
Die Contrabass Trombone (Kontrabassposaune) der Vienna Symphonic Library ist das ultimative Schwergewicht im Blechbläsersatz. Sie ist deutlich größer als die Bassposaune und oft in F oder B gestimmt (eine Oktave unter der Tenorposaune). In der modernen Orchestrierung ist sie das Instrument für die Momente, in denen eine normale Bassposaune nicht mehr ausreicht, um die nötige physische Gewalt und klangliche Tiefe zu erzeugen.
VSL hat dieses Instrument mit einer beeindruckenden Detailtiefe eingefangen, die das enorme Volumen und den massiven Luftstrom spürbar macht.
1. Der Klangcharakter: Urgewalt und Finsternis
Die Kontrabassposaune bietet eine klangliche Signatur, die kein anderes Blechblasinstrument erreicht:
- Das Sub-Register: Sie liefert Töne, die oft mehr als physische Vibration denn als klarer Pitch wahrgenommen werden. Der Klang ist extrem breit und besitzt eine fast schon „beängstigende“ Tiefe.
- Das Schmettern (Cuivré): Im Fortissimo entwickelt die Kontrabassposaune ein brachiales, metallisches Reißen, das weitaus massiver und rauer ist als bei der Bassposaune. Es klingt wie "reißendes Blech".
- Die Ansprache: Aufgrund der enormen Rohrlänge reagiert das Instrument etwas träger. VSL hat diese physikalische Trägheit perfekt in die Samples integriert, was für einen sehr authentischen Spielcharakter sorgt.
2. Einsatzgebiete
- Modernes Blockbuster-Scoring: Unverzichtbar für den typischen "Inception"-artigen Blechbläser-Sound oder dunkle, heroische Motive im Stile von Hans Zimmer oder Howard Shore.
- Wagner-Besetzungen: In Werken wie dem Ring des Nibelungen wird die Kontrabassposaune eingesetzt, um dem Blechsatz eine fundamentale, fast göttliche Schwere zu verleihen.
- Horror & Suspense: Für extrem tiefe, dröhnende Haltenoten oder aggressive Akzente, die Unbehagen auslösen.
- Verstärkung der Tuba: Sie wird oft im Unisono mit der Tuba eingesetzt, um deren rundem Klang eine extrem scharfe, metallische Definition hinzuzufügen.
3. Artikulationen: Rohre voller Energie
Trotz der Größe des Instruments bietet VSL eine hohe Flexibilität:
- Performance Legato: Besonders in den tiefsten Lagen ist ein fließendes Legato eine technische Herausforderung. VSL liefert hier Übergänge, die den massiven Luftstrom zwischen den Tönen beibehalten.
- Sforzatissimo: Einer der mächtigsten Effekte in der Library. Ein Sforzato-Stoß der Kontrabassposaune kann ein gesamtes Orchester-Tutti überlagern.
- Glissandi: Durch die enorme Länge des Zuges sind diese Glissandi besonders langsam und bedrohlich – perfekt für cineastische Sound-Effekte.
- Flatterzunge: In der Kontrabass-Lage erzeugt dies ein beinahe motorisches, vulkanisches Grollen.
4. Integration: VI Series & Synchronized
- VI Series (Silent Stage): Die trockenen Aufnahmen ermöglichen es, dieses "Monster" mittels MIR Pro präzise zu zähmen. Da tiefe Frequenzen im Mix viel Platz einnehmen, ist die exakte räumliche Verortung entscheidend, damit der Klang nicht alles andere "erdrückt".
- Synchronized Contrabass Trombone: Optimiert für den Synchron Player. Die Akustik der Synchron Stage Vienna gibt dem Instrument den nötigen Raum, um seine gewaltige Wellenlänge voll zu entfalten. Der natürliche Hall lässt das Instrument massiv und filmreif klingen.
5. Technische Übersicht
| Merkmal | Details |
| Tonumfang | Reicht bis in die Subkontra-Oktave (ca. F0/B0) |
| Klangfarbe | Brutal, massiv, extrem tief, metallisch-rau |
| Besonderheit | Enormer Luftverbrauch beim echten Instrument (in den Samples perfekt abgebildet) |
| Empfehlung | Das ultimative Fundament für epische und dunkle Orchestrierungen |
Fazit: Die VSL Contrabass Trombone ist kein Instrument für den subtilen Hintergrund. Sie ist eine Naturgewalt. Wenn Sie nach dem "tiefstmöglichen Biss" im Blech suchen, der Ihre Lautsprecher zum Beben bringt, ist diese Library die Antwort.
