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Native Instruments Maschine mk2

Die Native Instruments Maschine MK3 ist eines der populärsten Hybridsysteme für Musikproduktion und Performance. "Hybrid" bedeutet hier, dass die Hardware als extrem enge Steuereinheit für die zugehörige Maschine-Software fungiert – man hat das haptische Gefühl eines Standalone-Geräts (wie einer MPC), nutzt aber die Rechenpower des Computers.

Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Merkmale:

1. Die Hardware-Highlights

  • Zwei hochauflösende Farbdisplays: Diese sind das Herzstück. Sie erlauben es dir, Samples zu schneiden, Effekte zu editieren oder Sounds zu browsen, ohne auf den Computerbildschirm schauen zu müssen.
  • Große, ultra-sensitive Pads: Die 16 Pads sind deutlich größer als bei den Vorgängern und reagieren extrem präzise auf Anschlagstärke und Aftertouch – ideal für Finger-Drumming.
  • Integriertes Audio-Interface: Die MK3 besitzt eine eingebaute Soundkarte (96 kHz / 24-bit). Du kannst also Mikrofone oder Synthesizer direkt an die Maschine anschließen und aufnehmen.
  • Smart Strip: Ein Touch-Streifen für Pitch-Bending, Modulation oder das "Strummen" von Noten und Effekten in Echtzeit.
  • Touch-sensitive Regler: Die 8 Drehknöpfe unter den Displays merken, wenn du sie berührst, und blenden sofort entsprechende Parameter-Menüs ein.

2. Workflow & Software

Die Maschine MK3 wird mit der Maschine 3 Software und einer riesigen Library (u.a. das "Komplete Select" Bundle) ausgeliefert. Der Workflow unterscheidet sich von klassischen DAWs (wie Ableton oder Logic):

  • Pattern-basiert: Du erstellst kurze Loops (Patterns), die du in "Scenes" zu einem Song arrangierst.
  • Browsing: Über das Hardware-Rad (4-Directional Push Encoder) navigierst du blitzschnell durch tausende Sounds, die nach Kategorien und Tags sortiert sind.
  • Sampling: Das Slicen von Samples ist legendär intuitiv. Du nimmst Audio auf, lässt es automatisch in Stücke schneiden und verteilst diese sofort auf die Pads.

3. Anschlüsse (Rückseite)

Die MK3 fungiert als Schaltzentrale in deinem Studio:

  • Line-Out (L/R): Für deine Monitore.
  • Line-In (L/R): Zum Sampeln externer Quellen.
  • Mic-In: Für dynamische Mikrofone.
  • MIDI In/Out: Zur Steuerung externer Hardware-Synthesizer.
  • Kopfhöreranschluss: Mit eigenem Lautstärkeregler.
  • Pedal-Eingang: Für Sustain-Pedale.

4. Für wen ist sie geeignet?

  • Beatmaker & Hip-Hop-Produzenten: Wegen des schnellen Sampling-Workflows und der erstklassigen Pads.
  • Elektronische Musiker: Die Maschine lässt sich hervorragend als Plugin in Programmen wie Ableton Live integrieren.
  • Live-Performer: Durch die direkte Kontrolle über Effekte und das intuitive Umschalten von Szenen ist sie ein mächtiges Live-Instrument.

Hinweis: Die Maschine MK3 benötigt zwingend eine USB-Verbindung zu einem Computer. Wenn du komplett ohne Laptop arbeiten möchtest, wäre die Maschine+ (Plus) die Standalone-Alternative, die optisch fast identisch ist, aber einen eigenen Prozessor besitzt.

Firma: Native Instruments


MOLEKULAR

Molekular ist das ultimative Flaggschiff unter den modularen Effekt-Systemen von Native Instruments. Es basiert auf der REAKTOR-Plattform und ist im Grunde ein gigantischer Baukasten, mit dem du dir deine eigenen, hochkomplexen Multieffekte zusammenstellen kannst.

