
Der Cherry Audio Octave Cat ist eine Emulation des The CAT der Firma Octave Electronics – eines Synthesizers aus dem Jahr 1976, der damals als direkter (und deutlich günstigerer) Konkurrent zum ARP Odyssey galt.
Während der Odyssey eine Legende wurde, blieb "Die Katze" eher ein Geheimtipp, geschätzt für ihren räudigen, bissigen und extrem flexiblen Sound. Cherry Audio hat diesen Charakter eingefangen und um moderne Features erweitert.
Was macht den Octave Cat besonders?
1. Das "Duophonie"-Konzept
Wie das Original ist der Octave Cat primär duophon ausgelegt (man kann zwei Töne gleichzeitig spielen, wobei sich die Oszillatoren die Filter-Hüllkurve teilen). Cherry Audio hat jedoch einen Poly-Modus hinzugefügt, sodass man ihn auch als vollwertigen polyphonen Synthesizer mit bis zu 16 Stimmen nutzen kann.
2. Aggressives Cross-Modulations-System
Das wahre Biest im Octave Cat ist die Modulationsmatrix:
- VCO 1 lässt sich durch VCO 2 modulieren (Frequenzmodulation).
- VCO 2 lässt sich durch VCO 1 modulieren.
- Das Filter kann ebenfalls von beiden Oszillatoren moduliert werden. Dies führt zu metallischen, schrägen und extrem dreckigen Klängen, die weit über das hinausgehen, was ein Standard-Minimoog oder Odyssey leisten konnte.
3. Das Filter-Design
Das Filter ist eine Nachbildung des diskreten 24 dB/Okt. Tiefpassfilters. Es hat eine sehr aggressive Resonanz, die den Sound nicht "dünner" macht, wenn man sie aufdreht, sondern ihm einen schneidenden, fast schon schreienden Charakter verleiht.
Moderne Upgrades von Cherry Audio
- Integrierter Sequencer: Ein flexibler 8-Step-Sequencer (synchronisierbar zur DAW), den das Original nicht besaß.
- Effekt-Sektion: Distortion, Phaser, Flanger/Chorus, Delay und Reverb sind direkt mit an Bord.
- Erweiterte LFOs: Tempo-Sync und verschiedene Schwingungsformen.
- Velocity-Support: Volle Kontrolle über Dynamik, was beim rein analogen Vorbild fehlte.
Sound-Profil
- Raw & Dirty: Er klingt weniger "poliert" als ein Roland und weniger "klassisch" als ein Moog. Er hat Ecken und Kanten.
- Bass-Monster: Durch die Sub-Oszillatoren in beiden VCOs liefert er ein gewaltiges Fundament.
- Experimentell: Perfekt für Industrial, Techno, Glitch oder aggressive Synth-Leads.
Fazit
Der Octave Cat ist das Gegenteil von "sanft". Wenn der Mercury-6 der elegante Sportwagen ist, ist der Octave Cat der getunte Hot Rod mit Flammenwerfer am Auspuff. Er ist ideal für Sounds, die sich im Mix mit Gewalt durchsetzen müssen.
Firma: Cherry Audio