Nie war eine Orchester-Library so [...], nie gab es so viele, qualitativ höchstwertige Samples in Verbindung mit einem intelligent gemachten Sampleplayer. Gerade letzterer stellt nicht nur für alle Computer-Orchestratoren einen großen Sprung nach vorne dar, sondern er festigt auch die Positionierung von VSL als Speerspitze technischer Innovation gepaart mit orchestraler Authentizität gegenüber der Konkurrenz.
Martin Gerke, Sound & Recording, März 2007
I have both the Vienna Instruments brass libraries and I find them to be really incredible. The sheer number of articulations plus the multiple speed legatos and repetitions are just a joy to work with. Really outstanding sound quality and sample performers as well. Can't say enough good things about the VI brass.
Cheers, Art
posted in the Vienna’s user forum, January 2007
It’s fair to say that Vienna Instruments are pushing the boundaries of how sampled instruments sound and play. Offering unprecedented control over articulations and expression, VSL’s Vienna Instruments afford professional composers and mockup masters with one of the most comprehensive and sophisticated instruments on the market. The recording quality is uniformly excellent, the performances are consistently superb, and the range of articulations is exhaustively comprehensive.
John Krogh, Keyboard, August 2006
I simply couldn’t believe that a handful of people beavering away had come up with such a slick user interface that even a software dunce such as myself hardly needed to glance at the manual. In a nutshell, Vienna Instruments take VSL’s trademark crisp sound to a new level. Rarely have I encountered such a complex, powerful tool that’s so instantly accessible, transparent and quick to use. For once, an instrument interface feels like something that wasn’t designed by a committee, but by a group of like-minded musicians and composers who understand what we want.
VI Second Opinions – Hilgrove Kenrick, Sound on Sound, July 2006
Es ist schon unglaublich, wie VSL es geschafft hat, eine Bedienoberfläche auf die Beine zu stellen, welche im Grunde die Quadratur des Kreises vollführt: eine unfassbare Fülle von Möglichkeiten UND ergonomische Simplizität. Ein weiteres kleines Wunder ist die Velocity-X-Fade-Funktion, welche beliebige Multi-Layer-Patches (also mit mehreren gesampelten Dynamikstufen) mit einem Klick in Multi-Layer Crossfade-Patches verwandelt. Maximale Rauschfreiheit, große Dynamik, gute Balance, klangliche Konsistenz und ein perfektes Mapping sind nur einige Stichworte zu einem nahezu konkurrenzlosen Sample-Pool und dessen professioneller Aufbereitung in 24 Bit/44,1 kHz. Die Sample-Engine toppt mit einer Fülle von innovativen Konzepten selbst die geheimsten Wünsche ausgefuchster Power-User. Die Messlatte für Orchester-Samples hat VSL jedenfalls mal wieder ganz hoch gehängt. Um diese zu toppen, nützen der Konkurrenz weder Geld noch gute Ideen, hier hilft nur eins: noch ein Wunder. Oder besser gleich zwei.
Roman Beilharz, PC & Musik, Aug./Sept. 2006
Sometimes it’s hard to believe that you’re actually playing what you hear – the transitions are that smooth. Nothing else can do that. [The player’s] interface is very clear, and it takes no time to learn your way around it. I was able to load 1.745 GB of samples into the 2GB installed on the Windows machine, which is absolutely phenomenal – over half a gig more than anything else has ever loaded on that computer. Still subjectively, VSL’s greatest strength – apart from the subtlety of expression you’re able to achieve with such a vast selection of articulations – is somewhat intangible: the notes all have a meaning. This especially true for the short woodwinds; rather than just going “toot”, their possibilities are immediately obvious. All the major software samplers have improved by leaps and bounds in many important areas, but they haven’t necessarily focused their efforts on making the wonderful new libraries they spawned easy to manage. The Vienna Instruments player sets new standards in that category, and also in its memory access performance. That, combined with the incredible breadth of the library itself, allows you to do some things nothing else can do.
Nick Batzdorf, Virtual Instruments Magazine June/July 2006
Firma: Vienna Symphonic Library

