
Das Waves JJP Guitars ist das „Schweizer Taschenmesser“ für Gitarrenspuren aus der Signature-Serie von Jack Joseph Puig. Es wurde entwickelt, um die Komplexität von Gitarren-Mixes zu vereinfachen – egal ob es sich um filigrane Akustikgitarren oder eine massive Wand aus verzerrten E-Gitarren handelt.
Das Plugin kombiniert EQ, Kompression und räumliche Effekte so, dass die Gitarren ihren Platz im Frequenzspektrum finden, ohne die Vocals oder die Snare zu verdecken.
Die vier spezialisierten Modi
Das Herzstück des Plugins sind die vier Auswahlmöglichkeiten, die das interne Routing und die Algorithmen komplett verändern:
- Clean: Optimiert für unverzerrte E-Gitarren oder cleane Sounds. Es sorgt für Brillanz und Glätte.
- Electric: Für verzerrte Rock- oder Pop-Gitarren. Es hilft, den "Matsch" zu entfernen und den Biss zu betonen.
- Acoustic: Speziell auf die Dynamik und die Resonanzen von Akustikgitarren zugeschnitten. Es verleiht ihnen Wärme und Luftigkeit.
- Bass: Ein Bonus-Modus für Bass-Gitarren, falls man eine einfachere Alternative zum JJP Bass sucht (besonders gut für einen drahtigen Rock-Bass).
Die zentralen Regler
Die Schieberegler ändern je nach Modus ihre Funktion leicht, aber im Kern steuern sie:
- Sensitivity (LED): Der wichtigste Schritt. Du musst den Input so pegeln, dass die LED gelb leuchtet, damit die internen Prozesse (besonders die Kompression) greifen.
- Low / High: Musikalische EQ-Bänder, die genau dort ansetzen, wo Gitarren oft Hilfe brauchen (z.B. Wärme in den Tiefen oder "Shine" in den Höhen).
- Edge: Betont die oberen Mitten. Perfekt, um verzerrte Gitarren schneidiger und präsenter zu machen.
- Warmth: Fügt harmonische Sättigung hinzu und rundet harsche, digitale Höhen ab.
- Comp: Ein Ein-Knopf-Kompressor, der das Signal stabilisiert.
- Doubler: Erzeugt eine künstliche Stereobreite – ideal, um eine einzelne Mono-Gitarre im Mix „groß“ wirken zu lassen.
Warum sollte man JJP Guitars nutzen?
- Platz im Mix: Gitarren belegen oft ähnliche Frequenzen wie die Stimme. JJP Guitars hat vordefinierte Kurven, die das Signal so „schlank“ machen, dass es sich durchsetzt, ohne zu dominieren.
- Textur: Das Plugin verleiht dem Sound eine „analoge“ Textur, die besonders DI-Aufnahmen (direkt ins Interface eingespielt) sehr zugute kommt.
- Effekt-Kombination: Mit dem integrierten Reverb und Doubler kannst du direkt im Plugin für Tiefe und Breite sorgen, ohne zusätzliche Effekt-Spuren anlegen zu müssen.
Profi-Tipp: Akustikgitarren zum Glänzen bringen
Wähle den Modus Acoustic, schalte den Doubler leicht ein und hebe den High-Regler an. Das nimmt den oft „topfigen“ Sound aus günstigen Piezo-Tonabnehmern und lässt die Gitarre wie eine teure Studioaufnahme klingen.
Wichtig: Wenn du den Doubler nutzt, kontrolliere zwischendurch immer mal die Monokompatibilität deines Mixes, um sicherzustellen, dass keine Phasenauslöschungen entstehen.
Firma: Waves

