
Die Bass Trumpet (Basstrompete) der Vienna Symphonic Library ist ein faszinierendes Nischeninstrument, das die klangliche Lücke zwischen der Trompete und der Posaune schließt. Obwohl sie wie eine große Trompete aussieht, wird sie meist von Posaunisten gespielt, da sie in derselben Lage wie die Tenorposaune klingt, aber das charakteristische Ventil-Timbre und die Direktheit einer Trompete besitzt.
VSL hat dieses seltene Instrument mit all seiner kernigen Kraft und orchestralen Eigenheit eingefangen.
1. Der Klangcharakter: Kernig, Stolz und Direkt
Die Basstrompete (meist in C oder B gestimmt) bietet ein Timbre, das sich deutlich von der Posaune unterscheidet:
- Das Timbre: Sie klingt „enger“ und fokussierter als eine Posaune. Während die Posaune eine edle Breite besitzt, wirkt die Basstrompete oft aggressiver, direkter und metallischer.
- Die Artikulation: Dank der Ventile sind die Tonübergänge präziser und „knackiger“ als beim Zug-Mechanismus der Posaune. Das macht sie ideal für schnelle, fanfarenartige Läufe in tieferer Lage.
- Heroische Präsenz: Sie besitzt eine stolze, fast schon kriegerische Ausstrahlung, die im Orchester sofort Aufmerksamkeit erregt.
2. Einsatzgebiete
- Wagner & Strauss: Unverzichtbar für die authentische Aufführung von Werken wie Der Ring des Nibelungen oder Elektra. Wagner schätzte die Basstrompete für ihre heroische Durchschlagskraft.
- Modernes Scoring: In der Filmmusik wird sie oft genutzt, um Blechbläser-Themen eine zusätzliche Definition zu verleihen, ohne die Massivität einer Posaune hinzuzufügen.
- Hybride Musik: Aufgrund ihres schneidenden Charakters lässt sie sich hervorragend mit elektronischen Sounds oder tiefen Streichern layern, um eine scharfe „Kante“ zu erzeugen.
3. Artikulationen: Agilität in der Tiefe
Die VSL-Version profitiert von der hohen Beweglichkeit des Instruments:
- Performance Legato: Die Legato-Übergänge sind sehr präzise. Da keine Zug-Bewegung stattfindet, klingen schnelle Linien sehr definiert.
- Staccato & Repetitions: Das Herzstück der Basstrompete. Die kurzen Noten haben einen enormen „Biss“ und eignen sich perfekt für aggressive rhythmische Motive.
- Sforzato: Ein Basstrompeten-Akzent hat eine sehr markante, metallische Spitze, die sich mühelos gegen den Rest des Orchesters durchsetzt.
- Portamento: VSL hat auch die gleitenden Übergänge eingefangen, die dem Instrument eine fast schon menschliche, klagende oder bedrohliche Qualität verleihen können.
4. Integration: VI Series & Synchronized
- VI Series (Silent Stage): Die trockene Aufnahme ist ideal, um die Basstrompete mittels MIR Pro perfekt im Raum zu platzieren. Man kann sie entweder direkt hinter den Trompeten oder als Brücke zu den Posaunen positionieren.
- Synchronized Bass Trumpet: Für den Synchron Player optimiert. Die Einbettung in die Akustik der Synchron Stage Vienna verleiht dem Instrument eine natürliche Schwere und lässt es organisch in den Gesamtklang des Blechsatzes einfließen.
5. Technische Übersicht
| Merkmal | Details |
| Tonumfang | Ähnlich wie die Tenorposaune (oft in C notiert) |
| Klangfarbe | Metallisch, direkt, stolz, durchdringend |
| Besonderheit | Ventilinstrument in Posaunenlage |
| Empfehlung | Perfekt für heroische Themen, Wagner-Interpretationen und aggressive Akzente |
Fazit: Die VSL Bass Trumpet ist das perfekte Werkzeug, wenn Ihnen eine normale Trompete zu dünn und eine Posaune zu breit oder zu träge klingt. Sie bringt eine ganz eigene, heroische Schärfe in Ihre Arrangements, die besonders in dramatischen und epischen Kontexten glänzt.
