Musik-Instrumente von New Flangled Audio

Exorbitante Sounds des Eventide Ingenieurs Dan Gillespie

native instruments Rounds

Rounds ist eines der innovativsten Konzepte innerhalb der Reaktor-Familie und bricht mit der traditionellen Arbeitsweise eines Synthesizers. Es kombiniert digitale und analoge Synthese-Engines mit einem einzigartigen sequenzierten Morphing-System.

Stell dir Rounds nicht als einen einzelnen Synthesizer vor, sondern als eine rotierende Gruppe von bis zu 16 Synthesizer-Stimmen, die nacheinander „abgefeuert“ werden.

1. Das Konzept: Der Sound-Zirkel

Das Herzstück von Rounds ist der Voice Programmer. Anstatt nur einen Sound zu spielen, hast du eine Matrix von 4x4 Feldern:

  • Zwei Welten: Du kannst jedem Feld entweder eine analoge Engine (warme, subtraktive Sounds) oder eine digitale Engine (FM-basierte, metallische Sounds) zuweisen.
  • Sequenzierung: Jedes Mal, wenn du eine Taste drückst, springt Rounds zum nächsten Feld in der Matrix. Du kannst festlegen, ob dies linear, zufällig oder basierend auf der Anschlagstärke geschieht.
  • Das Ergebnis: Eine einzelne Melodie kann so klingen, als würden vier oder mehr verschiedene Synthesizer abwechselnd spielen, was zu einer unglaublichen rhythmischen und klanglichen Komplexität führt.

2. Die Klangerzeugung: Hybrid-Power

Rounds nutzt zwei grundlegend verschiedene Syntheseformen:

  • Analog Block: Inspiriert von klassischen Monosynths, ideal für fette Bässe und cremige Leads.
  • Digital Block: Ein FM/Phase-Modulations-Synthesizer, der für Glocken, digitale Texturen und scharfe Akzente zuständig ist.
  • Interaktion: Da du diese beiden Welten in der Matrix mischen kannst, entstehen hybride Sounds, die ständig zwischen „warm/organisch“ und „kalt/digital“ changieren.

3. Morphing und Modulation

Rounds geht über einfaches Umschalten hinaus:

  • Sound Morphing: Du kannst zwischen den einzelnen Sounds in der Matrix morphen. Das bedeutet, die Übergänge können hart (wie ein Sequenzer) oder fließend (wie eine organische Evolution) sein.
  • Rhythmische Komponente: Da der Wechsel der Sounds an den Tastendruck oder an das Host-Tempo gekoppelt werden kann, lassen sich komplexe rhythmische Muster erstellen, die mit herkömmlichen LFOs oder Step-Sequenzern kaum machbar wären.

4. Einsatzbereiche

  • Arpeggios & Sequenzen: Hier glänzt Rounds am meisten. Ein einfacher Arpeggiator-Lauf wird zu einer komplexen Klangreise.
  • Modern Electronic & IDM: Für Musiker, die nach unvorhersehbaren, sich ständig ändernden Texturen suchen.
  • Pop & Trap Hooks: Um einfache Melodien interessanter zu machen, da jede Note eine leicht andere Klangfarbe hat.
  • Pads: Erschaffe Flächen, die nicht statisch stehen bleiben, sondern subtil zwischen verschiedenen Klangfarben hin- und herwandern.

Kurzer Vergleich: Rounds vs. Quadri (Massive X Expansion)

Merkmal Rounds Massive X (Quadri)
Engine Reaktor (Hybrid Analog/Digital). Massive X Engine (Wavetable).
Logik Sequenziertes Umschalten von Stimmen. Vierfaches Layering und Modulation.
Vibe Rhythmisch, verspielt, überraschend. Breit, atmosphärisch, komplex.


Fazit: 
Rounds ist ein Werkzeug für alle, die das Gefühl haben, dass ihre Melodien zu statisch klingen. Es bringt eine spielerische, fast generative Komponente in die Produktion. Es zwingt dich dazu, in „Klangfolgen“ statt in statischen Patches zu denken.

