Musik-Instrumente von Sonokinetic

Orchestrale Klänge für das Sound-Studio

native instruments Kontakt 6

Kontakt 8 ist die neueste Generation des Industriestandards für Sampling und Instrumentendesign von Native Instruments. Mit dieser Version wurde die Plattform nicht nur technologisch modernisiert, sondern auch um völlig neue Synthese- und Workflow-Funktionen erweitert.

Hier sind die wichtigsten Neuerungen und Merkmale:

1. Neu: Chords & Phrases

Dies ist eine der größten Änderungen im Workflow. Kontakt 8 ist nicht mehr nur ein "Player", sondern hilft aktiv beim Komponieren:

  • Tools: Es gibt neue Module für Chords (Akkorde) und Phrases (Phrasen), die man auf jedes beliebige Instrument anwenden kann.
  • Inspiration: Du kannst einfache Noten spielen, und Kontakt generiert daraus komplexe Harmonien oder rhythmische Muster, die stilistisch zu deinem Projekt passen.

2. Leap – Der neue Workflow für Samples

Mit Leap führt Kontakt 8 eine dedizierte Engine für das Spielen und Manipulieren von Loops und Samples ein:

  • Performance-orientiert: Es erinnert an klassische Grooveboxen. Du kannst Samples extrem schnell triggern, pitchen und mit Effekten in Echtzeit verbiegen.
  • Leap Expansions: NI liefert hierfür spezielle Packs (z.B. Afrobeats, Latin Trap), die darauf optimiert sind, sofort spielbar zu sein.

3. Conflux – Wavetable-Hybrid-Synthese

Kontakt verlässt hier den reinen Sampling-Pfad. Conflux ist ein neues Instrument innerhalb von Kontakt 8, das echtes Sampling mit Wavetable-Synthese verbindet:

  • Dadurch entstehen organische, sich ständig verändernde Texturen und Sounds.
  • Besonders für Sounddesign und moderne Filmmusik ist dies ein extrem mächtiges Werkzeug, da es das Beste aus beiden Welten (statische Samples + dynamische Synthese) vereint.

4. Technisches Update: Die Engine

  • Neues Interface: Das Design wurde flacher und moderner gestaltet, um die Bedienung auf hochauflösenden Bildschirmen zu verbessern.
  • Schnellere Suche: Der Browser wurde weiter optimiert, sodass du deine tausenden Sounds (inklusive der Symphony Series oder des Cremona Quartets) noch schneller nach Tags und Charakteristiken filtern kannst.
  • Abwärtskompatibilität: Kontakt 8 lädt natürlich alle deine alten Libraries aus Kontakt 7, 6 und früher ohne Probleme.

5. Kontakt 8 vs. Kontakt 8 Player

Feature Kontakt 8 (Vollversion) Kontakt 8 Player (Kostenlos)
Libraries laden Alle (auch von Drittanbietern ohne Lizenz). Nur lizenzierte "Powered by Kontakt" Libraries.
Sampling Eigene Samples aufnehmen und mappen. Nur Wiedergabe.
Bearbeitung Voller Zugriff auf die interne Struktur. Eingeschränkt auf das User-Interface der Library.
Neuheiten Voller Zugriff auf Conflux und alle Tools. Eingeschränkt auf Player-kompatible Inhalte.

Fazit

Kontakt 8 ist ein massiver Sprung nach vorne, besonders durch die Tools (Chords/Phrases) und die Conflux-Engine. Es ist jetzt weniger ein passiver Container für Sounds und vielmehr ein kreativer Partner beim Songwriting.

Wenn du bereits die großen Libraries wie die Symphony Series oder die Stradivari nutzt, profitierst du in Kontakt 8 vor allem von der besseren Übersicht und den neuen Möglichkeiten, diese traditionellen Sounds mit modernen Synthese-Modulen zu verknüpfen.

Firma: Native-Instruments


native instruments Flesh

Flesh ist eines der ungewöhnlichsten Instrumente im Native-Instruments-Universum. Es wurde vom Musiker und Erfinder Tim Exile entwickelt (der auch für The Mouth und The Finger verantwortlich ist).

Das Grundkonzept: Flesh verwandelt rhythmische Samples in komplette Kompositionen. Es „extrahiert“ die Essenz eines Loops und nutzt diese, um Synthesizer, Sequenzer und Effekte zu füttern.

Hier ist die Funktionsweise im Detail:

1. Das Konzept: Proben-Recycling

Du ziehst ein beliebiges Sample (am besten einen Drum-Loop oder eine perkussive Phrase) in Flesh. Das Plugin analysiert das Material und teilt es in rhythmische und melodische Informationen auf.

  • Das Ausgangsmaterial: Ein einfacher Beat reicht aus.
  • Das Ergebnis: Flesh generiert daraus Basslinien, Melodien und Pad-Sounds, die alle exakt zum Groove deines Samples passen.

