Musik-Instrumente von Softube

Hochgradig genial emulierte Synthesizer für das Sound-Studio

AudioThing Things Crusher

Das AudioThing Things Crusher ist ein kompakter, aber extrem effektiver Bitcrusher und Distortion-Effekt. Es gehört zur "Things"-Serie von AudioThing – einer Reihe von Plugins, die darauf ausgelegt sind, eine spezifische Aufgabe mit einer minimalistischen, intuitiven Benutzeroberfläche perfekt zu lösen.

Der Crusher ist kein subtiles Mastering-Tool; er ist dafür da, Sounds Textur, Schmutz und Charakter zu verleihen.

Die drei Säulen des Sounds

Obwohl das Interface sehr aufgeräumt wirkt, kombiniert der Crusher drei verschiedene Arten der Klangmanipulation:

1. Bitcrushing (Digitaler Schmutz)

Hier reduzierst du die Bittiefe des Audiosignals.

  • Der Effekt: Es entstehen digitale Artefakte und ein spezifisches Rauschen. Bei extremen Einstellungen klingt der Sound "kaputt", pixelig oder wie aus einem alten Videospiel-Chip (8-Bit/12-Bit Vibe).

2. Downsampling

Dieser Regler reduziert die Samplerate.

  • Der Effekt: Es werden künstliche Obertöne (Aliasing) hinzugefügt. Das Signal verliert an Definition in den Höhen und bekommt einen metallischen, "harten" Klangcharakter.

3. Filter-Sektion (Multimode Filter)

Damit der Sound nicht einfach nur schrill wird, bietet der Crusher ein integriertes Filter:

  • Low-Pass / High-Pass / Band-Pass: Du kannst damit die fiesen hohen Frequenzen nach dem Crushing bändigen oder das Signal ausdünnen, um es in den Hintergrund zu rücken.

Besondere Features

  • Grit-Modus: Ein kleiner Schalter, der den Algorithmus ändert und dem Sound eine zusätzliche Ebene an aggressiver Sättigung hinzufügt.
  • Mix-Regler: Essenziell für Parallel-Processing. Du kannst einen extrem zerstörten Sound dezent unter das saubere Originalsignal mischen, um nur ein wenig "Edge" hinzuzufügen.
  • Auto-Gain: Da Verzerrung oft zu Lautstärkesprüngen führt, hilft dieses Feature dabei, den Pegel konstant zu halten, damit du den Klang objektiv beurteilen kannst.

Typische Einsatzbereiche

Quelle Ergebnis
Drum Loops Verwandelt saubere Hi-Hats in lo-fi-artige Texturen oder gibt der Kick-Drum massiven Biss.
Bass-Synthesizer Erzeugt den typischen "Industrial"- oder "Glitch"-Sound.
Vocals Im moderaten Einsatz entsteht ein cooler "Telefon-Effekt" oder eine aggressive Radio-Stimme.
Gitarren Fügt eine digitale Schärfe hinzu, die sich radikal von klassischen analogen Pedalen abhebt.

Fazit: Warum Things Crusher?

Es ist das perfekte Plugin für den schnellen Workflow. Wenn dir ein Standard-Sättiger zu "brav" ist, liefert der Things Crusher sofort Resultate, die sich im Mix durchsetzen. Er ist hervorragend für Genres wie Techno, Industrial, Lo-Fi Hip Hop oder experimentelles Sounddesign geeignet.

Tipp: Versuche den Crusher auf einem Reverb-Bus. Wenn du nur die Hallfahne "crusht" und filterst, entstehen düstere, atmosphärische Räume, die deinem Track eine ganz eigene Note geben, ohne das Hauptsignal zu stören.

Firma: AudioThing


AudioThing Things Flip EQ

Das AudioThing Things-Flip EQ ist ein intuitiver Tilt-Equalizer, der auf einer sehr einfachen, aber extrem musikalischen Idee basiert: Er funktioniert wie eine Klang-Wippe. Anstatt einzelne Frequenzen mühsam zu suchen, kippst du mit einem einzigen Regler das gesamte Frequenzspektrum deines Sounds.

Es gehört zur „Things“-Serie, die für minimalistische Interfaces und sofortige Ergebnisse bekannt ist.

Das Prinzip: Die „Klang-Wippe“

Ein Tilt-EQ setzt einen fixen Punkt (die Center-Frequenz). Wenn du den Regler bewegst, passiert Folgendes gleichzeitig:

  • Nach rechts drehen: Die Höhen werden angehoben, während die Bässe im gleichen Maße abgesenkt werden. Der Sound wird heller und klarer.
  • Nach links drehen: Die Bässe werden angehoben und die Höhen abgesenkt. Der Sound wird wärmer und dunkler.