Firma: Native-Instruments


native instrument Form

Form ist einer der kreativsten und innovativsten Synthesizer für REAKTOR 6. Er bricht radikal mit der Tradition der subtraktiven Synthese und nutzt stattdessen ein Sample als primäre Oszillatorquelle. Native Instruments bezeichnet ihn treffend als „Transformative Sample-Tracking-Synthesizer“.

Anstatt ein Sample einfach nur abzuspielen oder zu loopen, nutzt Form das Audio-Material als „Skulptur“, die in Echtzeit völlig neu geformt werden kann.

1. Das Konzept: Sample-Tracking-Synthese

Das Herzstück von Form ist die Trennung von Tonhöhe und Wiedergabegeschwindigkeit:

  • Die Motion Curve: Du lädst ein beliebiges Sample (z.B. eine Stimme, eine Akustikgitarre oder Umgebungsgeräusche). In der „Motion“-Sektion zeichnest du Kurven, die bestimmen, wie schnell, in welcher Richtung und in welchen Abschnitten der Abspielkopf durch das Sample wandert.
  • Resynthese: Form analysiert das Sample und erlaubt es dir, die Tonhöhe unabhängig von der Geschwindigkeit zu steuern. Dadurch wird das Sample zu einem hochkomplexen Oszillator, der seinen Charakter beibehält, aber wie ein Synthesizer spielbar ist.

2. Die Klangbearbeitung: Additive Power

Sobald die Bewegung definiert ist, bietet Form Werkzeuge, die weit über Standard-Filter hinausgehen:

  • Sound-Shaping: Du kannst den Obertongehalt des Samples über eine additive Engine manipulieren. Es gibt Regler für Deform, Multiple und Shaper, die den Klang von organisch-realistisch bis hin zu komplett digital-verzerrt verbiegen.
  • Formant-Kontrolle: Du kannst die Formanten (die charakteristischen Resonanzen, z.B. einer Stimme) fixieren oder verschieben. Das verhindert den „Micky-Maus-Effekt“ beim Pitchen oder erzeugt bewusst künstliche Klangfarben.
  • Frequenzmodulation (FM): Form erlaubt es, dem Sample FM-Oszillatoren hinzuzufügen, um zusätzliche metallische Schärfe oder Tiefe zu erzeugen.

3. Effekte und Modulation

Form besitzt eine extrem leistungsfähige Modulationsmatrix und eine integrierte Effektsektion:

  • Performative Modulation: Fast jeder Parameter kann durch die Motion-Kurven oder klassische LFOs moduliert werden.
  • Integrierte Effekte: Enthält hochwertige Hall-Räume, Delays und einen speziellen Frequenz-Shifter, der den Sounds eine enorme Räumlichkeit verleiht.

4. Einsatzbereiche

  • Vocal-Chops & Transformation: Form ist berühmt dafür, einfache Gesangsaufnahmen in außerweltliche Leads oder Pads zu verwandeln.
  • Cineastisches Sounddesign: Ideal für die Erstellung von Texturen, die organisch pulsieren, aber dennoch perfekt zum Songtempo passen.
  • Modern Electronic & Future Bass: Für lebendige, sich bewegende Leads, die einen „menschlichen“ Ursprung haben.
  • Ambient: Erschaffe unendliche, sich nie exakt wiederholende Klanglandschaften aus kurzen Field Recordings.

Kurzer Vergleich: Form vs. Skanner XT

Merkmal Skanner XT Form
Fokus Rohe Gewalt, Chaos, Aggression. Eleganz, Bewegung, Textur.
Logik Sample-Scanning (Audio-Rate). Sample-Tracking (Motion Curves).
Klangbild Industriell, verzerrt, metallisch. Organisch, fließend, modern.


