
Rob Papen - Predator 2 war der lang erwartete Nachfolger des legendären Klassikers. Während das Original für seine Einfachheit und rohe Kraft geschätzt wurde, hob Predator 2 das Konzept auf ein völlig neues Level an Komplexität und Sounddesign-Möglichkeiten, ohne dabei die aggressive DNA seines Vorgängers zu verlieren.
Das Ziel war klar: Den "Arbeitstier"-Status beibehalten, aber modernste Features wie Wavetables und ein radikal neues User-Interface hinzufügen.
1. Die wichtigsten Neuerungen gegenüber dem Klassiker
Predator 2 war weit mehr als ein Facelift; es war eine fast komplette Neuentwicklung der Engine:
- Wavetable-Oszillatoren: Die drei Haupt-Oszillatoren konnten nun zwischen verschiedenen Wellenformen morphen, was deutlich komplexere und modernere Texturen ermöglichte als die statischen Wellenformen von Version 1.
- Wave-Drawing: Du konntest eigene Wellenformen direkt im Interface zeichnen, was den Synth in Richtung individuelles Sounddesign öffnete.
- XY-Pad: Ein zentrales Element in Rob Papens neuerer Philosophie wurde integriert. Damit konntest du mehrere Parameter gleichzeitig manipulieren und Bewegungen aufzeichnen.
- Dual-Filter: Anstatt eines einzelnen Filters bot Predator 2 zwei hochwertige Filter, die seriell oder parallel geschaltet werden konnten.
2. Der "Easy Mode" – Komplexität gezähmt
Da Predator 2 deutlich mehr Regler und Menüs hatte als das Original, führte Rob Papen den Easy Mode ein.
- Hier wurden nur die wichtigsten Parameter (Filter, Hüllkurven, Effekte) angezeigt.
- Dies war ideal für Produzenten, die den schnellen Workflow des ersten Predator liebten, aber den modernen Sound von Version 2 nutzen wollten.
3. Klangcharakter und Features
- Unisono-Power: Predator 2 war berühmt für seinen "Super-Saw"-Sound und extrem breite Pads. Die Unisono-Funktion wurde massiv verbessert.
- Verbesserter Arpeggiator: Der Arp wurde zu einem "Arp/Sequencer"-Hybriden ausgebaut, mit dem sich komplexe polyphone Patterns erstellen ließen.
- Preset-Management: Da die Library auf tausende Sounds anwuchs, wurde ein intelligenter Browser integriert, der das Finden von Sounds nach Kategorien und Attributen erleichterte.
Technische Übersicht
| Feature | Details |
| Synthese-Typ | Hybrid (Subtraktiv / Wavetable) |
| Oszillatoren | 3 Oszillatoren mit Morphing und Wave-Drawing |
| Effekte | Bis zu 3 Effekte gleichzeitig (HQ Reverb, Chorus, etc.) |
| Presets | Über 6.000 (inklusive der kompletten Predator 1 Library) |
| Besonderheit | XY-Pad und spezieller "Big Screen" Modus |
Warum Predator 2?
Predator 2 schaffte den Spagat zwischen dem "Oldschool"-Vibe der 2000er Jahre und den Anforderungen moderner EDM-Produktionen. Er klang deutlich "breiter" und "teurer" als das Original. Er war besonders beliebt für Genres wie Modern Trance, Dubstep und Cinematic Soundscapes, da er sowohl brutale Bässe als auch extrem feine, schimmernde Pads beherrschte.
Hinweis: Mittlerweile wurde er durch Predator 3 abgelöst, der das User-Interface nochmals optimiert hat und noch tiefere Eingriffe in die Oszillatoren erlaubt.
Firma: Rob Papen