Die Kern-Features

1. Einstellbare Center-Frequenz

Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber ganz simplen Tilt-Reglern. Du kannst festlegen, um welchen Punkt die Wippe kippt.

  • Eine hohe Center-Frequenz beeinflusst nur die silbrigen Höhen.
  • Eine tiefe Center-Frequenz verändert den Charakter des gesamten Instruments massiv.

2. Mid/Side Modus

Das Flip EQ bietet eine Funktion, die man bei so simplen Plugins selten findet:

  • Du kannst entscheiden, ob du das gesamte Signal bearbeitest, nur die Mitte (Mono-Anteil) oder nur die Seiten (Stereo-Information).
  • Beispiel: Du kannst die Seiten heller machen, um den Mix breiter wirken zu lassen, während der Bass in der Mitte stabil bleibt.

3. Vordefinierte Filter-Kurven

Das Plugin nutzt keine chirurgisch scharfen Kurven, sondern sehr breite, sanfte Shelving-Filter. Das sorgt dafür, dass die Klangänderung immer natürlich und nie „phasig“ oder künstlich klingt.

Typische Einsatzbereiche

Quelle Anwendung
Ganze Mixe Um einen zu dumpfen Mix mit einem Handgriff „aufzuwecken“ oder einen zu schrillen Mix zu zähmen.
Gitarren-Bus Perfekt, um gedoppelte Gitarren im Handumdrehen heller zu machen, ohne dass sie dünn klingen.
Synthesizer Ideal, um Pads sanft in den Hintergrund zu rücken (dunkler stellen) oder Leads nach vorne zu holen.
Hi-Hats Schnelles Entfernen von tiefem „Müll“ bei gleichzeitigem Boost der Brillanz.

Fazit: Warum Things-Flip EQ?

Es ist das ultimative Tool für schnelle Entscheidungen. Oft verliert man sich in einem 10-Band-EQ und zerstört die Phasenlage des Signals. Das Flip EQ zwingt dich dazu, auf den Gesamtcharakter zu hören.

Tipp: Nutze den Side-Modus, um deine Master-Spur ab ca. 500 Hz in den Seiten leicht aufzuhellen. Das öffnet den Mix und gibt ihm eine luftige Breite, ohne dass die Vocals oder die Kick-Drum in der Mitte ihre Kraft verlieren.

Firma: AudioThing


AudioThing Frostbite2

Das AudioThing Frostbite 2 ist ein spezialisiertes Multi-Effekt-Plugin, das für extremes Sounddesign, frostige Texturen und Ambient-Klanglandschaften entwickelt wurde. Es ist die Weiterentwicklung des ursprünglichen Frostbite und kombiniert drei kraftvolle Module in einer flexiblen Signalkette.

Wie der Name schon sagt, ist der Klangcharakter eher kalt, kristallin und atmosphärisch – perfekt, um gewöhnliche Sounds in eisige Welten zu verwandeln.

Die drei Kern-Module

1. Ring Modulator

Dieses Modul multipliziert zwei Signale miteinander. Das Ergebnis ist ein metallischer, oft disharmonischer Sound.

  • In Frostbite 2 eignet er sich hervorragend, um Klängen eine roboterhafte oder glockenähnliche Textur zu verleihen, bevor sie in die weiteren Module fließen.

2. Frequency Shifter

Im Gegensatz zu einem Pitch-Shifter verschiebt dieser alle Frequenzen um den gleichen Betrag (nicht im harmonischen Verhältnis).

  • Das erzeugt alles von subtilen Phaseneffekten bis hin zu drastischen, unheimlichen Frequenzverschiebungen, die den Ursprungssound komplett entfremden.

3. Feedback Reverb

Ein extrem flexibler Hall mit sehr langen Ausklangzeiten.

  • Das Besondere hier ist die Feedback-Schleife, die es ermöglicht, den Hall fast unendlich stehen zu lassen („Freeze“). Es ist ideal für das Erstellen von riesigen Drones und ätherischen Pads.

Highlights in Version 2

  • Flexibles Routing: Du kannst die Reihenfolge der drei Module (Ring Mod, Shelve, Reverb) per Drag-and-Drop verändern. Das verändert den Klang drastisch (z.B. den Hall verzerren vs. das verzerrte Signal verhallen).
  • Integrierter LFO: Fast jeder Parameter kann moduliert werden. Dadurch entstehen organische, sich bewegende Texturen statt statischer Effekte.
  • Enveloper Follower: Der Effekt kann auf die Lautstärke deines Eingangssignals reagieren, was besonders bei rhythmischem Material wie Drums sehr lebendig klingt.

