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ExpressiveE Touche

Expressive E Touché ist ein einzigartiger Hardware-Controller aus Frankreich, der speziell dafür entwickelt wurde, die Brücke zwischen dem haptischen Gefühl eines akustischen Instruments und der digitalen Welt der Synthesizer zu schlagen.

Im Kern ist es eine hochempfindliche, bewegliche Holzoberfläche (die sogenannte „Skin“), die auf feinste Druck- und Gleitbewegungen reagiert.

Die Funktionsweise

Anstatt nur Tasten zu drücken oder Regler zu drehen, wird das Touché mit der Hand „gestreichelt“, gedrückt oder beklopft. Es reagiert auf vier verschiedene Bewegungsrichtungen (Dimensionen):

  1. Druck oben: Die vordere Spitze nach unten drücken.
  2. Druck unten: Das hintere Ende nach unten drücken.
  3. Verschiebung links: Die Platte zur Seite schieben.
  4. Verschiebung rechts: Die Platte zur anderen Seite schieben.

Hauptmerkmale

  • Haptisches Feedback: Da die Holzplatte physisch nachgibt, hat man ein viel direkteres Gefühl für die Klangformung als bei einem Touchscreen.
  • Hohe Präzision: Die Sensoren sind extrem feinfühlig, wodurch Vibratos, Crescendos oder perkussive Effekte sehr natürlich klingen.
  • Konnektivität:
    • USB: Zur Steuerung von Plugins am Computer.
    • MIDI: Um externe Hardware-Synthesizer direkt anzusteuern.
    • CV/Gate: Für die Integration in modulare Systeme (Eurorack).

Die Software: Lié

Das Herzstück des Systems ist die Software Lié. Sie fungiert als Host für VST-Instrumente und erlaubt es, die vier Bewegungsrichtungen des Touché beliebigen Parametern eines Synthesizers zuzuweisen (z. B. Filter-Cutoff, Effektanteil oder Tonhöhe).

Für wen ist es gedacht?

Es richtet sich vor allem an Keyboarder und Sounddesigner, denen die Ausdrucksmöglichkeiten eines Standard-Keyboards (oft nur Velocity und Aftertouch) nicht ausreichen. Mit dem Touché lässt sich ein digitaler Synthesizer fast wie eine Geige oder ein Cello spielen, da man den Klang während des Haltens einer Note kontinuierlich formen kann.

Es gibt zudem eine günstigere Version namens Touché SE (Software Edition), die rein auf die USB-Nutzung mit dem Computer ausgelegt ist und auf die physischen MIDI/CV-Anschlüsse verzichtet.

Firma: Expressive E


ExpressiveE Imagine

Imagine ist ein virtuelles Instrument von Expressive E, das das Konzept des Physical Modeling auf eine sehr spielerische und visuelle Weise interpretiert. Während der Synthesizer Noisy eher auf resonantes Rauschen und synthetische Texturen setzt, fokussiert sich Imagine darauf, die akustischen Eigenschaften realer Materialien nachzubilden.

Hier sind die wichtigsten Aspekte des Instruments:

1. Das Prinzip der "Acoustic Modeling Synthesis"

Imagine simuliert physikalische Objekte und wie sie schwingen. Anstatt mit Oszillatoren zu arbeiten, wählst du:

  • Mallets / Exciter: Womit wird das Objekt angeregt? (z. B. ein weicher Schlägel, ein harter Plektrum oder eine Bürste).
  • Materialien: Worauf wird geschlagen? (z. B. Holz, Metall, Haut, Glas oder Nylon).
  • Resonanzkörper: Wie groß ist das Objekt? Ist es eine Röhre, eine Platte oder ein Kasten?

2. Spielerische Benutzeroberfläche

Das Design von Imagine ist sehr intuitiv. Anstelle von hunderten Reglern gibt es eine grafische Oberfläche, auf der man die Materialien fast "anfassen" kann. Das macht es ideal für Musiker, die keine Lust auf tiefgreifendes Sounddesign-Geek-Wissen haben, aber trotzdem einzigartige, organische Klänge suchen.

