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JJP Cymb Perc

Das Waves JJP Cymbals & Percussion ist ein spezialisiertes Multieffekt-Plugin aus der Jack Joseph Puig Signature-Serie. Während viele Drum-Plugins den Fokus auf die Kick oder die Snare legen, widmet sich dieses Tool ausschließlich den oft vernachlässigten Elementen des Schlagzeugs: den Becken (Cymbals), Hi-Hats und Percussion-Instrumenten wie Shaker oder Tamburin.

Jack Joseph Puig ist bekannt für seine lebendigen, glitzernden Mixe, und dieses Plugin liefert genau diesen "Shine", ohne dass die Höhen anstrengend wirken.

Die vier Modi

Das Plugin passt seine interne Kette (EQ, Kompression, Sättigung) an das gewählte Instrument an:

  1. HH (Hi-Hats): Fokus auf Definition und das "Ticken" der Hats, während störendes Rumpeln gefiltert wird.
  2. Overheads: Optimiert für das gesamte Becken-Bild. Es sorgt für Breite und ein seidiges Ausklingen.
  3. Cymbals: Speziell für Crash- und Ride-Becken, um sie im Mix präsenter zu machen, ohne die Ohren zu ermüden.
  4. Percussion: Ideal für Shaker, Tamburine oder Congas, um ihnen Rhythmus-Definition und Räumlichkeit zu geben.

Die zentralen Regler

Neben der obligatorischen Sensitivity (Eingangspegel) bietet das Plugin spezifische Klangformer:

  • Lo (Bass): Erlaubt es, den Grundton von Percussion oder das "Fleisch" von großen Becken zu verstärken.
  • Hi (Treble): Der wichtigste Regler für den typischen JJP-Glanz. Er hebt die brillanten Frequenzen an, die den Sound "teuer" klingen lassen.
  • Attack: Betont den Einschlag des Sticks auf dem Becken oder den initialen Impuls eines Shakers.
  • Attitude: Eine Art aggressiver Kompressor/Sättiger. Er macht den Sound frecher, charakterstärker und sorgt für mehr "Biss".
  • Punch: Verdichtet das Signal, damit die Percussion im Mix stabil stehen bleibt.

Warum ist es so nützlich?

Becken und Percussion neigen in digitalen Mixen oft dazu, entweder zu leise und "muffig" oder zu laut und "beißend" zu sein. JJP Cymbals & Percussion löst dieses Problem durch:

  1. Phasentreue: Die internen Filter sind so kalibriert, dass sie die Brillanz erhöhen, ohne das Stereobild zu zerstören.
  2. Klangfarbe: Es verleiht billigen Becken-Samples oder schlecht mikrofonierten Overheads eine hochwertige, analoge Textur.
  3. Platzierung: Mit dem Main Output und dem Center-Regler lässt sich die Percussion perfekt im Panorama und in der Tiefe des Mixes einbetten.

Profi-Tipp: Shaker & Tamburin

Wenn du einen Shaker hast, der im Mix untergeht, schalte auf den Percussion-Modus, drehe Hi auf ca. $4$ Uhr und gib ordentlich Attitude hinzu. Der Shaker wird dadurch "körniger" und schneidet durch den dichtesten Mix, ohne dass du die Gesamtlautstärke anheben musst.

Firma: Waves


Eddie Krammer Drums

Der Eddie Kramer Drum Channel ist das Gegenstück zum Bass Channel und zielt darauf ab, den wuchtigen, lebendigen und oft "größer als das Leben" wirkenden Schlagzeug-Sound der Rock-Ära einzufangen. Eddie Kramer ist bekannt für seine Arbeit an Alben wie Led Zeppelin II, und dieses Plugin emuliert die Kombination aus klassischem SSL-Pult-Feeling, Bandmaschinen-Sättigung und Eddie's speziellen EQ- und Kompressions-Vorlieben.

Hier ist die Aufschlüsselung, wie dieses Plugin funktioniert und was es besonders macht:

Die 6 Drum-Modi

Im Gegensatz zu einem Standard-Channel-Strip hat Eddie Kramer hier Voreinstellungen für die wichtigsten Teile des Schlagzeugs direkt in die Algorithmen eingebaut. Über das Dropdown-Menü wählst du den Modus:

  1. Kick: Optimiert für Druck im Keller und den nötigen "Kick"-Anteil, damit die Trommel im Mix definiert bleibt.
  2. Snare: Fokus auf den "Crack" und die Durchsetzungskraft, oft mit einer Prise analoger Wärme.
  3. Toms: Betont den vollen Körper der Trommeln und kontrolliert das Ausklingen.
  4. Overheads: Zielt darauf ab, die Becken seidig zu machen, ohne dass sie in den Ohren wehtun.
  5. Room: Ein spezieller Modus, um Raum-Mikrofone massiv und energetisch klingen zu lassen (der berühmte "Bonham"-Vibe).
  6. Cymbals: Speziell für die Direktabnahme von Becken.