Typische Einsatzbereiche

Quelle Ergebnis
Pads & Synths Verwandelt einfache Akkorde in komplexe, cineastische Klangteppiche.
Vocals Erzeugt gruselige, flüsternde oder außerirdische Stimmen-Effekte.
Drums / Percussion Verleiht Beats eine metallische, industrielle Kante oder einen "Eis"-Vibe.
Sound Design Ideal für Spiele- oder Filmvertonungen (Sci-Fi, Horror, Winter-Atmosphären).

Fazit: Warum Frostbite 2?

Wenn dir Standard-Reverbs oder Delays zu langweilig sind und du einen Effekt suchst, der den Charakter eines Sounds radikal verändert, ist Frostbite 2 ein Top-Kandidat. Es ist weniger ein Mixing-Tool als vielmehr ein Sounddesign-Instrument.

Pro-Tipp: Nutze die Freeze-Funktion im Reverb-Modul. Schicke einen kurzen Vocal-Fetzen oder eine Snare hinein und drücke Freeze. Du erhältst einen endlosen, stehenden Ton, den du dann mit dem Frequency Shifter modulieren kannst, um spannende Übergänge (Risers) zu bauen.

Firma: AudioThing


AudioThing The Orb

Das AudioThing The Orb ist ein faszinierendes Formant-Filter-Plugin, das darauf spezialisiert ist, menschliche Vokal-Eigenschaften auf jedes beliebige Audiosignal zu übertragen. Es simuliert die Resonanzen des menschlichen Vokaltraktes und lässt deine Synthesizer, Drums oder Gitarren buchstäblich „sprechen“.

Anstatt eines klassischen Tiefpass- oder Hochpass-Filters nutzt The Orb ein System aus drei Bandpass-Filtern, um die sogenannten Formanten nachzubilden, die unsere Sprache definieren.

Die Kern-Features

1. Das Vokal-System

The Orb bietet drei verschiedene Modi, um unterschiedliche Klangfarben zu erzeugen:

  • Male (Männlich): Tiefere, kräftigere Resonanzen.
  • Female (Weiblich): Höhere, feiner definierte Formanten.
  • Child (Kind): Sehr helle, enge Filterkurven.
  • Du kannst stufenlos zwischen den Vokalen [a, e, i, o, u] wählen oder diese mischen.

2. Der Sektor-Controller (Das "Orb")

Das Herzstück des Plugins ist die kreisförmige XY-Fläche. Hier kannst du den "Punkt" bewegen, um zwischen den verschiedenen Vokalen zu morphen. Das ermöglicht extrem organische und fließende Übergänge, die weit über statische EQ-Einstellungen hinausgehen.

3. Die Modulations-Power

The Orb ist erst dann richtig in seinem Element, wenn Bewegung ins Spiel kommt:

  • LFO: Synchronisiere das Morphen der Vokale zum Tempo deiner DAW.
  • Enveloper Follower: Das Filter reagiert auf die Dynamik deines Eingangssignals. Je lauter du spielst, desto stärker öffnet sich der "Mund" des Filters.
  • Randomizer: Erzeugt unvorhersehbare, glitschige Vokal-Veränderungen.

Typische Einsatzbereiche

Quelle Effekt / Ergebnis
Pads & Leads Verwandelt statische Synthesizer in lebendige, "singende" Texturen.
Bass-Gitarre Erzeugt einen Effekt, der an ein Wah-Wah-Pedal erinnert, aber deutlich kehlig und menschlicher klingt ("Talking Bass").
Drums Gibt Percussion-Loops einen seltsamen, außerirdischen Charakter – perfekt für experimentellen Techno oder Glitch.
Sound Design Ideal für Roboter-Stimmen, Monster-Sounds oder Sci-Fi-Atmos.

Fazit: Warum The Orb?

The Orb ist kein Tool für den täglichen Mix-Alltag, sondern ein Kreativ-Effekt. Es ist die perfekte Wahl, wenn ein Sound mehr "Persönlichkeit" oder eine organische, menschliche Komponente braucht. Es klingt deutlich wärmer und vielseitiger als ein klassischer Vocoder.

Ein kleiner technischer Blick

The Orb arbeitet mit einer sehr CPU-schonenden Engine und bietet eine integrierte Sättigungs-Stufe, um den gefilterten Sounds bei Bedarf mehr Biss und Obertöne zu verleihen, damit sie sich im Mix besser durchsetzen.

Tipp: Versuche, den Envelope Follower auf eine einfache Drum-Loop zu legen. Die Art und Weise, wie die Vokale rhythmisch mit der Kick und Snare "mitspringen", erzeugt sofort einen interessanten Groove, den man so manuell kaum programmieren könnte.

Firma: AudioThing