Musik-Instrumente von Xfer

Wohl einer der besten Software-Synthesizer für den Spitzensound

Xfer LFO Tool

Das Xfer LFO Tool (entwickelt von Steve Duda, dem Kopf hinter dem legendären Synthesizer Serum) ist eines der vielseitigsten und am weitesten verbreiteten Utility-Plugins in der modernen Musikproduktion. Obwohl es "LFO Tool" heißt, ist es weit mehr als nur ein einfacher Oszillator – es ist ein mächtiger Kurven-basierter Modulations-Prozessor.

Hier ist eine detaillierte Übersicht über das, was dieses Tool so besonders macht:

1. Kernfunktion: Kurven-basierte Modulation

Anstatt sich auf klassische LFO-Wellenformen (Sinus, Sägezahn) zu verlassen, erlaubt dir das LFO Tool, eigene Kurven mit Hilfe von Vektorpunkten zu zeichnen. Diese Kurven können synchron zum Host-Tempo deines Sequenzers (DAW) ablaufen.

Das Plugin kann damit folgende Parameter steuern:

  • Volume (Lautstärke): Erzeugt Sidechain-Effekte oder Gate-Rhythmen.
  • Filter (Cutoff/Resonance): Erzeugt rhythmische Filterfahrten (Wub-Wub-Wobbles).
  • Pan (Panorama): Lässt den Sound im Stereofeld tanzen.
  • Pitch (Tonhöhe): Für Tape-Stop-Effekte oder Vibratos.

2. Der "Sidechain"-König

Der häufigste Einsatzzweck des LFO Tools ist das Fake-Sidechaining. Anstatt einen Kompressor über eine Kick-Drum zu steuern, zeichnet man einfach eine Kurve, die die Lautstärke am Anfang jedes Schlags absenkt.

  • Vorteil: Es ist präziser als ein Kompressor, da man die exakte Form des "Ducks" bestimmen kann und kein echtes Audio-Routing (Sidechain-Eingang) benötigt.
  • Sauberkeit: Da es kein Kompressor ist, gibt es keine Artefakte wie Klicken oder unerwünschtes Pumpen, es sei denn, man zeichnet es explizit so ein.

3. Integrierte Filter-Sektion

Das LFO Tool enthält die berühmten Filter-Algorithmen aus Xfer Serum. Das bedeutet, du hast Zugriff auf eine riesige Auswahl an Filtertypen (Lowpass, Highpass, Bandpass, Combs, Formant-Filter etc.), die du direkt mit der gezeichneten Kurve modulieren kannst.

4. MIDI-Funktionalität

Das Plugin kann nicht nur intern modulieren, sondern auch MIDI-CC-Daten senden. Damit kannst du die im LFO Tool gezeichneten Kurven nutzen, um andere Plugins oder sogar externe Hardware-Synthesizer zu steuern.

Zudem gibt es einen MIDI-Trigger-Modus: Die Kurve läuft dann nicht endlos im Loop, sondern wird jedes Mal neu gestartet, wenn du eine MIDI-Note spielst. Das ist ideal für komplexe Bass-Rhythmen.

5. Technische Highlights

  • Multi-Graph-Unterstützung: Du kannst bis zu 12 verschiedene Kurven (Graphen) gleichzeitig erstellen und verschiedenen Zielen zuweisen.
  • Vektorbasiert: Die Kurven lassen sich extrem glatt oder hartkantig zeichnen.
  • Scope-Ansicht: Ein integriertes Oszilloskop zeigt dir in Echtzeit an, wie das Audiosignal durch die Kurve verformt wird.

Zusammenfassung: Wann benutzt man es?

  • Wenn du einen perfekt kontrollierten Sidechain-Effekt für Kick und Bass brauchst.
  • Wenn du statische Pads oder Synth-Akkorde in rhythmische Patterns verwandeln willst (Trance-Gates).
  • Wenn du komplexe Filter-Modulationen (wie im Dubstep oder Neurohop) erstellen möchtest.

Es ist eines dieser "Schweizer Taschenmesser", die fast jeder EDM-, Pop- oder Hip-Hop-Produzent in seiner Plugin-Liste hat, weil es CPU-schonend ist und extrem schnell zu Ergebnissen führt.

Firma: Xfer


Xfer Serum

Das Thema Xfer Serum und die Gerüchte um einen Nachfolger Serum 2 beschäftigen die Producer-Community nun schon seit Jahren. Während das ursprüngliche Serum immer noch der Goldstandard für Wavetable-Synthese ist, gibt es zum Nachfolger viele Mythen und einige handfeste Fakten vom Entwickler Steve Duda.

Hier ist der aktuelle Stand der Dinge:

1. Xfer Serum (Das Original)

Serum ist das "Arbeitstier", das die Art und Weise, wie wir Sounddesign am Computer betrachten, revolutioniert hat.

  • Der Standard: Es gibt kaum ein kommerzielles Sample-Pack oder eine Preset-Library, die nicht auf Serum basiert.
  • Visuelles Feedback: Alles ist animiert. Man sieht genau, wie der LFO den Filter bewegt oder wie die Wavetable morpht.
  • Sound: Bekannt für seine extrem "cleanen" Oszillatoren. Während analog-emulierte Synths oft gewollte Ungenauigkeiten haben, ist Serum mathematisch präzise und knackig.

