Musik-Instrumente von New Flangled Audio

Exorbitante Sounds des Eventide Ingenieurs Dan Gillespie

Native-Instruments - Kore 2

native instruments kore 2

Kore 2 ist ein Meilenstein in der Geschichte von Native Instruments, allerdings in einer völlig anderen Kategorie als die bisher genannten Synthesizer. Es war kein eigenständiger Klangerzeuger, sondern das ultimative Host-System und Workstation-Interface, das darauf ausgelegt war, das gesamte NI-Universum (und VST-Plugins von Drittanbietern) unter einer einzigen, haptischen Oberfläche zu vereinen.

Obwohl die Software mittlerweile eingestellt wurde ("Legacy Status"), gilt das Konzept von Kore 2 als der direkte Vorläufer von Komplete Kontrol und der Maschine-Software.

1. Das Konzept: Die "Super-Workstation"

Die Idee hinter Kore 2 war es, die Grenze zwischen Software und Hardware aufzuheben. Es bestand aus einer hochgradig spezialisierten Software und einem dedizierten Hardware-Controller.

  • Unified Sound Library: Kore 2 katalogisierte alle deine Sounds (aus Absynth, FM8, Massive, Kontakt etc.) in einer einzigen Datenbank. Du musstest nicht wissen, in welchem Plugin ein Sound lag – du suchtest einfach nach „Dark Pad“ und Kore zeigte dir alle passenden Ergebnisse.
  • Sound-Kombinationen: Man konnte komplexe Layer und Splits aus verschiedenen Synthesizern und Effekten bauen und diese als ein einziges „Kore-Sound“-Preset speichern.

2. Der Hardware-Controller

Der Kore-Controller war für viele das Herzstück des Studios. Er bot:

  • Haptische Kontrolle: Hochauflösende, berührungsempfindliche Regler, die sich automatisch den wichtigsten Parametern des geladenen Sounds zuwiesen.
  • Display-Feedback: Man konnte den Laptop zuklappen und Sounds direkt am Controller auswählen und editieren.
  • Audio-Interface: Die erste Version von Kore integrierte sogar ein hochwertiges Audio-Interface.

3. Highlights & Innovationen

  • KoreSound-Format: Ein universelles Dateiformat, das Presets, Routing und Metadaten speicherte.
  • Morphing-Matrix: Eines der beliebtesten Features. Man konnte 8 verschiedene Variationen eines Sounds (Snapshots) erstellen und mit einem XY-Pad nahtlos zwischen ihnen umherfahren. Dies erlaubte dramatische klangliche Transformationen in Echtzeit.
  • Sound Packs: NI veröffentlichte spezielle „Kore Player“-Libraries, die bereits fertige, komplexe Sound-Designs enthielten, die die Power aller NI-Engines kombinierten.

4. Das Ende und das Erbe

Native Instruments stellte die Entwicklung von Kore 2 im Jahr 2011 ein, was damals für viel Aufruhr in der User-Community sorgte. Die Gründe waren strategisch:

  • Komplete Kontrol: Übernahm die Idee des universellen Browsings und der Hardware-Integration.
  • Maschine: Übernahm den Fokus auf schnelles, haptisches Sequencing und Performance.
  • Vorteil heute: Viele der innovativen Morphing-Konzepte aus Kore finden sich heute in Instrumenten wie Skanner XT oder Form wieder.

Kurzer Vergleich: Kore 2 vs. Komplete Kontrol

Merkmal Kore 2 Komplete Kontrol
Fokus Tiefes Sound-Layering & Morphing. Intuitives Browsing & Performance.
Hardware Universeller Controller mit Display. Spezialisierte Keyboards / S-Serie.
Plugin-Hosting Sehr komplexes internes Routing. Fokus auf NKS-Standard-Integration.


Fazit: 
Kore 2 war seiner Zeit weit voraus. Es war das erste System, das versuchte, die Komplexität einer riesigen Software-Sammlung in ein Instrument zu verwandeln, das sich wie echte Hardware anfühlt. Auch wenn es heute offiziell nicht mehr unterstützt wird, lebt sein Geist in fast jedem modernen Software-Hardware-Hybrid-System weiter.

Firma: Native-Instruments


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