Wenn The Finger und The Mouth die verspielten Spezialisten sind, dann ist Molekular das wissenschaftliche Labor für Sound-Design.

Das Konzept: Modularität auf vier Ebenen

Das Besondere an Molekular ist das Routing. Du hast vier Effekt-Slots, die du mit über 35 verschiedenen Prozessoren bestücken kannst. Das Signal kann diese Slots in verschiedenen Konfigurationen durchlaufen (seriell, parallel oder über Kreuz).

Die Effekt-Kategorien:

  • Spectral: Manipuliert das Frequenzspektrum (z.B. Spectral Freeze, Pitch Shifting).
  • Temporal: Alles, was mit Zeit zu tun hat (Delays, Glitch-Effekte, Stutter).
  • Mod: Klassische Modulationen wie Chorus, Phaser und Flanger.
  • Distort: Von subtiler Sättigung bis hin zu digitaler Zerstörung.

Das Herzstück: Die Modulations-Matrix

Was Molekular von fast allen anderen Multieffekten unterscheidet, ist sein Modulationssystem. Es erinnert an ein großes modulares Synthesizer-System:

  1. Modifikatoren: Du hast Zugriff auf 16 Modulationsquellen (LFOs, Step-Sequenzer, Envelope Follower und logische Operatoren).
  2. Interaktion: Du kannst jeden Parameter eines Effekts mit jedem Modifikator steuern. Zum Beispiel: Ein Step-Sequenzer steuert die Delay-Zeit, während ein LFO gleichzeitig den Cutoff eines Filters bewegt.
  3. Der Morph-Fader: Das ist das "Gehirn" für Performances. Du kannst komplexe Snapshots (Klangzustände) erstellen und mit dem Morph-Fader stufenlos zwischen ihnen hin- und hergleiten. Dabei verändern sich hunderte Parameter gleichzeitig, was organische, sich ständig entwickelnde Sounds ermöglicht.

Vergleich: Molekular vs. Die Moogerfooger-Serie

Feature Moogerfooger (Einzelgeräte) NI Molekular
Aufbau Dedizierte Hardware-Module Voll-modulares Software-System
Klangcharakter Analog, warm, begrenzt Hybrid, extrem weit gefächert, digital-chirurgisch
Routing Physikalische Kabel (CV) Virtuelle Matrix & Drag-and-Drop
Speicherbarkeit Keine (Manual Recall) Total Recall & Morphing-Presets

Warum sollte man Molekular nutzen?

Molekular ist nichts für Musiker, die nur einen schnellen Reverb suchen. Es ist ein Werkzeug für:

  • Abstrakte Sound-Landschaften: Perfekt für Filmvertonung und Ambient.
  • Kreatives Resampling: Schicke einen simplen Synth-Sound rein und mache daraus eine rhythmische, glitschige Textur, die fast "lebt".
  • Einzigartige Signatur-Sounds: Da die Kombinationsmöglichkeiten der 35 Effekte und der Modulation fast unendlich sind, klingt kaum ein Preset wie das andere.

Ein "Moog-Setup" in Molekular bauen

Du könntest in Molekular theoretisch deine eigene Moog-Kette nachbauen:

  1. Slot 1: Ein resonanter Lowpass-Filter.
  2. Slot 2: Ein Ringmodulator.
  3. Slot 3: Ein 12-Stage Phaser.
  4. Modulation: Nutze die internen LFOs, um die Cutoff-Frequenz oder die Phasen-Geschwindigkeit zu steuern – genau wie mit den CV-Eingängen der Hardware.

Molekular ist oft die letzte Station für Sounds, die "etwas Besonderes" brauchen. Es macht aus statischen Spuren dynamische, komplexe Kunstwerke.

