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Native-Instruments - Massive

native instruments Massive

Massive ist einer der einflussreichsten Software-Synthesizer aller Zeiten. Er definierte den Sound der elektronischen Musik zwischen 2005 und 2015 fast im Alleingang. Ohne Massive gäbe es den typischen Dubstep, Electro-House und viele moderne Pop-Produktionen dieser Ära in dieser Form nicht.

Er ist ein Wavetable-Synthesizer, der für seine aggressive Energie und seine extrem intuitive Modulationsmatrix bekannt ist.

1. Das Klangkonzept: Digitaler Biss

Im Gegensatz zu Emulationen analoger Klassiker ist Massive stolz darauf, digital zu klingen. Er liefert klare, scharfe und oft brachiale Sounds.

  • Wavetables: Anstatt einfacher Sinus- oder Sägezahn-Wellen nutzt er komplexe Wellentabellen. Man kann stufenlos durch diese hindurchfahren ("scannen"), was für enorme Bewegung im Klang sorgt.
  • Vibe: Industriell, modern, breit und druckvoll. Er ist die erste Wahl für Sounds, die im Mix ganz vorne stehen sollen.

2. Das Herzstück: Die Drag-and-Drop Modulation

Das revolutionärste Feature von Massive war die Einführung der Modulations-Ringe:

  • Man zieht einfach eines der acht Modulations-Icons (LFOs oder Envelopes) auf einen Regler.
  • Ein farbiger Ring zeigt sofort an, wie stark der Parameter moduliert wird.
  • Dies machte es extrem einfach, die berühmten „Wobble-Bässe“ zu erstellen, bei denen die Filterfrequenz rhythmisch zum Beat schwingt.

3. Highlights & Sound-Shaping

  • Drei Oszillatoren: Erlauben massives Layering für extrem dicke Sounds.
  • Intensity-Regler: Jeder Oszillator hat einen Regler, mit dem man die Wellenform zusätzlich verbiegen kann (z. B. Pulse-Width-Modulation oder Hard Sync).
  • Insert-Effekte: Massive war einer der ersten Synths, bei dem man Effekte wie Bitcrusher oder Distortion direkt mitten in die Signalkette (z. B. vor das Filter) legen konnte.
  • Feedback-Kanal: Man kann das Signal zurück an den Anfang schicken, um es völlig zu übersteuern – perfekt für dreckige Basslines.

4. Einsatzbereiche

  • Dubstep & Drum & Bass: Legendär für „Growls“, „Screeches“ und „Wobbles“.
  • Electro House: Für die schneidenden Leads und aggressiven Bässe der 2010er Jahre.
  • Trap: Für tiefe, verzerrte 808-ähnliche Bässe.
  • Sounddesign: Aufgrund der flexiblen Hüllkurven (Stepper und Performer) ideal für rhythmische Texturen.

Kurzer Vergleich: Massive vs. Serum

Merkmal Massive (Classic) Xfer Serum
Wavetables Fest vorgegebene Auswahl. Import eigener Samples möglich.
Visualisierung Eher abstrakt/statisch. Echtzeit-3D-Wellenformen.
CPU-Last Extrem niedrig (läuft auf jedem Laptop). Deutlich hungriger.
Klang Rau, "edgy", dunkler. Sehr klar, hell, fast steril.


Fazit: 
Auch wenn Massive X mittlerweile der offizielle Nachfolger ist, nutzen viele Produzenten das Original weiterhin. Es hat einen ganz speziellen „Dreck“ und eine Einfachheit im Workflow, die bis heute unerreicht ist. Wenn man einen Bass braucht, der sofort „nach Club“ klingt, ist der alte Massive oft die schnellste Lösung.

Firma: Native-Instruments


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