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Eventide - Physion

Eventide Physion

Eventide Physion (früher bekannt als Fission) nutzt dieselbe revolutionäre Structural DSP-Technologie wie der SplitEQ. Auch hier wird das Audiosignal in Echtzeit in seine Transient- (Anschlag) und Tonal-Komponenten (Körper/Ausklingen) zerlegt.

Während der SplitEQ ein chirurgisches Werkzeug für die Frequenzkorrektur ist, ist Physion ein Kreativ-Effekt-Plugin. Es ermöglicht dir, völlig unterschiedliche Effekte auf die beiden Ebenen eines Sounds anzuwenden.

Das Konzept: Zwei Effekte, ein Sound

Stell dir vor, du hast eine Snare-Drum. Mit Physion kannst du den harten Schlag (Transient) mit einem aggressiven Distortion bearbeiten, während der ausklingende Hall (Tonal) durch einen flüssigen Chorus oder ein langes Delay läuft.

1. Die Transient-Sektion

Hier findest du Effekte, die darauf optimiert sind, kurze, impulsive Signale zu formen:

  • Delay: Erzeugt rhythmische Echos nur vom Anschlag.
  • Tap Delay: Speziell für perkussive Muster.
  • Dynamics: Kompression oder Expansion nur für den Attack.
  • Phaser/Chorus: Um dem "Snap" eine metallische Note zu geben.

2. Die Tonal-Sektion

Diese Effekte bearbeiten den singenden, anhaltenden Teil des Klangs:

  • Pitch Shifter: Verändere die Tonhöhe des Ausklangs, ohne den Attack zu verstimmen (genial für Drums!).
  • Reverb: Ein hochwertiger Hall, der nur den Körper des Instruments füllt.
  • Tremolo/EQ: Um dem Nachschwingen Bewegung oder eine andere Farbe zu verleihen.

Was macht Physion so einzigartig?

In einem normalen Effekt-Setup würde ein Distortion auf einer Gitarre sowohl den harten Anschlag des Plektrums als auch den ausklingenden Ton verzerren. In Physion kannst du:

  • Den Anschlag absolut sauber lassen (für maximale Definition).
  • Nur den ausklingenden Ton massiv verzerren (für eine singende, stehende Wand aus Sound).

Der "Structural Split"-Regler

In der Mitte des Plugins findest du den entscheidenden Regler für den Übergangspunkt zwischen Transient und Tonal. Damit kalibrierst du das Plugin auf dein Material (z. B. eine kurze Kick-Drum vs. ein langes Klavier-Arpeggio).

Typische Einsatzbereiche

  1. Drum-Tuning: Du kannst die Tonhöhe einer Snare oder Kick ändern (Tonal), während der wichtige "Click" (Transient) knackig und unangetastet bleibt. Das ist oft sauberer als klassisches Pitch-Shifting.
  2. Vocal-Design: Verleihe dem Körper einer Stimme einen unheimlichen Pitch-Effekt oder Hall, während die Konsonanten (S- und T-Laute) trocken und verständlich bleiben.
  3. Gitarren-Rettung: Entferne unangenehme Quietschgeräusche der Finger auf den Saiten (Transienten absenken), ohne den warmen Klang der Gitarre zu verlieren.
  4. Kreatives Sounddesign: Erzeuge aus einem einfachen Piano-Akkord schwebende, atmosphärische Texturen, indem du nur den tonalen Anteil durch massive Delays und Pitch-Shifter schickst.

Fazit

Eventide Physion ist ein Spielplatz für Sounddesigner und Mix-Engineers, die über Standard-Effekte hinausgehen wollen. Es erlaubt eine Trennung von Attack und Sustain, die früher nur durch mühsames manuelles Schneiden von Audiospuren möglich war.

In der aktuellen Version Physion Mk II wurden zudem die Algorithmen verfeinert und die Auswahl an Effekten deutlich erweitert.

Firma: Eventide


Eventide - Physion