Firma: Native Instruments


mouth

The Mouth ist – genau wie The Finger – ein außergewöhnliches Plugin von Tim Exile auf Basis der REAKTOR-Technologie. Während The Finger zum "Zerstören" und Zerschneiden von Sounds gedacht ist, hat The Mouth eine völlig andere Aufgabe: Es macht aus jedem beliebigen Eingangssignal Melodien und Harmonien.

Das Plugin erkennt die Tonhöhe und Dynamik deines Eingangssignals (z. B. deine Stimme oder einen Drum-Loop) und nutzt diese Informationen, um interne Synthesizer und Vocoder zu steuern.

Das Konzept: "Singing without Singing"

Du musst kein begnadeter Sänger sein, um mit The Mouth großartige Ergebnisse zu erzielen. Es reicht, wenn du rhythmisch in ein Mikrofon sprichst oder summst. Das Plugin erzwingt die Tonhöhe, die du vorgibst – entweder durch eine gewählte Tonleiter oder über MIDI-Noten.

  • Pitch Detection: Das Tool analysiert in Echtzeit, was reinkommt.
  • Auto-Tuning auf Steroiden: Es korrigiert nicht nur deine Stimme, sondern generiert komplett neue Synthesizer-Klänge, die exakt deinem Rhythmus und deiner Artikulation folgen.
  • Harmonie-Generator: Du kannst Akkorde vorgeben, die das Plugin aus einer einzigen Note deiner Stimme errechnet.

Die 4 Klang-Generatoren

The Mouth bietet vier verschiedene Sektionen, die du mischen kannst, um den perfekten Sound zu bauen:

  1. Synth: Ein vollwertiger Synthesizer mit verschiedenen Wellenformen, der deine Melodie spielt.
  2. Vocoder: Der klassische Roboter-Stimmen-Effekt, der die Klangeigenschaften deiner Stimme auf einen Synth-Sound überträgt.
  3. Bass: Ein zusätzlicher Oszillator für das tiefe Fundament, das genau mit deinem Input korrespondiert.
  4. FX: Eine kreative Effektsektion mit Filtern, Delays und Reverbs, um den Sound räumlich zu gestalten.

Die Modi: Wie man es steuert

  • Pitch-Modus: Das Plugin erkennt die Tonhöhe deines Inputs und passt sie an eine von dir gewählte Skala (z. B. C-Dur oder A-Moll) an.
  • Beat-Modus: Perfekt für Drums! The Mouth ignoriert die Tonhöhe und konzentriert sich nur auf den Rhythmus, um daraus percussive Melodien zu machen.
  • MIDI-Modus: Du spielst Akkorde auf deinem Keyboard, und The Mouth zwingt deinen Gesang (oder was auch immer du reinschickst) genau in diese Harmonien.

Vergleich: The Mouth vs. Klassische Vocoder

Feature Klassischer Vocoder Native Instruments - The Mouth
Input Benötigt Carrier (Synth) + Modulator (Voice) Erzeugt den Carrier-Sound intern selbst
Setup Komplexes Routing in der DAW Einfaches Plug-and-Play
Fokus Roboterstimmen Melodische Transformation von ALLEM
Besonderheit Statisch Dynamisch (reagiert extrem auf Artikulation)

Kreative Einsatzgebiete

  • Beatboxing: Verwandle deine Mund-Perkussion in ein komplettes elektronisches Arrangement aus Bassline und Lead-Synth.
  • Sound Design: Schicke eine Aufnahme von fließendem Wasser oder Umgebungsgeräuschen hinein und schau, welche unheimlichen oder sphärischen Harmonien The Mouth daraus extrahiert.
  • Instant Backing Vocals: Singe eine einfache Spur ein und lass The Mouth im MIDI-Modus die perfekten, futuristischen Harmonien dazu singen.

The Mouth ist eines dieser Tools, bei denen man oft nicht weiß, was am Ende herauskommt – und genau das macht den Reiz aus. Es ist eine "Kreativitäts-Maschine", die aus simplen Geräuschen musikalisches Gold macht.