Fazit: 
Form ist das ultimative Tool für Produzenten, die eine Brücke zwischen der Welt der Samples und der Welt der Synthese schlagen wollen. Es ist eines der besten Instrumente, um aus „langweiligem“ Audiomaterial völlig neue, inspirierende Sounds zu gewinnen, die eine organische Seele besitzen.

Firma: Native-Instruments


native instruments TRK 01

TRK-01 ist ein spezialisiertes Kraftpaket für REAKTOR 6, das eine der schwierigsten Aufgaben in der elektronischen Musik löst: Die perfekte Symbiose aus Kick und Bass. Anstatt beide Elemente getrennt zu bearbeiten, führt TRK-01 sie in einem Workflow zusammen, um ein maximal druckvolles und definiertes Fundament für deine Tracks zu schaffen.

Hier ist das Profil dieses „Low-End-Spezialisten“:

1. Das Konzept: Das perfekte Duo

TRK-01 teilt sich in zwei dedizierte Sound-Engines auf, die perfekt aufeinander abgestimmt sind:

  • KICK-Modul: Eine hybride Engine, die Sampling und Synthese kombiniert. Du kannst einen synthetischen „Thump“ mit einem akustischen „Click“ oder einem Noise-Layer mischen, um den perfekten Aufschlag zu designen.
  • BASS-Modul: Bietet fünf verschiedene Synthese-Formen (u. a. Wave-Folding, FM und klassisch subtraktiv). Es ist darauf optimiert, Bässe zu liefern, die unter der Kick sitzen oder sie umschließen, ohne den Mix zu „matschig“ zu machen.

2. Intelligentes Sequencing

Das Herzstück für den Groove ist der duale Step-Sequenzer:

  • Unabhängige Längen: Kick und Bass können unterschiedliche Pattern-Längen haben (Polyrhythmik), was für interessante, hypnotische Loops sorgt.
  • Parameter-Locking: Du kannst pro Step fast jeden Parameter (Filter-Cutoff, Decay, Pitch) automatisieren. Das macht aus einem statischen Loop eine lebendige Performance.
  • Ducking (Sidechain) auf Knopfdruck: Da beide Module im selben Plugin sitzen, ist das Sidechaining perfekt integriert. Du kannst den Bass präzise „wegducken“ lassen, sobald die Kick spielt, um Platz zu schaffen.

3. Effekt-Sektion und Mastering

TRK-01 ist so konzipiert, dass das Signal „fertig“ aus dem Plugin kommt:

  • Saturation & Drive: Um Kick und Bass harmonisch miteinander zu verschmelzen.
  • Mastering-Effekte: Enthält einen speziellen Kompressor und EQ-Optionen, die nur auf das tieffrequente Material zugeschnitten sind.
  • Boost-Funktionen: Erlaubt es, das Low-End massiv zu verstärken, ohne die digitalen Peak-Grenzen zu sprengen.

4. Einsatzbereiche

  • Techno & House: Die absolute Paradedisziplin. Hier kommt es auf das präzise Zusammenspiel von Kick und Bass an.
  • Trance: Ideal für rollende Basslines und knackige Kicks.
  • Hip-Hop & Trap: Wenn du eine 808-ähnliche Kick mit einem separaten, kontrollierbaren Bass-Layer kombinieren willst.
  • Minimal: Dank der detaillierten Sequenzer-Modulationen für sehr subtile, klanglich interessante Patterns.

Kurzer Vergleich: TRK-01 vs. DrumLab

Merkmal DrumLab TRK-01
Fokus Komplettes Drumkit (Snare, Hi-Hat etc.). Nur Kick und Bass.
Engine Akustische & elektronische Layer. Synthese-Schwerpunkt & Sequenzer.
Vibe Vielseitig, "echtes" Schlagzeug-Gefühl. Elektronisch, Club-fokussiert, synthetisch.


