
Der KORG ARP 2600 ist die detailgetreue Wiedergeburt eines der absolut wichtigsten Instrumente in der Geschichte der Synthesizer. Das Original wurde zwischen 1971 und 1981 von ARP Instruments gebaut und gilt als das "Schweizer Taschenmesser" des Sounddesigns.
Korg hat dieses Monument der Musikgeschichte ab 2020 in verschiedenen Versionen neu aufgelegt, in enger Zusammenarbeit mit David Friend, dem ursprünglichen Mitbegründer von ARP.
1. Das Konzept: Semi-Modularität
Der ARP 2600 ist ein semi-modularer Synthesizer. Das bedeutet:
- Feste Verdrahtung: Du kannst sofort einen Ton hören, ohne ein einziges Kabel zu stecken (der Signalweg ist intern bereits sinnvoll verbunden).
- Patch-Panel: Über unzählige Buchsen kannst du diese internen Verbindungen aufbrechen und den Synthesizer völlig frei neu verkabeln. Dies macht ihn zu einem der besten Lehrmittel für die analoge Synthese.
2. Drei Oszillatoren und extreme Flexibilität
Im Gegensatz zum Minimoog, der zur gleichen Zeit erschien, bietet der 2600er Möglichkeiten, die weit über Standard-Musik hinausgehen:
- 3 VCOs: Jeder mit unterschiedlichen Wellenformen und Modulationsmöglichkeiten.
- Eingebauter Lautsprecher: Eine Besonderheit des 2600, die ihn mobil (innerhalb eines Studios) und autark machte.
- Federhall (Spring Reverb): Die mechanische Hallspirale im Inneren verleiht dem Sound eine unverwechselbare, fast schon unheimliche Tiefe.
3. Ikonische Sounds: Von Star Wars bis Thriller
Der Klangcharakter ist präzise, druckvoll und wissenschaftlich. Der ARP 2600 ist verantwortlich für einige der berühmtesten Sounds der Popkultur:
- R2-D2: Ben Burtt erzeugte die „Stimme“ des Roboters aus Star Wars mit einem ARP 2600.
- Frankenstein: Der berühmte Lead-Sound von Edgar Winter.
- Michael Jackson: Viele der markanten Sounds auf dem Thriller-Album stammen von diesem Gerät.
4. Die Korg-Versionen
Korg hat den Klassiker in drei Varianten zurückgebracht:
- ARP 2600 FS (Full Scale): Eine exakte Kopie in Originalgröße, inklusive des legendären 3620-Keyboards. Diese Version war extrem limitiert und ist heute ein begehrtes Sammlerstück.
- ARP 2600 M: Eine kompaktere Version (etwa 60% der Größe), die technisch identisch ist, aber leichter zu transportieren und platzsparender im Studio ist. Sie besitzt zudem USB-MIDI.
- Wavestate/Modwave Integration: Korg nutzt Filter-Modelle des 2600 auch in seinen modernen digitalen Synthesizern.
Technische Highlights
Fazit: Der KORG ARP 2600 ist kein Instrument, das man "mal eben" bedient. Er lädt zum Experimentieren ein und belohnt den Nutzer mit Klängen, die von klassischen Bässen bis hin zu völlig außerweltlichen Soundeffekten reichen.
Firma: Korg

