
Das Waves GTR3 ToolRack ist die Kommandozentrale der GTR3-Suite. Während die Amps und Stomps die einzelnen Bausteine liefern, ist das ToolRack das virtuelle Gehäuse, in dem du deine gesamte Signalkette zusammenbaust, speicherst und steuerst.
Es fungiert als ein mächtiges Multi-Effekt-Plugin, das bis zu sechs Pedale, zwei Verstärker und zwei Boxen-Setups gleichzeitig verwalten kann.
Der Aufbau des ToolRacks
Das Interface ist logisch von oben nach unten bzw. links nach rechts aufgebaut:
- Stomps-Sektion (Pre-Amp): Hier kannst du bis zu sechs Effekte (Distortion, Wah, Chorus etc.) hintereinander schalten. Die Reihenfolge ist entscheidend: Ein Delay vor dem Verzerrer klingt völlig anders als dahinter.
- Amp-Sektion (A & B): Das Herzstück. Du kannst zwei verschiedene Amps gleichzeitig laden.
- Mono-Modus: Ein Amp für den klassischen Sound.
- Dual-Modus: Hier kannst du zwei Amps mischen (z. B. einen cleanen Vox für die Definition und einen Marshall für den Dreck).
- Cabinet & Mic: Jedes Amp-Modell ist mit einer Boxen-Simulation verknüpft. Du kannst Mikrofone wählen und die Position anpassen. Im Dual-Modus kannst du Amp A nach links und Amp B nach rechts im Panorama verteilen, um einen massiven, breiten Sound zu erzeugen.
- Post-Effects: Nach den Amps lassen sich oft noch zeitbasierte Effekte wie Reverb oder Delay hinzufügen, um das Signal räumlich abzurunden.
Besondere Features
- Presets von Legenden: Das ToolRack kommt mit hunderten Presets, die von bekannten Gitarristen und Produzenten erstellt wurden. Das ist oft der schnellste Weg zu einem amtlichen Sound.
- Integriertes Stimmgerät (Tuner): Ein großer, gut lesbarer Tuner sorgt dafür, dass du nicht aus dem Plugin rausmusst, um deine Gitarre zu checken.
- Smart Control: Du kannst Parameter automatisieren oder per MIDI-Controller steuern (z. B. ein Wah-Pedal über ein echtes Expression-Pedal).
- Flexibles Routing: Du kannst das Signal intern splitten. Das erlaubt komplexe Setups, für die man im echten Leben dutzende Kabel und teure Splitter-Boxen bräuchte.
Warum sollte man das ToolRack nutzen?
Anstatt drei oder vier einzelne Waves-Plugins (Stomps -> Amp -> Cab -> Delay) nacheinander in deine DAW-Spur zu laden, bietet das ToolRack alles in einer einzigen Instanz. Das spart nicht nur Übersicht in deiner Plugin-Liste, sondern schont oft auch die Latenz und die CPU, da die Kommunikation innerhalb eines Plugins effizienter abläuft.
Profi-Tipp: Der "Wall of Sound"
Wenn du eine extrem fette Rock-Gitarre willst:
- Wähle im ToolRack den Dual-Modus.
- Lade in Amp A einen "Crunch"-Sound und in Amp B einen "High-Gain"-Sound.
- Nutze den Phase-Schalter, falls die Amps sich gegenseitig auslöschen.
- Drehe Amp A leicht nach links und Amp B leicht nach rechts. Das Ergebnis ist ein viel komplexerer und "teurerer" Sound, als wenn man nur einen einzelnen Amp nutzt.
Firma: Waves