2. Die Klangerzeugung (Engines)

Flesh besteht aus fünf internen Engines, die gleichzeitig laufen:

  • Sub-Sektion: Generiert tiefe Bässe basierend auf den Transienten deines Samples.
  • Mono-Synthesizer: Erzeugt Lead-Lines und Melodien.
  • Poly-Synthesizer: Liefert Akkorde und harmonische Texturen.
  • Sample-Engine: Spielt das Original-Sample ab, verändert es aber oft bis zur Unkenntlichkeit.
  • FX-Sektion: Ein komplexes System aus Delay, Reverb und Modulations-Effekten.

3. Performance & Live-Einsatz

Flesh ist extrem auf Live-Performance ausgelegt. Es gibt ein zentrales Snapshot-System:

  • Du kannst verschiedene Zustände (Sounds, Melodien, Effekt-Einstellungen) auf Tasten legen und dazwischen hin- und herspringen.
  • Über ein großes XY-Pad in der Mitte lässt sich der Sound massiv morphen.
  • Da alles auf einem einzigen Loop basiert, bleibt das Ergebnis immer im richtigen Rhythmus und in der richtigen Tonart – egal wie sehr du die Regler verbiegst.

4. Harmonische Kontrolle

Obwohl Flesh aus einem Drum-Loop Töne generiert, hast du die volle Kontrolle:

  • Du kannst die Tonart festlegen oder via MIDI-Keyboard vorgeben, welche Harmonien die Synthesizer-Engines spielen sollen.
  • So wird aus einem simplen Beat plötzlich ein komplexes Arrangement mit Bass und Flächen.

Für wen ist Flesh geeignet?

Vorteil Nachteil
Maximale Inspiration: Perfekt gegen Schreibblockaden – man füttert es mit einem Loop und hat sofort eine Idee. Lernkurve: Das Interface ist sehr eigenwillig und erfordert etwas Einarbeitung.
Einzigartiger Sound: Es klingt organisch, glitschig und sehr modern (typisch Tim Exile). Unvorhersehbarkeit: Manchmal ist es schwer, Flesh zu einem ganz spezifischen, herkömmlichen Sound zu zwingen.
NKS-Optimiert: Das Morphen der Sounds macht mit einem echten Regler deutlich mehr Spaß.


Fazit:
Flesh ist kein Sampler im klassischen Sinne (wie Battery) und keine Orchester-Library (wie die Symphony Series). Es ist ein Performance-Synthesizer, der Samples als Treibstoff nutzt. Wenn du elektronische Musik produzierst und Lust auf glitschige, lebendige Grooves hast, ist es ein absolut faszinierendes Werkzeug.

Firma: Native-Instruments


native instruments battery4

Battery (aktuell in Version 4) ist der unangefochtene Industriestandard für Drum-Sampling und Beat-Design. Während Polyplex eher auf Experimente und Zufall setzt, ist Battery ein hochpräzises Präzisionswerkzeug für das Layering, Editieren und Abmischen von Schlagzeug-Sounds.

Hier ist das Konzept im Detail:

1. Das Zellen-System (Die Matrix)

Das Interface besteht aus einer flexiblen Matrix von Zellen. Jede Zelle kann ein Sample (oder mehrere Layer) enthalten.

  • Workflow: Du kannst Samples einfach per Drag-and-Drop aus deinem Finder oder dem internen Browser in eine Zelle ziehen.
  • Übersicht: Die Zellen lassen sich farblich kodieren, was besonders bei großen Kits (z. B. 128 Sounds) hilft, den Überblick zwischen Kicks, Snares und Percussion zu behalten.

2. Sound-Design & Editierung

Battery bietet pro Zelle Bearbeitungsmöglichkeiten, die weit über einen einfachen Sampler hinausgehen:

  • Waveform-Editor: Intuitives Kürzen, Loopen und Umkehren von Samples.
  • Effekte pro Zelle: Jede Zelle hat einen eigenen Kanalzug mit Kompressor, EQ, Filter, Sättigung (Saturation) und Lo-Fi-Modul.
  • Modulation: Du kannst Parameter wie Pitch oder Filter durch LFOs, Hüllkurven oder Velocity steuern.

3. Die Library

Die mitgelieferte Library ist riesig und deckt fast jedes Genre ab:

  • Elektronisch: Legendäre Drum-Machines (808, 909), Glitch-Kits, Techno- und Trap-Sets.
  • Akustisch: Sehr natürlich klingende Drum-Kits, die oft mit mehreren Velocity-Layern aufgenommen wurden, um einen realistischen Sound zu erzeugen.
  • Signature-Kits: Viele Sounds wurden von namhaften Künstlern und Sound-Designern speziell für Battery erstellt.

