einer Eimerkette von Kondensator zu Kondensator weitergereicht. Dabei verliert es bei jedem Schritt an Qualität.

  • Der Sound: Die Echos werden mit jeder Wiederholung dunkler, körniger und fangen an, subtil (oder extrem) zu verzerren.
  • Kein High-End: Das Plugin filtert die Höhen der Echos auf eine sehr musikalische Weise, wodurch sie sich perfekt hinter das Originalsignal ducken, ohne den Mix zu „verstopfen“.

Die wichtigsten Features

1. Integrierte Modulation

Das Original war berühmt für seinen eingebauten Chorus/Vibrato-Effekt.

  • Du kannst die Verzögerungszeit modulieren, was den Echos ein wunderschönes, leierndes Schweben verleiht.
  • Auf kurzen Delay-Zeiten eingestellt, fungiert das Plugin sogar als fantastischer, warmer Analog-Chorus.

2. Feedback bis zur Selbstoszillation

Wie die Hardware kann auch das Plugin in die Selbstoszillation getrieben werden. Wenn du den Feedback-Regler hochdrehst, erzeugt das Delay ein wildes, analoges Chaos, das du mit dem Time-Regler in der Tonhöhe steuern kannst – ein Klassiker für experimentelle Übergänge.

3. Moderne Arturia-Erweiterungen

  • LFO-Sektion: Arturia hat einen mächtigen LFO hinzugefügt, mit dem du fast jeden Parameter modulieren kannst.
  • Eingangs-EQ: Bestimme genau, welche Frequenzen in das Delay laufen, um den Lo-Fi-Charakter zu steuern.
  • Stereo-Breite: Während das Original Mono war, erlaubt das Plugin ein weites Stereo-Feld mit unabhängigen Einstellungen für links und rechts.

Typische Einsatzbereiche

Quelle Warum das Memory-Brigade?
Elektrische Gitarren Der Inbegriff des "The Edge" (U2) Sounds. Rhythmisch, warm und lebendig.
Synthesizer Verwandelt sterile digitale Leads in warme, fließende Analog-Texturen.
Vocals Perfekt für einen subtilen "Slapback"-Effekt, der die Stimme breiter macht, ohne nach "Echo" zu klingen.
Keyboards / Rhodes Der Chorus-Modus verleiht E-Pianos eine unglaubliche Tiefe und Nostalgie.

Fazit: Tape 201 vs. Memory-Brigade

  • Delay TAPE-201: Klingt nach "Raum", "Band" und "Weltraum". Es ist groß und atmosphärisch.
  • Delay Memory-Brigade: Klingt nach "Pedalboard", "Lo-Fi" und "Vintage-Vibrato". Es ist direkter, dunkler und hat diesen speziellen analogen "Grit".

Tipp: Wenn dein Mix zu klinisch sauber klingt, leg das Memory-Brigade auf eine Aux-Spur und schick ein bisschen von allem rein. Die dunklen Echos füllen die Lücken im Mix, ohne Platz für die wichtigen Elemente wegzunehmen.

Firma: Arturia