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Der Plugin-Allrounder

Martinic AX73

Der Martinic AX73 ist eine akribische Software-Emulation des seltenen und oft unterschätzten analogen Synthesizers Akai AX73 aus dem Jahr 1986. Während Akai heute vor allem für die MPC-Serie bekannt ist, war der AX73 ihr Versuch, im Markt der polyphonen Analogsynths gegen Giganten wie den Roland Juno oder den Sequential Prophet anzutreten.

Martinic hat das Original nicht nur originalgetreu nachgebildet, sondern massiv für die moderne Musikproduktion erweitert.

1. Der Klangcharakter: „Dreckig & Kraftvoll“

Im Gegensatz zum glatten, sauberen Sound vieler Roland-Emulationen hat der AX73 einen ganz eigenen, etwas raueren Charakter.

  • Echte VCOs: Er basiert auf spannungsgesteuerten Oszillatoren, was ihm einen warmen, lebendigen und instabilen "analogen Drift" verleiht.
  • Curtis-Filter-Sound: Das Original nutzte CEM 3394 Chips (bekannt aus dem Sequential Six-Trak). Der Filterklang ist charakterstark und kann bei hoher Resonanz sehr aggressiv werden.
  • Vibe: Er eignet sich hervorragend für 80er-Jahre Synthwave, düstere Cinematic-Pads und kräftige Analoghässe.

2. Massive Erweiterungen gegenüber dem Original

Das Original von 1986 war in seiner Programmierung durch wenige Regler eingeschränkt. Martinic hat diese Grenzen gesprengt:

  • Vollständig Modularer Aufbau: Du hast Zugriff auf zwei Layer (statt nur einem), was komplexe Splits und Layer-Sounds ermöglicht.
  • Vier Oszillatoren: Da jeder der zwei Layer zwei Oszillatoren besitzt, kannst du extrem dichte Klänge erzeugen.
  • Modulations-Matrix: Während das Original sehr simpel gestrickt war, bietet die Emulation eine umfangreiche Matrix für LFOs und Hüllkurven.
  • Effektsektion: Er verfügt über eine integrierte Effektkette (Chorus, Flanger, Delay, Reverb, Distortion), die den Sound veredelt, ohne dass externe Plugins nötig sind.

3. Besonderheit: Das „Settings“-Panel

Ein Highlight des Martinic AX73 ist die Möglichkeit, das Verhalten der Hardware zu simulieren. Du kannst einstellen, wie stark die Bauteile „gealtert“ sind, um entweder einen perfekt gestimmten modernen Synth oder eine alte, charmant verstimmte Hardware-Kiste zu erhalten.

Technische Übersicht

Feature Details
Typ Analog-Emulation (VCO-basiert)
Polyphonie Bis zu 24 Stimmen (Original hatte 6)
Layer Dual-Layer Kapazität für komplexe Texturen
Presets Über 600 professionelle Sounds enthalten
Plattform VST, AU, AAX (Windows & Mac)

Warum den Martinic AX73 wählen?

  • Einzigartigkeit: Wenn du den typischen Juno- oder Jupiter-Sound satt hast und etwas suchst, das individueller und „kantiger“ klingt.
  • Workflow: Das Interface lässt sich zwischen einer Retro-Ansicht (wie die Hardware) und einer modernen, editierfreundlichen Ansicht umschalten.
  • Layering: Durch die Dual-Layer-Struktur ist er fast wie zwei Synthesizer in einem, was ihn zu einer Geheimwaffe für breite, orchestrale Analogsounds macht.

Fazit: Der Martinic AX73 ist mehr als nur ein Nostalgie-Plugin. Er nimmt einen vergessenen Klassiker und macht ihn durch moderne Features zu einem der flexibelsten Analogsynths in der Plugin-Welt.

Expansions:

Firma: Martinic


Martinic KEE BASS

Der Martinic Kee Bass ist eine detailgetreue Emulation des Rheem Kee Bass aus den 1960er Jahren – einem der ersten monophonen String-Bass-Simulatoren auf Transistorbasis. Er ist ein spezialisiertes Tool für alle, die den authentischen, warmen und etwas „muffigen“ Vintage-Bass-Sound suchen.

1. Das Original: Ein Stück Musikgeschichte

Das Hardware-Original wurde von Rheem (eigentlich ein Hersteller von Warmwasserbereitern!) gebaut. Es war als preiswerte Alternative für Keyboarder gedacht, die den Bass-Part mit der linken Hand übernehmen wollten. Der Sound ist legendär und prägte den Vibe von Garage-Rock, Psychedelic-Rock und frühem Soul.

2. Die Emulation von Martinic

Martinic hat das Instrument nicht einfach nur gesampelt, sondern mittels Physical Modeling nachgebaut. Das bedeutet, dass die elektronischen Schaltkreise mathematisch simuliert werden, was zu einem lebendigeren und reaktiveren Spielgefühl führt als bei statischen Samples.

  • Bass-Charakter: Der Sound ist perkussiv, tief und hat diesen typischen „hölzernen“ Transistor-Punch.
  • Keine Samples: Da es modelliert ist, ist das Plugin extrem klein und lädt blitzschnell.

3. Erweiterte Funktionen

Martinic hat dem klassischen Design einige moderne Features hinzugefügt, ohne den Vintage-Charakter zu zerstören:

  • Vollständige ADSR-Hüllkurve: Im Gegensatz zum Original (das nur begrenzte Einstellmöglichkeiten hatte) kannst du hier Attack, Decay, Sustain und Release präzise steuern.
  • Filter-Sektion: Ein Tiefpassfilter mit Resonanzkontrolle ermöglicht es, den Bass noch dumpfer oder bissiger zu machen.
  • Low Note Priority: Wie bei klassischer monophoner Hardware üblich.
  • Moderne Spielhilfen: Velocity-Sensitivität (Anschlagstärke) und MIDI-Learn-Funktionen.

Technische Übersicht

Feature Details
Typ Virtual Instrument (Physical Modeling)
Klangquelle Transistor-Bass Emulation
Polyphonie Monophon (wie das Original)
Besonderheit Extrem geringe CPU-Auslastung
Plattform VST, AU, AAX (Win/Mac)

Warum den Kee Bass verwenden?

  • Der „Doors“-Vibe: Wenn du den Sound von Ray Manzarek suchst, ist dies das perfekte Plugin.
  • Lo-Fi & Indie: Ideal für Produktionen, die einen erdigen, analogen Unterbau brauchen, der nicht nach modernem Synthesizer klingt.
  • Kostenloser Einstieg: Martinic bietet den Kee Bass oft kostenlos auf ihrer Website an, was ihn zu einem absoluten Pflicht-Download für jedes Studio macht.

Fazit: Der Martinic Kee Bass ist ein Spezialist. Er versucht nicht, ein moderner Alleskönner zu sein, sondern meistert eine einzige Sache perfekt: den charmanten, druckvollen Transistor-Bass-Sound der 60er Jahre.

Firma: Martinic