Musik-Instrumente von VSL

Fantastische Orchester Libraries von VSL

Vienna Symphonic Library Studio Boesendorfer Imperial

 

Die Vienna Symphonic Library (VSL) – Studio Bösendorfer Imperial ist gewissermaßen das Kronjuwel in der Welt der gesampelten Klaviere. Während die zuvor genannten Uprights und der Blüthner durch Charakter und Intimität bestechen, ist der Imperial der Inbegriff von Macht, Volumen und orchestraler Tiefe.

Es handelt sich um das Flaggschiff der österreichischen Klavierbaukunst, den legendären Bösendorfer Concert Grand 290 Imperial.

1. Das Alleinstellungsmerkmal: Die 97 Tasten

Das markanteste Merkmal des Imperial sind seine 97 Tasten (acht volle Oktaven).

  • Zusätzliche Basstasten: Er besitzt 9 zusätzliche Tasten im Bassbereich, die bis zum tiefen C hinunterreichen.
  • Resonanz-Effekt: Selbst wenn man diese tiefen Tasten nicht aktiv spielt, schwingen ihre Saiten bei gedrücktem Pedal mit. Das verleiht dem gesamten Instrument ein gewaltiges Fundament und ein Obertonspektrum, das kein anderer Flügel der Welt erreicht.

2. Klangcharakteristik

Der "Wiener Klang" des Bösendorfer Imperial unterscheidet sich deutlich vom eher perkussiven Steinway-Sound:

  • Singen und Orchestral: Er klingt weniger wie ein Soloinstrument und mehr wie ein ganzes Orchester. Der Ton ist warm, majestätisch und extrem tragfähig.
  • Resonanzkasten-Prinzip: Wie beim Upright besteht auch hier ein Großteil des Korpus aus Fichten-Resonanzholz, was zu einem sehr organischen, lebendigen Nachhall führt.

3. Aufnahme in der Synchron Stage Vienna

Dieser Flügel wurde in der großen Stage A aufgenommen. Im Gegensatz zur Stage B (wo die Uprights stehen) bietet dieser Raum eine prachtvolle, weitläufige Akustik, die dem Imperial den nötigen Platz zum "Atmen" gibt.

4. Full Library vs. Standard

Die Full Library schöpft das Potenzial der Stage A komplett aus und ist für Immersive Audio (Dolby Atmos, Auro 3D) optimiert:

Feature Details
Mikrofon-Setups Insgesamt 11 Mikrofonpositionen in der Full Library.
Perspektiven Von extrem direkten "Close"-Mics über Decca Tree bis hin zu High-Surround-Mikrofonen an der Decke der Halle.
Velocity Layers Über 4.000 Samples pro Taste sorgen für eine unerreichte Dynamikbandbreite.
Präzision Aufgenommen mit der VSL-eigenen Sampling-Roboter-Technologie für absolut konsistente Anschläge.

5. Technische Highlights

  • Sympathetic Resonance: Die Software berechnet das komplexe Zusammenspiel aller Saiten in Echtzeit, was besonders bei den zusätzlichen Basstasten des Imperial beeindruckend klingt.
  • Anpassbare Dynamik: Über den Synchron Pianos Player lässt sich die Anschlagsdynamik perfekt auf das eigene Masterkeyboard kalibrieren.

Einsatzgebiete

Der Bösendorfer Imperial ist die erste Wahl für:

  • Große Filmmusik: Wenn das Klavier gegen ein ganzes Orchester bestehen muss.
  • Klassische Solo-Literatur: Besonders für Werke von Bach, Beethoven oder Brahms, die von der harmonischen Komplexität profitieren.
  • High-End-Produktionen: Überall dort, wo ein "teurer", majestätischer Klang gefragt ist.

Kurzer Vergleich:

  • Wenn du Intimität suchst: German Upright 1904.
  • Wenn du lyrische Wärme suchst: Blüthner 1895.
  • Wenn du absolute Autorität und orchestrale Gewalt suchst: Bösendorfer Imperial.

Firma: Vienna Symphonic Library


Vienna Symphonic Library Synchron Elite Strings

 

Mit der Synchron Elite Strings Full Library bewegt sich die Vienna Symphonic Library weg von den massiven Orchesterbesetzungen hin zu einem kleineren, extrem präzisen und "edlen" Ensemble-Klang. Während die Synchron Strings I für die großen Blockbuster-Wände zuständig sind, steht die Elite-Serie für höchste Detailtreue und Agilität.

Hier sind die entscheidenden Merkmale der Full Library:

1. Die Besetzung

Elite Strings nutzt ein Kammerorchester-Ensemble, das klein genug ist, um jedes Detail der Bogentechnik hörbar zu machen, aber groß genug, um einen geschlossenen, seidigen Streicherkörper zu bilden:

  • 6 erste Violinen
  • 5 zweite Violinen
  • 4 Bratschen
  • 4 Cellos
  • 3 Kontrabässe

2. Der Klangcharakter

Das Hauptaugenmerk liegt auf Präzision und Ausdruck.

