Musik-Instrumente von Sonokinetic

Orchestrale Klänge für das Sound-Studio

Native-Instruments - Kontour

native instruments Kontour

Kontour ist ein oft unterschätztes Juwel aus dem Hause Native Instruments, das für REAKTOR 6 entwickelt wurde. Es handelt sich um einen Synthesizer, der auf Phase-Modulation (ähnlich wie FM-Synthese, aber technisch anders umgesetzt) basiert und extrem reaktionsschnell auf Spielweisen reagiert.

Entwickelt wurde er ebenfalls von Stephan Schmitt, dem Gründer von NI, was man der puristischen und hocheffektiven Engine sofort anmerkt.

1. Das Klangkonzept: Organisch und haptisch

Das Hauptziel von Kontour war es, einen Synthesizer zu bauen, der sich wie ein echtes, physikalisches Instrument verhält. Er reagiert extrem sensibel auf Velocity (Anschlagstärke) und Aftertouch.

  • Vibe: Malzig, hölzern, metallisch oder sehnig – die Sounds wirken oft so, als könne man sie anfassen.
  • Charakter: Er liefert keine "fetten" Super-Saw-Wände, sondern eher präzise, lebendige Klänge, die sich im Mix durch ihre Textur und Bewegung abheben.

2. Die Architektur: Feedback ist alles

Kontour nutzt eine spezielle Form der Synthese, bei der zwei Oszillatoren durch eine komplexe Feedback-Schleife gejagt werden.

  • Phase Modulation: Durch das Verschieben der Phase entstehen Oberwellen, die sehr organisch klingen können (von sanften Flöten bis zu verzerrtem Metall).
  • Vier Kammfilter (Comb Filters): Diese sind das Herzstück für den "physischen" Charakter. Sie simulieren Resonanzkörper, wie man sie von Saiten- oder Blasinstrumenten kennt.
  • Modulations-Zentren: Das Interface ist so aufgebaut, dass man die wichtigsten Parameter für die Dynamik (z.B. wie stark der Sound auf den Anschlag reagiert) zentral im Griff hat.

3. Highlights: Performance im Fokus

  • Motion-Recorder: Du kannst Reglerbewegungen direkt im Instrument aufnehmen und loopen. Das sorgt für Sounds, die sich ständig verändern, ohne dass du komplexe LFOs programmieren musst.
  • Extreme Bandbreite: Trotz der eher "dünnen" Grundwellenformen kann Kontour durch das interne Feedback und die Sättigung in den Filtern extrem aggressiv und verzerrt klingen.
  • Makro-Steuerung: Die vier großen Regler auf der Hauptseite erlauben es, den Klangcharakter drastisch zu verändern (z.B. von "Clean" zu "Chaos"), was ihn ideal für Live-Performances macht.

4. Einsatzbereiche

  • Modernes Sounddesign: Ideal für abstrakte, organische Texturen und fiktive akustische Instrumente.
  • Minimal & IDM: Wo präzise, perkussive Sounds mit viel Tiefe gefragt sind.
  • Cineastische Akzente: Perfekt für Klänge, die Spannung erzeugen, ohne den gesamten Frequenzbereich zu überladen.
  • Performance-orientierte Musik: Für Musiker, die viel mit Expression-Pedalen oder MPE-Controllern arbeiten.

Kurzer Vergleich: Kontour vs. Prism

Merkmal Prism / Mikro Prism Kontour
Synthese Modale Synthese (Exciter/Resonator). Phase Modulation & Feedback.
Gefühl Gläserner, kühler, perkussiver. Reibender, "dreckiger", haptischer.
Stärke Glocken, Saiten, Mallets. Organische Leads, Reibegeräusche, Bässe.


Fazit: 
Kontour ist ein Instrument für Feinschmecker. Es erfordert ein gewisses Maß an Spieltechnik, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Wenn du Synthesizer magst, die auf jede Nuance deines Anschlags reagieren und einen sehr eigenständigen, "nicht-digitalen" Charakter haben, ist Kontour eine fantastische Ergänzung.

Firma: Native-Instruments