Nie war eine Orchester-Library so [...], nie gab es so viele, qualitativ höchstwertige Samples in Verbindung mit einem intelligent gemachten Sampleplayer. Gerade letzterer stellt nicht nur für alle Computer-Orchestratoren einen großen Sprung nach vorne dar, sondern er festigt auch die Positionierung von VSL als Speerspitze technischer Innovation gepaart mit orchestraler Authentizität gegenüber der Konkurrenz.
Martin Gerke, Sound & Recording, März 2007
I have both the Vienna Instruments brass libraries and I find them to be really incredible. The sheer number of articulations plus the multiple speed legatos and repetitions are just a joy to work with. Really outstanding sound quality and sample performers as well. Can't say enough good things about the VI brass.
Cheers, Art
posted in the Vienna’s user forum, January 2007
It’s fair to say that Vienna Instruments are pushing the boundaries of how sampled instruments sound and play. Offering unprecedented control over articulations and expression, VSL’s Vienna Instruments afford professional composers and mockup masters with one of the most comprehensive and sophisticated instruments on the market. The recording quality is uniformly excellent, the performances are consistently superb, and the range of articulations is exhaustively comprehensive.
John Krogh, Keyboard, August 2006
I simply couldn’t believe that a handful of people beavering away had come up with such a slick user interface that even a software dunce such as myself hardly needed to glance at the manual. In a nutshell, Vienna Instruments take VSL’s trademark crisp sound to a new level. Rarely have I encountered such a complex, powerful tool that’s so instantly accessible, transparent and quick to use. For once, an instrument interface feels like something that wasn’t designed by a committee, but by a group of like-minded musicians and composers who understand what we want.
VI Second Opinions – Hilgrove Kenrick, Sound on Sound, July 2006
Es ist schon unglaublich, wie VSL es geschafft hat, eine Bedienoberfläche auf die Beine zu stellen, welche im Grunde die Quadratur des Kreises vollführt: eine unfassbare Fülle von Möglichkeiten UND ergonomische Simplizität. Ein weiteres kleines Wunder ist die Velocity-X-Fade-Funktion, welche beliebige Multi-Layer-Patches (also mit mehreren gesampelten Dynamikstufen) mit einem Klick in Multi-Layer Crossfade-Patches verwandelt. Maximale Rauschfreiheit, große Dynamik, gute Balance, klangliche Konsistenz und ein perfektes Mapping sind nur einige Stichworte zu einem nahezu konkurrenzlosen Sample-Pool und dessen professioneller Aufbereitung in 24 Bit/44,1 kHz. Die Sample-Engine toppt mit einer Fülle von innovativen Konzepten selbst die geheimsten Wünsche ausgefuchster Power-User. Die Messlatte für Orchester-Samples hat VSL jedenfalls mal wieder ganz hoch gehängt. Um diese zu toppen, nützen der Konkurrenz weder Geld noch gute Ideen, hier hilft nur eins: noch ein Wunder. Oder besser gleich zwei.
Roman Beilharz, PC & Musik, Aug./Sept. 2006
Sometimes it’s hard to believe that you’re actually playing what you hear – the transitions are that smooth. Nothing else can do that. [The player’s] interface is very clear, and it takes no time to learn your way around it. I was able to load 1.745 GB of samples into the 2GB installed on the Windows machine, which is absolutely phenomenal – over half a gig more than anything else has ever loaded on that computer. Still subjectively, VSL’s greatest strength – apart from the subtlety of expression you’re able to achieve with such a vast selection of articulations – is somewhat intangible: the notes all have a meaning. This especially true for the short woodwinds; rather than just going “toot”, their possibilities are immediately obvious. All the major software samplers have improved by leaps and bounds in many important areas, but they haven’t necessarily focused their efforts on making the wonderful new libraries they spawned easy to manage. The Vienna Instruments player sets new standards in that category, and also in its memory access performance. That, combined with the incredible breadth of the library itself, allows you to do some things nothing else can do.
Nick Batzdorf, Virtual Instruments Magazine June/July 2006
Firma: Vienna Symphonic Library