  • Intimität: Man hört das Anstreichen der Haare auf der Saite, ohne dass es rau wirkt.
  • Agilität: Durch die kleinere Gruppe reagieren die Samples extrem schnell auf schnelle Passagen und komplexe Rhythmen.
  • Vibrato-Kontrolle: Ein Highlight sind die verschiedenen Vibrato-Stärken (No Vibrato, Regular, Marcato Vibrato), die einen sehr menschlichen, emotionalen Ausdruck ermöglichen.

3. Full Library: Maximale Mikrofon-Vielfalt

Der Unterschied zur Standard Library ist bei den Elite Strings besonders signifikant, da die zusätzlichen Mikrofone der Full Library die akustischen Möglichkeiten der Synchron Stage A erst richtig ausschöpfen:

Mikrofon-Typ Beschreibung
Close (Condenser) Sehr direkt, perfekt für moderne Pop-Produktionen oder hybride Scores.
Close (Ribbon) Etwas wärmer und "cremiger" als die Kondensatormikrofone.
Mid / Decca Tree Die klassische Orchester-Perspektive für einen natürlichen Raumklang.
Main Surround Für echte 5.1-Aufstellungen.
High Surround Zusätzliche Deckenmikrofone für Dolby Atmos und Auro 3D (nur Full).

4. Artikulations-Highlights

Die Elite Strings sind bekannt für ihre neu entwickelten Algorithmen und Spielweisen:

  • Performance Detaché: Die Software erkennt automatisch, wie du spielst, und wählt den passenden Bogenwechsel.
  • Legato-Varianten: Von lyrischem Legato bis hin zu schnellen Runs ist alles abgedeckt.
  • Short Notes: Eine riesige Auswahl an Spiccato, Staccato und Pizzicato in verschiedenen Intensitäten.

Warum "Elite"?

Der Name ist Programm: Diese Library ist für Komponisten gedacht, die eine klare Definition im Mix brauchen. In einem dichten Arrangement aus Bläsern und Percussion setzen sich Elite Strings durch ihre Transparenz besser durch als riesige Ensembles, die oft "vermatschen".

Kombinations-Tipp: Viele Profis nutzen die Elite Strings als "Layer" (oberste Schicht) über größeren Libraries wie Synchron Strings Pro, um dem orchestralen Fundament die nötige Detailzeichnung und Definition zu verleihen.

Firma: Vienna Symphonic Library


Vienna Symphonic Library Synchron FX Strings

 

Die Vienna Symphonic Library (VSL) – Synchron FX Strings I ist eine der spezialisiertesten Libraries im VSL-Katalog. Während die Elite Strings auf Präzision und Tradition setzen, ist die FX Strings ein Werkzeug für Texturen, Atmosphäre und avantgardistische Filmmusik.

Hier geht es nicht um klassische Melodien, sondern um das, was Streicher jenseits der Norm leisten können.

1. Das Konzept: Lebendige Texturen

Anstatt statischer Noten bietet diese Library vorgefertigte orchestrale Bewegungen. Das Ziel ist es, komplexe Streichereffekte, die nur schwer mit Standard-Samples zu programmieren sind, sofort spielbar zu machen.

  • Synchronized Performances: Alle rhythmischen Texturen und Glissandi werden automatisch zum Tempo deiner DAW synchronisiert.
  • Dynamische Entwicklung: Viele Patches sind so programmiert, dass sie sich über Zeit verändern (Crescendi, Anschwellen, Zerfallen), was für enorme Spannung sorgt.

2. Kategorien der Artikulationen

Die Library ist in verschiedene funktionale Gruppen unterteilt:

  • Spheric & Ethereal: Zarte, schwebende Texturen, oft mit Sul Tasto (am Griffbrett) oder hohem Vibrato gespielt.
  • Glissandi: Von langsamen, unheimlichen Slides bis hin zu extrem schnellen "Rips".
  • Clusters & Aleatoric: Wolken aus Tönen, die keine feste Tonhöhe haben oder in sich instabil sind – perfekt für Horror oder Thriller.
  • Rhythmical Patterns: Repetitive Strukturen, die einen Puls erzeugen, aber organischer klingen als ein Synthesizer.

3. Full Library: Mikrofone & Raumklang

Wie bei allen Synchron-Produkten wurde auch hier in der großen Stage A aufgenommen. In der Full Library stehen dir alle verfügbaren Mikrofon-Perspektiven zur Verfügung:

Mikrofon-Setup Nutzen in der FX-Library
Close Mics Um das Kratzen und die mechanischen Details der Effekte hervorzuheben.
Decca Tree Für den massiven, "teuren" Orchesterklang.
Surround & High Surround Nur in der Full Library. Diese sind hier besonders wichtig, da FX-Strings oft dazu dienen, den Hörer komplett zu "umhüllen". Texturen von oben oder hinten erzeugen eine enorme Immersion.

4. Kreative Features im Player

Die Library nutzt die Engine des Synchron Players voll aus:

  • X-Fading: Du kannst nahtlos zwischen verschiedenen Intensitäten der Effekte überblenden (z. B. von einer sanften Textur in einen aggressiven Cluster).
  • Vorgefertigte Mix-Presets: Da FX-Sounds oft extrem bearbeitet werden, liefert VSL Presets von "Natural" bis "Processed/Cinematic" mit, die bereits Reverb und EQ-Settings enthalten.