Firma: Native Instruments


finger

The Finger ist ein einzigartiges Performance-Effekt-Plugin von Native Instruments, das auf der REAKTOR-Technologie basiert. Es wurde von Tim Exile entwickelt, einem Musiker und Programmierer, der für seine extremen Live-Improvisationen bekannt ist.

Das Konzept hinter The Finger ist radikal anders als bei herkömmlichen Effekten: Es verwandelt dein Keyboard oder deinen MIDI-Controller in ein Effekt-Keyboard.

Das Konzept: "Music by Playing Effects"

Anstatt einen Effekt einzuschalten und die Regler mit der Maus zu drehen, weist The Finger jeder Taste deines MIDI-Keyboards (oder jeder MIDI-Note in deiner DAW) einen anderen Effekt zu.

  • Über 40 Effekte: Von Filtern und Delays über Granular-Effekte bis hin zu extremen Loopern und Wave-Shapern.
  • Velocity-Steuerung: Die Stärke des Effekts (z. B. die Tiefe eines Filters oder die Feedback-Menge eines Delays) wird oft durch die Anschlagstärke (Velocity) gesteuert.
  • Layering: Du kannst mehrere Tasten gleichzeitig drücken, um Effekte zu stapeln. So entsteht eine komplexe Effektkette, die sich in Echtzeit verändert.

Die wichtigsten Funktionen

  1. Remixing in Echtzeit: Das Plugin ist darauf ausgelegt, ein fertiges Signal (z. B. einen kompletten Drum-Loop oder einen ganzen Mix) komplett zu zerhäckseln und neu zusammenzusetzen.
  2. Looping & Gating: Viele Effekte in The Finger fangen kurze Schnipsel des Audiosignals ein und wiederholen sie rhythmisch (Beat-Repeat), was perfekt für Glitch- und IDM-Sounds ist.
  3. Envelope-Modulation: Jeder Effekt hat seine eigene kleine Hüllkurve, die beim Drücken der Taste ausgelöst wird, was dem Ganzen eine sehr perkussive, instrumentale Dynamik verleiht.

Der Workflow

Um The Finger zu nutzen, musst du es in deiner DAW meist als MIDI-gesteuerten Effekt laden:

  1. Du legst das Plugin auf eine Audiospur (z. B. einen Drum-Loop).
  2. Du sendest MIDI-Noten von einer anderen Spur an dieses Plugin.
  3. Sobald du eine Note spielst, wird der Loop durch den entsprechenden Effekt gejagt.

Vergleich: The Finger vs. Die Moogerfooger-Welt

Obwohl beide Welten auf Klangmanipulation setzen, ist der Ansatz gegensätzlich:

Feature Moogerfooger / Guitar Rig The Finger
Bedienung Regler drehen / Expression-Pedale Tasten drücken (MIDI)
Sound Fließend, organisch, statisch-moduliert Rhythmisch, zerhackt, Glitch-lastig
Zielgruppe Sound-Designer / Instrumentalisten Live-Performer / Remix-Künstler
Komplexität Ein Effekt pro Gerät Dutzende Effekte auf einmal abrufbar

Kreative Einsatzgebiete

  • Live-Performances: Es ist das ultimative Tool, um einen Track während eines Live-Sets "on the fly" zu variieren, Übergänge zu schaffen oder künstliche Fehler (Glitches) einzubauen.
  • Drum-Design: Du kannst einen simplen 4/4-Beat durch The Finger schicken und durch rhythmisches Tastendrücken komplexe Fills und Variationen erzeugen, die du danach als Audio aufnimmst.
  • Vocals: Verwandle eine einfache Gesangsspur in eine stotternde, modulierte Roboterstimme.

The Finger ist quasi das digitale Äquivalent zu einem Effektgerät, das man wie ein Klavier spielt. Es ist chaotisch, extrem spaßig und führt oft zu Ergebnissen, die man durch bloßes Programmieren niemals erreicht hätte.

Firma: Native Instruments