3. Expression & Artikulation

Wie alle Produkte von Expressive E ist Imagine komplett auf Ausdruck getrimmt:

  • Es ist perfekt für das Touché oder den Osmose-Synthesizer vorkonfiguriert.
  • Die Klänge reagieren extrem dynamisch. Ein leichter Druck erzeugt einen dumpfen, hölzernen Ton, während ein starker Anschlag die metallischen Obertöne des simulierten Materials zum Vorschein bringt.

4. Der Klangcharakter

Imagine klingt oft wie ein "Instrument aus einer anderen Welt". Es erzeugt Sounds, die vertraut akustisch wirken (wie eine Mischung aus Marimba, Gongs und Gitarren), aber in der Realität physikalisch so nicht existieren könnten. Es eignet sich hervorragend für:

  • Cinematic Scoring (Film- und Spiele-Soundtracks).
  • Ambient und experimentelle Musik.
  • Perkussive Texturen, die natürlicher klingen als Samples.

Zusammenfassung: Imagine vs. Noisy

  • Noisy ist der "energetische Synthesizer" – oft aggressiv, fließend und elektronisch-hybrid.
  • Imagine ist der "akustische Baukasten" – filigran, haptisch und organisch.

Es ist im Grunde ein digitaler Werkzeugkasten, um eigene, nie zuvor gehörte "akustische" Instrumente zu bauen.

Expansions:

Firma: Expressive E


ExpressiveE Noisy

Noisy (mittlerweile in der Version Noisy 2 verfügbar) ist ein softwarebasierter Synthesizer von Expressive E, der speziell darauf ausgelegt ist, extrem lebendige und dynamische Klänge zu erzeugen.

Während das Touché die Hardware ist, mit der du Klänge steuerst, ist Noisy das digitale Instrument, das genau für diese Art der expressiven Steuerung optimiert wurde.

Das Konzept: Physical Modeling trifft Subtraktive Synthese

Das Besondere an Noisy ist die Klangerzeugung. Sie basiert auf dem Prinzip der akustischen Resonanz:

  • Exciter (Anreger): Anstatt eines klassischen Oszillators nutzt Noisy oft verschiedene Arten von "Rauschen" oder Impulsen (ähnlich wie der Anstrich einer Geigensaite oder das Anblasen einer Flöte).
  • Resonatoren: Dieses Signal wird durch sechs verschiedene Resonatoren geschickt, die das Verhalten physikalischer Objekte simulieren. Das Ergebnis sind Klänge, die sich oft sehr organisch, holzig, metallisch oder "echt" anfühlen, selbst wenn sie rein synthetisch sind.

Die wichtigsten Features von Noisy 2

  • MPE-Unterstützung: Noisy 2 ist ein vollwertiger MPE-Synthesizer (MIDI Polyphonic Expression). Das bedeutet, dass jede einzelne Note auf einem entsprechenden Controller (wie dem Osmose oder einem ROLI Seaboard) individuell in Tonhöhe, Klangfarbe und Druck gesteuert werden kann.
  • Bi-timbral: Man kann zwei verschiedene Klangschichten (Layer) übereinanderlegen und stufenlos zwischen ihnen morphen.
  • Intelligentes Modulationssystem: Die Benutzeroberfläche ist so gestaltet, dass man keine komplexen Modulationsmatrizen programmieren muss. Man weist Parameter einfach den "Expression-Blöcken" zu, die dann perfekt auf die Bewegungen des Touché oder eines MPE-Controllers reagieren.
  • Umfangreiche Effekte: Die Effektsektion (Reverb, Delay, Distortion etc.) ist fest in die Modulationsmöglichkeiten integriert, sodass auch die Effekte "mitatmen" und sich während des Spielens verändern.

Warum ist es besonders?

Die meisten Soft-Synths klingen statisch, bis man mühsam Automatisierungen zeichnet. Noisy hingegen ist darauf ausgelegt, gespielt zu werden. Es reagiert so feinfühlig auf Artikulationen, dass man Presets während des Spielens komplett umformen kann – von einem sanften Pad bis hin zu einem aggressiven Lead-Sound, nur durch die Stärke des Drucks auf das Touché oder die Tasten.

Kurz gesagt: Noisy ist das "Software-Gegenstück" zum Touché-Konzept – ein Synthesizer, der sich wie ein akustisches Instrument verhält.

Firma: Expressive E