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Hochgradig genial emulierte Synthesizer für das Sound-Studio

KORG - Mono/Poly

KORG Mono Poly

Der KORG Mono/Poly (MP-4), der zeitgleich mit dem Polysix im Jahr 1981 erschien, ist ein absolutes Unikat in der Synthesizer-Welt. Während der Polysix für warme Flächen und klassische Polyphonie zuständig war, wurde der Mono/Poly als experimentelles Kraftpaket konzipiert.

Sein Name ist Programm: Er lässt sich als mächtiger monofoner Synthesizer oder als (eingeschränkt) polyphoner Synthesizer nutzen.

1. Die Architektur: Vier Oszillatoren

Das Besondere am Mono/Poly ist, dass er über 4 VCOs (Oszillatoren) verfügt. Das war für einen Synthesizer dieser Preisklasse damals revolutionär.

  • Im Monofon-Modus: Alle vier Oszillatoren werden gestapelt. Das Ergebnis ist ein extrem fetter, massiver Sound, der selbst den Minimoog in Bedrängnis bringen kann.
  • Im Polyphon-Modus: Das Gerät arbeitet "paraphon". Jede der vier Stimmen nutzt einen der vier Oszillatoren, aber alle teilen sich ein Filter und eine Hüllkurve.

2. Die "Effects"-Sektion (Modulation)

Hier spielt der Mono/Poly seine wahre Stärke aus. Er verfügt über Modulationsmöglichkeiten, die weit über den Standard hinausgehen:

  • Sync & Cross-Modulation: Man kann die Oszillatoren gegenseitig beeinflussen lassen. Das erzeugt metallische, aggressive und harmonisch komplexe Klänge, die man eher von großen Modularsystemen kennt.
  • Oszillator-Zyklus: Im Poly-Modus kann der Arpeggiator so eingestellt werden, dass er bei jedem Schlag zum nächsten Oszillator springt. Da man für jeden der 4 Oszillatoren unterschiedliche Wellenformen und Fußlagen einstellen kann, entstehen rhythmische Klangfarben-Wechsel, die absolut einzigartig sind.

3. Der Arpeggiator

Der Arpeggiator des Mono/Poly ist legendär. In Kombination mit den 4 Oszillatoren lassen sich komplexe Sequenzen erstellen. Er kann über eine externe Clock (z.B. von einer Drummaschine) synchronisiert werden, was ihn zum Herzstück vieler elektronischer Produktionen macht.

4. Das Interface

Das Bedienfeld ist fast schon "wissenschaftlich" aufgebaut, aber sehr intuitiv. Jeder Oszillator hat seine eigenen Regler für Wellenform, Fußlage und Lautstärke. Das lädt zum Schrauben ein und macht den Mono/Poly zu einem der besten Synthesizer, um die Grundlagen der subtraktiven Synthese und komplexen Modulation zu lernen.

Technische Highlights

Feature Spezifikation
Typ Analog (monofon / 4-stimmig paraphon)
Oszillatoren 4 VCOs (Dreieck, Sägezahn, Rechteck/Puls)
Filter 24 dB/Okt Low Pass (SSM-basiert, resonant)
LFOs 2 unabhängige Modulationsgeneratoren (MG)
Bekannte Nutzer Depeche Mode, MGMT, Chemical Brothers, Tangerine Dream

Warum ist er heute so begehrt?

Der Mono/Poly gilt als einer der vielseitigsten analogen Synthesizer überhaupt. Er kann:

  1. Abgrundtiefe Bässe liefern (4 Oszillatoren!).
  2. Schneidende Leads mit Cross-Modulation erzeugen.
  3. Abgedrehte Soundeffekte und zyklische Arpeggios generieren.

Wie beim Polysix hat Korg auch hier eine hervorragende Software-Version in der Korg Collection veröffentlicht, und Behringer bietet mit dem "MonoPoly" einen modernen Hardware-Klon an.

Firma: Korg


KORG - Mono/Poly