Die wichtigsten Funktionen

  • Sensitivity: Auch hier das Herzstück. Du musst den Input so regeln, dass die LED gelb/grün tanzt. Das bestimmt, wie stark die interne Kompression und Sättigung auf das Signal reagiert.
  • Bass & Treble: Diese Regler sind keine einfachen EQs. Sie greifen in Frequenzbereiche ein, die Eddie Kramer für die jeweilige Trommel als ideal empfindet.
  • Gate: Sehr nützlich für Snare und Kick, um das Übersprechen (Bleed) der anderen Instrumente zu reduzieren.
  • Compressor: Ein Ein-Knopf-Regler, der dem Schlagzeug den nötigen "Punch" verleiht.

Der Sound: Vintage vs. Modern

Während die CLA Drums (Chris Lord-Alge) sehr "tight", modern und fast schon klinisch perfekt klingen, ist der Eddie Kramer Drum Channel deutlich offener und rauer.

  • Es fügt mehr harmonische Verzerrung hinzu.
  • Es lässt das Schlagzeug "atmen".
  • Es ist perfekt für Genres wie Blues-Rock, Psychedelic Rock oder Indie, wo das Schlagzeug nicht wie aus einem Computer, sondern wie aus einem echten Raum klingen soll.

Profi-Tipp für den "Epic Room Sound"

Wenn du eine eher langweilige, trocken aufgenommene Schlagzeugspur hast, schicke sie durch eine Gruppe (Bus), lege den Eddie Kramer Drum Channel darauf und wähle den Room-Modus. Drehe den Compressor weit auf. Das Plugin fügt eine künstliche Textur hinzu, die so klingt, als stünde das Schlagzeug in einem großen, holzgetäfelten Studio der 70er Jahre.

Firma: Waves


CLA Drums

Das Waves CLA Drums Plugin ist Teil der extrem populären Chris Lord-Alge Signature Series. Es ist ein All-in-One-Prozessor, der die komplette Signalkette eines der weltweit erfolgreichsten Mix-Engineers für Schlagzeugspuren in einem einzigen Interface vereint.

Chris Lord-Alge ist bekannt für seinen „Radio-Ready“-Sound: extrem druckvoll, aggressiv und perfekt kontrolliert.

1. Das Konzept: 6 Modi für jedes Element

Anstatt für jedes Schlagzeug-Instrument ein eigenes Plugin zu laden, bietet CLA Drums sechs spezifische Modi, die per Klick umgeschaltet werden können:

  1. Kick: Optimiert für tiefen Druck und den nötigen „Klick“.
  2. Snare: Fokus auf den „Crack“ und die Durchsetzungsfähigkeit.
  3. Toms: Betont den Bauch und die Resonanz der Kessel.
  4. Overheads: Klart die Becken auf und sorgt für Brillanz.
  5. Room: Maximiert die Räumlichkeit und Energie der Raum-Mikrofone.
  6. Cowbell: Ein spezialisierter Modus für Perkussions-Elemente.

2. Die „Smart“-Fader

Das Plugin nutzt ein vereinfachtes Fader-System, bei dem im Hintergrund komplexe Ketten aus EQ, Kompression und Effekten gesteuert werden:

  • Bass & Treble: Farblich markierte EQ-Fader, mit denen man schnell die tonale Balance anpasst.
  • Compressor: Bietet drei Stufen (z. B. Push, Spank, Wall), um den typischen CLA-Punch zu erzeugen.
  • Reverb & Gate: Speziell auf Drums abgestimmte Hall-Räume und ein Gate, um die Spuren sauber zu halten.
  • Pitch: Ein interessantes Feature, um den Grundton der Trommel subtil zu verändern oder zu festigen.

3. Der Klangcharakter

  • Instant Punch: Sobald man das Plugin einschaltet, klingt das Schlagzeug „fertig“. Es ist kein Plugin für subtile Nuancen, sondern für einen großen, modernen Sound.
  • Aggressiv: Besonders die Kompression ist darauf ausgelegt, die Drums ganz weit nach vorne im Mix zu holen.
  • Einfachheit: Man muss kein Experte für Kompressions-Ratios oder EQ-Güten sein; die Fader sind so kalibriert, dass sie innerhalb des „Sweet Spots“ von Chris Lord-Alge arbeiten.

4. Features im Überblick

Sektion Beschreibung
Input / Output Zum Ausgleichen der Lautstärke, damit man nicht durch pure Lautheit getäuscht wird.
Color Coding Die Fader ändern ihre Farbe je nach gewähltem Modus (z. B. Blau für sanft, Rot für aggressiv).
Effekt-Mischung Jede Effekt-Sektion kann individuell ein- oder ausgeschaltet werden.