Fazit: 
TRK-01 ist ein Workflow-Beschleuniger. Es nimmt dir das mühsame Layering und das komplizierte Sidechain-Routing in der DAW ab. Wenn du oft Probleme hast, Kick und Bass so zu mischen, dass sie im Club richtig „drücken“, ist dieses Tool eine echte Geheimwaffe.

Firma: Native-Instruments


native instruments super 8

Super 8 ist die moderne Antwort von Native Instruments auf den zeitlosen Charme klassischer Polysynths. Während Instrumente wie Reaktor oder Absynth oft komplex und experimentell sind, steht Super 8 für Unmittelbarkeit, Wärme und Spielspaß.

Ursprünglich als reines Reaktor-Ensemble gestartet, gibt es ihn mittlerweile als eigenständiges VST3-Plugin mit einer Benutzeroberfläche, die so gestaltet ist, dass man sofort „im Flow“ bleibt.

1. Das Konzept: Modern-Vintage

Super 8 emuliert nicht einen spezifischen Hardware-Synthesizer, sondern fängt die Essenz der gesamten Ära der analogen Poly-Synths (wie Prophet-5, Juno oder Jupiter) ein.

  • Vibe: Breit, satt, vertraut und extrem musikalisch.
  • Interface: Alles ist auf einer einzigen Seite untergebracht. Keine versteckten Untermenüs, kein „Menu-Diving“. Was du siehst, ist das, was du hörst.

2. Die Klangerzeugung

Trotz der einfachen Optik steckt unter der Haube eine sehr flexible Engine:

  • 8 Stimmen: Wie der Name sagt, bietet er achtstimmige Polyphonie – ideal für fette Akkorde und weite Flächen.
  • Oszillatoren: Zwei Oszillatoren mit klassischen Wellenformen, die durch Funktionen wie FM (Frequenzmodulation) und Sync für zusätzliche Schärfe sorgen können.
  • Filter: Ein klassisches Low-Pass-Filter, das sehr musikalisch zupackt und den typischen analogen „Grip“ liefert.

3. Highlights & Workflow

  • Modulation per Drag-and-Drop: Du kannst Modulationsquellen (wie LFOs oder Envelopes) einfach auf die Ziele ziehen. Das macht das Zuweisen von Bewegung im Sound extrem intuitiv.
  • Der „Vintage“-Regler: Einer der wichtigsten Knöpfe. Er simuliert die Instabilitäten alter Hardware (Drift der Oszillatoren, Ungenauigkeiten in der Spannung), was den digitalen Sound sofort lebendig und organisch macht.
  • Presets: Er kommt mit über 550 Presets, die von butterweichen Pads bis hin zu aggressiven Bässen reichen.

4. Einsatzbereiche

  • Synthwave & Pop: Durch die klassischen analogen Texturen perfekt für Genres, die einen nostalgischen Vibe brauchen.
  • Modern Electronic: Wenn du einen soliden „Workhorse“-Synth suchst, der nicht viel CPU verbraucht und sich schnell in den Mix einfügt.
  • Live-Performance: Aufgrund der übersichtlichen Struktur und der schnellen Zugriffsmöglichkeiten ideal für den Einsatz auf der Bühne (z. B. mit einem Komplete Kontrol Keyboard).

Kurzer Vergleich: Super 8 vs. Analog Dreams

Merkmal Analog Dreams Super 8
Typ Sample-basierte Library (Kontakt). Echter Synthesizer (Algorithmen).
Flexibilität Begrenzt auf das mitgelieferte Sample-Material. Volle Kontrolle über jeden Aspekt des Sounds.
Bedienung Makro-basiert (Einfach). Klassisches Synth-Layout (Direkt).


Fazit: 
Super 8 ist das perfekte Instrument für dich, wenn du den Sound analoger Klassiker liebst, aber keine Lust auf kompliziertes Patching hast. Er ist ehrlich, direkt und klingt ab dem ersten Tastendruck „teuer“.

Firma: Native-Instruments