4. Fortgeschrittene Features

  • Key-Mapping: Du kannst eine Zelle über die ganze Tastatur mappen, um sie melodisch zu spielen (z. B. für 808-Basslines).
  • Sidechaining: Integriertes Sidechaining innerhalb des Plugins ist möglich.
  • Artikulationen: Es gibt spezielle Modi für "Humanizing", um starre MIDI-Patterns lebendiger wirken zu lassen.

Vergleich: Battery vs. Polyplex vs. Kontakt

Plugin Fokus Bestes Feature
Battery Präzises Drum-Labor Workflow & Library-Umfang
Polyplex Zufall & Layering Der "Würfel"-Button für schnelle Inspiration
Kontakt Universeller Sampler Komplexe Orchester-Instrumente (wie die Symphony Series)

Fazit

Battery ist das "Schweizer Taschenmesser" für jeden Beatmaker. Es ist extrem stabil, übersichtlich und lässt sich perfekt in jede DAW einbinden. Besonders stark ist es beim Layering: Du kannst mehrere Kicks übereinanderlegen und sie mit den internen EQs und Filtern so bearbeiten, dass sie wie ein einziger, druckvoller Sound klingen.

Firma: Native-Instruments


native instruments Polyplex

Polyplex ist ein unkonventioneller, hocheffektiver Drum-Designer für Kontakt, der von Twisted Tools entwickelt wurde. Im Gegensatz zu klassischen Drum-Machines, bei denen man mühsam einzelne Samples schraubt, basiert Polyplex auf dem Prinzip der Zufälligkeit und des Layerings.

Hier ist das Konzept hinter diesem "kontrollierten Chaos":

1. Das Layer-System

Jeder der 8 Drum-Slots in Polyplex besteht aus vier Layern.

  • Wenn du ein Kit lädst, hörst du eine Mischung aus diesen vier Sounds pro Pad (z. B. ein organischer Kick-Snap, ein synthetischer Sub, ein kurzes Rauschen und ein metallischer Akzent).
  • Das gibt den Drums eine enorme Tiefe und Einzigartigkeit, die man mit einem einzelnen Sample kaum erreicht.

2. Die "Randomize"-Funktion (Der Würfel)

Das Herzstück von Polyplex sind die Würfel-Symbole. Du kannst den Zufall auf verschiedenen Ebenen steuern:

  • Globaler Zufall: Erwürfelt ein komplett neues Kit aus allen verfügbaren Samples.
  • Sound-Zufall: Tauscht nur die Samples eines bestimmten Drum-Pads aus.
  • Parameter-Zufall: Behält die Samples bei, würfelt aber Effekte, Filter oder Hüllkurven neu aus.

Der Clou: Du kannst "gute" Sounds sperren (Lock-Funktion) und nur den Rest weiter erwürfeln, bis das Kit perfekt ist.

3. Integrierte Effekte und Routing

Polyplex ist ein komplettes Sounddesign-Studio:

  • Pro-Pad Effekte: Jedes Pad hat eigene Effekte wie Distortion, Filter, EQ und Dynamics.
  • Globaler Effekt-Slot: Ein separater Bereich für Reverb, Delay und Glitch-Effekte.
  • Einzelausgänge: Du kannst jedes Pad in deiner DAW auf eine eigene Spur routen, um es dort professionell abzumischen.

4. Klangcharakter

Der Sound von Polyplex ist eher modern, elektronisch und experimentell. Er eignet sich hervorragend für:

  • Glitch-Hop und IDM
  • Modernen Hip-Hop / Trap (für einzigartige Signature-Snares)
  • Techno und Industrial
  • Layering: Viele Produzenten nutzen Polyplex, um organischen Drums eine elektronische Textur "unterzumischen".

Vor- und Nachteile

Vorteil Nachteil
Extrem schneller Workflow: Man kommt in Sekunden zu inspirierenden neuen Sounds. Wenig Kontrolle beim Start: Man muss sich darauf einlassen, dass der Zufall regiert.
Einzigartigkeit: Die Wahrscheinlichkeit, denselben Sound wie jemand anderes zu haben, ist minimal. CPU-Last: Durch das Layering von 32 Samples gleichzeitig kann es hungriger sein als einfache Drum-Sampler.
NKS-Support: Die Zufallsfunktionen lassen sich super über die Hardware-Buttons der NI-Keyboards bedienen.


Fazit:
Polyplex ist das perfekte Werkzeug für alle, die genug von Standard-Drum-Kits haben und ein Plugin suchen, das sie durch Zufall auf Ideen bringt, die sie manuell niemals so geschraubt hätten. Es macht süchtig, einfach so lange zu würfeln, bis dieser eine, perfekt knallende Sound entsteht.

Firma: Native-Instruments