Native-Instruments - Guitar Rig 6 pro
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GUITAR RIG 6 PRO markierte einen der größten Umbrüche in der Geschichte der Software. Während Version 5 über fast ein Jahrzehnt nur punktuell gepflegt wurde, hat Native Instruments mit Version 6 die gesamte Engine und die Benutzeroberfläche modernisiert.
Der Fokus verschob sich hier deutlich: Weg vom reinen "Gitarren-Plugin", hin zu einem universellen Kreativ-Rack für Sound-Designer und Producer.
1. Die neue Engine: Intelligent Circuit Modeling (ICM)
Die wichtigste technische Neuerung ist ICM. Dabei handelt es sich um eine Technologie auf Basis von maschinellem Lernen, die das Verhalten von analogen Schaltwerken präziser nachbildet.
- Das Ergebnis: Die Amps reagieren deutlich realistischer auf das Volume-Poti der Gitarre und auf die Anschlagsdynamik.
- Neue Amps: Mit ICM wurden Legenden wie der Chicago (Vintage-Vibe), der Bass Invader und der Fire Breather (moderner High-Gain) eingeführt.
2. Modernisierte Benutzeroberfläche
Das Design wurde komplett auf Skalierbarkeit (HiDPI) umgestellt.
- Im Gegensatz zu GR5 sieht die Oberfläche auf modernen 4K-Monitoren nun gestochen scharf aus.
- Das Rack-Design wurde entschlackt und wirkt deutlich aufgeräumter, behält aber das intuitive Drag-and-Drop-System bei.
3. Integration von Softube- & Traktor-Effekten
Guitar Rig 6 Pro bündelt viele Effekte, die früher separat gekauft werden mussten oder aus anderen NI-Produkten stammen:
- Crush Pack: Beinhaltet den Dirt, Bite und Freak – perfekt für experimentelle Verzerrungen, Bit-Crushing und Ringmodulation (ähnlich dem Moog MF-102).
- Mod Pack: Enthält hochwertige Chorus-, Flanger- und Phaser-Effekte (Choral, Flair, Phasis).
- Traktor-Effekte: Viele der beliebten Delay- und Reverb-Effekte aus der Traktor-DJ-Software wurden als Module integriert, was GR6 zu einer Geheimwaffe für elektronische Musik macht.
4. Neue "Artist Presets"
Anstatt nur technische Presets zu liefern, arbeitete NI mit bekannten Musikern und Produzenten zusammen (u.a. Richard Z. Kruspe, Zola Jesus, Yvette Young). Diese Presets zeigen, dass Guitar Rig 6 Pro auch für Ambient, Synth-Pop und experimentelle Musik gedacht ist.
5. Beibehaltene Klassiker
Alle beliebten Module aus Guitar Rig 5 Pro sind weiterhin enthalten (teilweise mit optischen Updates):
- Der Control Room Pro für detailliertes Cab-Miking.
- Die gesamte Palette der Modifier (LFO, Step Sequencer, etc.).
- Die Solid Mix Series für Studio-Klangbearbeitung.
Vergleich: GR5 Pro vs. GR6 Pro
| Feature | Guitar Rig 5 Pro | Guitar Rig 6 Pro |
| Engine | Standard Komponenten-Modeling | ICM (Machine Learning) |
| Oberfläche | Fixe Größe, etwas veraltet | Skalierbar & Modern |
| Effekte | Klassische Stompboxes | High-End Studio & Creative FX |
| Fokus | Gitarristen & Bassisten | Gitarristen & Sound Designer |
Fazit: Wenn du Guitar Rig 5 Pro mochtest, fühlt sich Version 6 wie ein "Erwachsenwerden" der Software an. Sie klingt durch ICM analoger und ist durch die neuen Effekte deutlich vielseitiger für die Bearbeitung von Synthesizern, Vocals oder Drums geeignet.
Firma: Native Instruments