Einsatzbereiche

  • Rock & Metal: Hier fühlt sich das Plugin am wohlsten. Es liefert genau die Energie, die man für kräftige Gitarren-Produktionen braucht.
  • Pop: Um Snare-Drums einen modernen Glanz und Stabilität zu verleihen.
  • Schnelle Mixe: Wenn es schnell gehen muss und man keine Lust hat, fünf einzelne Plugins pro Drum-Spur zu laden.

Fazit: CLA Drums ist das ultimative Werkzeug für alle, die den ikonischen Chris Lord-Alge Sound suchen, ohne jahrelang dessen Hardware-Einstellungen studieren zu müssen. Es verwandelt rohe, oft etwas flach klingende Schlagzeugaufnahmen in ein massives, druckvolles Instrument.

Firma: Waves


Renaissance bass

Das Waves Renaissance Bass (oft einfach R-Bass genannt) ist der Industriestandard, wenn es darum geht, Bässen mehr Definition, Tiefe und Durchsetzungskraft zu verleihen – selbst auf Lautsprechern, die physikalisch gar keine tiefen Frequenzen wiedergeben können (wie Smartphones oder Laptops).

Es ist der Nachfolger des ursprünglichen MaxxBass-Algorithmus und arbeitet mit einer psychoakustischen Technologie.

Die Technologie: Wie funktioniert es?

R-Bass fügt dem Signal keine einfache EQ-Anhebung hinzu. Stattdessen nutzt es harmonische Synthese:

  • Das Plugin analysiert die tiefen Grundtöne deines Signals und generiert dazu passende Obertöne (Harmonische).
  • Unser Gehirn ist darauf trainiert, aus diesen Obertönen auf den tiefen Grundton zu schließen. Selbst wenn der eigentliche Sub-Bass weggeschnitten wird, "hört" unser Kopf den tiefen Ton, weil die Obertöne vorhanden sind.

Die wichtigsten Regler

  1. Freq: Hier stellst du die Grenzfrequenz ein. Alles unterhalb dieses Wertes wird vom Plugin analysiert, um Obertöne zu erzeugen. Meist liegt der Sweet Spot zwischen $60$ Hz und $100$ Hz.
  2. Intensity: Bestimmt, wie stark die neu generierten Harmonischen dem Originalsignal beigemischt werden.
  3. Gain: Regelt den Ausgangspegel. Da R-Bass das Signal durch die zusätzlichen Harmonischen deutlich verdichtet, muss man hier oft etwas gegensteuern, um Clipping zu vermeiden.

Warum sollte man Renaissance Bass nutzen?

  • Hörbarkeit auf kleinen Speakern: Es macht den Bass auf Geräten hörbar, die normalerweise im Bassbereich "taub" sind.
  • Mehr Druck ohne Matsch: Ein EQ-Boost im Bassbereich führt oft dazu, dass der Mix schwammig wird. R-Bass gibt dem Bass Kontur und "Knack", ohne das Low-End unnötig aufzublähen.
  • Phasenstabilität: Im Gegensatz zu vielen Sub-Synthesizern arbeitet R-Bass sehr sauber und verursacht kaum Phasenprobleme mit der restlichen Rhythmusgruppe.

Typische Einsatzgebiete

  • Kick-Drum: Macht den Kick "fetter" und sorgt dafür, dass der Schlag im Mix auch auf kleinen Boxen deutlich wahrnehmbar bleibt.
  • Bass-Gitarre & Synth-Bass: Verleiht dem Instrument ein solides Fundament und hilft ihm, sich gegen dichte Gitarren oder Wände aus Synthesizern durchzusetzen.
  • Drums-Bus: Ein Hauch R-Bass kann dem gesamten Kit mehr Gewicht verleihen.
  • Mastering: Sehr dezent eingesetzt (niedrige Intensity), kann es einem dünnen Mix die nötige Wärme und Fülle zurückgeben.

Profi-Tipp: Das "Leise-Bass-Wunder"

Wenn du einen Bass-Lauf hast, der zwar tief ist, aber im Mix einfach nicht "greifbar" wirkt, probiere Folgendes: Setze einen Low-Cut (Hochpassfilter) bei etwa $50$ Hz, um das unnötige Sub-Wummern zu entfernen, und nutze dann R-Bass bei $80$ Hz. Du wirst feststellen, dass der Bass plötzlich viel definierter und präsenter klingt, obwohl du physikalisch Energie im untersten Bereich weggenommen hast.

Vorsicht: Zu viel Intensity kann den Sound schnell künstlich oder verzerrt klingen lassen. Es ist ein Effekt, den man am besten so einstellt, dass man ihn erst dann wirklich bemerkt, wenn man das Plugin auf "Bypass" schaltet.

Firma: Waves