
Das Waves PuigTec MEQ-5 ist die perfekte Ergänzung zum EQP-1A. Während der EQP-1A für die massiven Bässe und glitzernden Höhen zuständig ist, konzentriert sich der MEQ-5 (Mid-Range Equalizer) exakt auf den Bereich, in dem sich die meisten Instrumente und die menschliche Stimme tummeln: die Mitten.
Es emuliert den passiven Röhren-EQ Pultec MEQ-5, der ebenfalls in Zusammenarbeit mit Jack Joseph Puig modelliert wurde.
Die drei Bänder des MEQ-5
Die Stärke dieses Equalizers liegt in seiner Spezialisierung. Er teilt das Mittenspektrum in drei präzise Arbeitsbereiche auf:
- Low-Mid Boost ($200$ Hz – $1$ kHz):
- Ideal, um dünnen Snare-Drums, Gitarren oder Vocals mehr "Körper" und Wärme zu verleihen.
- Da es ein passives Design ist, klingt die Anhebung extrem natürlich und niemals "topfig".
- Mid Dip ($200$ Hz – $7$ kHz):
- Dies ist das wichtigste Band zum "Aufräumen". Hier kannst du störende Resonanzen oder "Matsch" absenken.
- Es hilft enorm dabei, Platz für den Gesang zu schaffen, indem man bei konkurrierenden Instrumenten (wie schweren Gitarren) in den Mitten leicht absenkt.
- High-Mid Boost ($1.5$ kHz – $5$ kHz):
- Hier verpasst du deinem Signal die nötige Durchsetzungskraft ("Bite").
- Perfekt, um die Artikulation einer Stimme oder das "Sägen" einer Rock-Gitarre hervorzuheben, ohne dass es schrill wirkt.
Warum sollte man den MEQ-5 nutzen?
- Fokus auf Präsenz: In einem Mix entscheiden die Mitten über Sieg oder Niederlage. Der MEQ-5 erlaubt es dir, Instrumente im Mix nach vorne zu holen oder dezent nach hinten zu schieben, ohne ihre natürliche Klangfarbe zu verzerren.
- Passives Klangverhalten: Wie alle Pultec-Emulationen arbeitet der MEQ-5 mit sehr breiten, musikalischen Kurven. Du kannst beherzt zugreifen, ohne dass das Ergebnis technisch oder künstlich klingt.
- Die "Pultec-Kombination": Im Studio werden EQP-1A und MEQ-5 oft als Paar verwendet. Zusammen bilden sie einen kompletten Full-Range-Equalizer mit legendärem Röhren-Charakter.
Typische Einsatzgebiete
- E-Gitarren: Der MEQ-5 ist quasi der Standard-EQ für Rock-Gitarren. Er kann die harschen Frequenzen bei $3$ kHz absenken und gleichzeitig bei $700$ Hz für mehr Druck sorgen.
- Vocals: Wenn eine Stimme im Mix "verloren" geht, hilft oft ein kleiner Boost bei $3$ kHz oder $5$ kHz im High-Mid Band, um sie klar verständlich zu machen.
- Snare-Drum: Um den "Knall" der Snare zu betonen ($2$ kHz – $3$ kHz) und gleichzeitig unerwünschte "topfige" Resonanzen in den unteren Mitten zu reduzieren.
- Bläser & Streicher: Hilft dabei, die oft harschen Mitten dieser Instrumente zu glätten und ihnen einen seidigen Glanz zu verleihen.
Profi-Tipp: Das Zusammenspiel der Bänder
Da sich die Frequenzbereiche der drei Bänder teilweise überschneiden, kannst du sehr komplexe Kurven formen. Ein beliebter Trick ist es, eine Frequenz im Low-Mid Boost anzuheben und gleichzeitig im Mid Dip eine leicht darüberliegende Frequenz abzusenken. Das sorgt für eine extreme Definition im unteren Mittenbereich – perfekt für einen Bass, der zwar warm klingen, aber nicht die Kick-Drum verdecken soll.
Mains-Schalter: Auch hier gilt: Wenn du ein absolut sauberes digitales Signal ohne das emulierte 50/60Hz-Brummen der Hardware möchtest, stelle den Schalter auf Off.
Firma: Waves

