
Der Moog MF-104 Analog Delay ist für viele Musiker und Produzenten der absolute „Heilige Gral“ unter den analogen Delays. Er ist das seltenste und begehrteste Mitglied der Moogerfooger-Familie.
Während digitale Delays das Signal perfekt kopieren, nutzt der MF-104 sogenannte Bucket Brigade Devices (BBD). Das sind analoge Chips, die das Signal von Stufe zu Stufe weiterreichen – dabei verliert der Sound mit jeder Wiederholung leicht an Höhen und gewinnt an Wärme und Charakter, was in einem extrem organischen „Ausfaden“ resultiert.
Die verschiedenen Versionen
Da die Chips für analoge Delays schwer zu bekommen waren, gab es über die Jahre verschiedene Editionen:
- MF-104: Das Original (nur 1000 Stück produziert).
- MF-104Z: Eine Version mit längerer Delay-Zeit (bis zu 1 Sekunde).
- MF-104M: Die modernste Version mit MIDI-Steuerung und Tap-Tempo, heute ein extrem teures Sammlerstück.
Die wichtigsten Funktionen
- Delay Time: Regelt die Zeit zwischen den Wiederholungen. Wenn man diesen Regler dreht, während ein Signal klingt, entstehen die typischen „Pitch-Shift“-Effekte (das Jaulen), für die analoge Delays berühmt sind.
- Feedback: Bestimmt, wie oft das Echo wiederholt wird. Ab einer bestimmten Einstellung (ca. 2 Uhr) geht das Gerät in die Selbstoszillation – es erzeugt von allein kreischende, anschwellende Soundwände, die man mit dem Time-Regler „stimmen“ kann.
- Drive: Auch hier sorgt der Moog-Preamp für eine wunderschöne Sättigung des Eingangssignals.
- Loop-Insert: Eine Besonderheit! Man kann über ein Y-Kabel weitere Effekte (z. B. einen Phaser oder Flanger) nur in den Feedback-Weg einschleifen. Das bedeutet: Das Originalsignal bleibt sauber, aber die Echos werden mit jeder Wiederholung mehr verändert.
Warum ist der MF-104 so legendär?
- Der „Eimerketten“-Sound: Der Klang der Echos ist dunkel, cremig und setzt sich im Mix perfekt hinter das Originalsignal, ohne es zu verdecken.
- Spielbarkeit: Durch die CV-Eingänge lässt sich z. B. die Feedback-Menge mit einem Expression-Pedal steuern. Man kann also während eines Solos per Fuß in die Oszillation fahren und sie wieder zurückholen.
- Spillover: Bei der M-Version klingen die Echos natürlich aus, auch wenn man den Effekt ausschaltet.
Vergleich der Delay-Zeiten
| Modell | Max. Delay Zeit | Besonderheit |
| MF-101 (Original) | 800 ms | Extrem selten, klassischer Chip-Sound |
| MF-104Z | 1000 ms (1 Sek.) | Längere Echos für atmosphärische Flächen |
| MF-104M | 800 ms | MIDI, Tap-Tempo & 6 LFO-Wellenformen |
Einsatzgebiete
- Dub & Reggae: Für die typischen, endlos kreisenden Echos.
- Gitarre: Für warme, räumliche Soli im Stil von David Gilmour.
- Synthesizer: Um einem trockenen Analogsound Tiefe und Dreidimensionalität zu geben.
Firma: Moog