Einsatzgebiete

Die Synchron FX Strings sind ein "Geheimtipp" für:

  • Modernes Sound Design: Wenn du Klänge brauchst, die organisch, aber "unheimlich" oder "fremdartig" wirken.
  • Thriller- & Horror-Scores: Für das klassische Unbehagen, das durch verstimmte oder reibende Streicher entsteht.
  • Layering: Um eine normale Streicher-Melodie interessanter zu machen, indem man eine leise FX-Textur darunterlegt.

Fazit: Es ist keine "All-in-One"-Library. Wenn du herkömmliche Streichersätze schreiben willst, brauchst du die Synchron Strings Pro oder Elite Strings. Die FX Strings sind die "Special Effects Abteilung" deines Orchesters – unverzichtbar, wenn du Atmosphäre und Gänsehaut-Momente erzeugen willst.

Firma: Vienna Symphonic Library


Vienna Symphonic Library Synchron Duality Strings Regular

 

Die Vienna Symphonic Library (VSL) – Synchron Duality Strings (Regular) markiert einen technologischen Wendepunkt im Sampling. Das Konzept ist absolut einzigartig: Es wurden zwei verschiedene Ensembles gleichzeitig aufgenommen, jedoch in unterschiedlichen Räumen.

In der Full Library der „Regular“-Sektion erhältst du Zugriff auf das volle Potenzial dieses Hybrid-Konzepts, das darauf ausgelegt ist, den perfekten Orchesterklang – die Mischung aus Größe und Definition – zu liefern.

1. Das revolutionäre Konzept: Zwei Räume, ein Take

Der entscheidende Kniff bei den Duality Strings ist das Zusammenspiel zweier Ensembles, die dieselben Noten zur exakt gleichen Zeit gespielt haben:

  • Ensemble 1 (Synchron Stage A): Ein großes Orchester-Ensemble, das den berühmten, weiträumigen „Scoring Stage“-Klang liefert.
  • Ensemble 2 (Stage B): Ein kleineres Ensemble (Studio-Besetzung), das zeitgleich in der kleineren, trockeneren Stage B aufgenommen wurde.

Das Ergebnis: Du kannst das große, epische Ensemble mit dem detaillierten, nahen Klang des kleinen Ensembles stufenlos mischen. Das sorgt für eine Definition, die man mit Hall-Plugins allein nie erreichen würde.

2. Die Besetzung (Regular-Sektion)

Die „Regular“-Variante bezeichnet das Standard-Spiel mit dem Bogen (im Gegensatz zur „Sordino“-Variante mit Dämpfer). Die Besetzung ist klassisch groß dimensioniert:

  • 14 Erste Violinen
  • 12 Zweite Violinen
  • 10 Bratschen
  • 10 Cellos
  • 6 Kontrabässe

3. Full Library: Mikrofon-Optionen

Der Unterschied zwischen Standard und Full ist hier besonders gewaltig, da du Mikrofone für beide Stages kontrollieren kannst. In der Full Library stehen dir insgesamt bis zu 11 Mikrofonpositionen zur Verfügung:

Stage / Typ Mikrofone (Full Library Highlights)
Stage A (Large) Decca Tree, Main Surround, High Surround, sowie Close-Mikrofone pro Sektion.
Stage B (Studio) Sehr nahe, trockene Mikrofonierung für maximale Textur und „Bogen-Details“.
Mischbarkeit Du kannst die „transparente“ Stage B nutzen, um der „mächtigen“ Stage A mehr Artikulation zu verleihen.

4. Neue Legato-Technologie

Für die Duality Strings hat VSL ihre Legato-Algorithmen massiv verbessert. Die Übergänge sind flüssiger und reagieren intelligenter auf die Spielgeschwindigkeit. Besonders hervorzuheben sind:

  • Agile Legatos: Perfekt für sehr schnelle, fließende Linien.
  • Portamento: Sehr natürliche, emotionale Lagenwechsel.
  • Verschiedene Vibrato-Stufen: Von „Non-Vibrato“ bis zu einem sehr ausdrucksstarken „Espressivo“.

5. Warum "Full Library"?

Die Full Library ist für dich entscheidend, wenn du:

  1. Immersive Audio (Dolby Atmos) produzierst, da nur hier die High-Surround-Kanäle enthalten sind.
  2. Maximale Kontrolle über die Klangfarbe willst. Die zusätzlichen Mikrofone in Stage B erlauben es, den Sound so „trocken“ und nah zu ziehen, dass er fast wie eine Pop-Produktion klingt, oder eben wie ein gigantisches Filmmusikorchester.

Fazit

Die Synchron Duality Strings lösen das ewige Problem von Sample-Libraries: Oft klingen große Ensembles „verwaschen“ und kleine Ensembles zu „dünn“. Durch die Full Library hast du beide Welten in einem einzigen Patch phasenstarr vereint.

Firma: Vienna Symphonic Library