2. Xfer Serum 2

Seit fast 10 Jahren warten Fans auf eine Version 2.0. Steve Duda (der Kopf hinter Xfer) hat sich dazu über die Jahre in Foren und Interviews geäußert:

Status der Entwicklung

Steve Duda hat bestätigt, dass er an Serum 2 arbeitet. Es ist jedoch kein Projekt mit einem festen Release-Datum, sondern ein Prozess, bei dem er den Synth von Grund auf neu denkt.

Erwartete Features (basierend auf Duda’s Aussagen):

  • Abwärtskompatibilität: Eines der wichtigsten Ziele ist, dass Serum 2 alle alten Presets von Serum 1 perfekt laden kann.
  • Bessere Performance: Die Engine wird komplett modernisiert, um auf aktuellen CPUs (wie Apple Silicon) noch effizienter zu laufen.
  • Erweiterte Oszillatoren: Es wird gemunkelt, dass mehr als zwei Hauptoszillatoren zur Verfügung stehen könnten.
  • Verbesserte Effekte: Die Effekt-Sektion, die in Serum 1 fest verdrahtet ist, soll flexibler werden (vielleicht sogar als eigene Plugin-Reihe innerhalb des Synths).
  • Neue Filtertypen: Weitere exotische und analog-modellierte Filter.

Die Update-Politik

Xfer ist bekannt für eine extrem kundenfreundliche Politik. Steve Duda hat angedeutet, dass das Update auf Serum 2 für bestehende Nutzer entweder kostenlos oder zu einem sehr fairen Preis erhältlich sein wird. Es gibt bei Xfer keinen Abo-Zwang.

3. Der Vergleich: Lohnt sich der Kauf von Serum 1 jetzt noch?

Aspekt Serum 1 (Heute) Erwartung an Serum 2
Verfügbarkeit Sofort (Rent-to-own via Splice möglich) Unbekannt (Release-Datum offen)
Presets Gigantische Auswahl (Millionen) Wird kompatibel sein
Features 2 Wavetable-Osc + Sub + Noise Mehr Power, mehr Flexibilität
Interface Skalierbar, aber funktional Moderner, vielleicht noch intuitiver

Warum es bisher kein Serum 2 gibt

Serum 1 ist "zu gut" für sein eigenes Alter. Da es immer noch regelmäßig Updates erhält (wie zuletzt für die native Unterstützung von M1/M2/M3-Chips), fühlt es sich nicht veraltet an. Die meisten Wünsche der Community wurden bisher über Punkt-Updates (z.B. Version 1.3b8) gelöst.

Fazit

Wenn du Serum heute kaufst, machst du nichts falsch. Du bekommst den aktuell mächtigsten Support in der Industrie und wirst höchstwahrscheinlich ohne große Zusatzkosten auf Version 2 umsteigen können, wenn sie erscheint.

Kurztipp: Wenn du die 189 $nicht auf einmal zahlen willst, ist das **Rent-to-own Modell über Splice** (ca. 10$ im Monat) der beste Weg. Du besitzt das Plugin nach Ablauf der Zeit komplett, ohne Zinsen.

Serum 2 ist mittlerweile kein bloßes Gerücht mehr. Nachdem die Producer-Community über ein Jahrzehnt gewartet hat, wurde das Plugin am 17. März 2025 offiziell von Xfer Records veröffentlicht.

Inzwischen (Stand April 2026) hat es sich fest als neuer Industriestandard etabliert. Steve Duda hat dabei sein Versprechen gehalten: Das Update war für alle Besitzer der ersten Version komplett kostenlos.

1. Die wichtigsten Neuerungen in Serum 2

Serum 2 behält die intuitive Bedienung des Originals bei, erweitert die Engine aber massiv:

  • Drei Haupt-Oszillatoren: Statt nur zwei gibt es nun drei Oszillator-Slots. Jeder davon kann nicht nur Wavetables, sondern auch Multi-Samples, Granular-Synthese oder Spektral-Synthese verarbeiten.
  • Massive Modulation: Die Anzahl der LFOs wurde auf 10 (vorher 4) und die der Envelopes auf 4 (vorher 3) erhöht. Zudem gibt es neue "Chaos"-Modi (Lorenz/Rossler) für unvorhersehbare Bewegungen.
  • Dual FX-Busses: Du kannst Effekte jetzt in zwei separaten Ketten parallel oder seriell schalten. Außerdem ist es möglich, mehrere Instanzen desselben Effekts (z. B. zwei Kompressoren oder drei Filter) gleichzeitig zu laden.
  • Integrierter Arpeggiator & Clip-Sequenzer: Serum 2 enthält nun einen vollwertigen Sequenzer, mit dem man direkt im Plugin komplexe Melodien und Rhythmen programmieren kann.
  • Convolution Reverb: Ein hochwertiger Faltungshall mit einer eigenen Library an Impulsantworten ist nun Teil der FX-Sektion.

2. Kompatibilität und System

Xfer hat großen Wert darauf gelegt, dass der Übergang reibungslos verläuft:

  • Preset-Kompatibilität: Alle alten Presets aus Serum 1 funktionieren einwandfrei in Serum 2. Umgekehrt lassen sich Serum-2-Presets jedoch nicht in der alten Version öffnen.
  • Parallele Installation: Du kannst beide Versionen gleichzeitig auf deinem Rechner installiert haben, was besonders für das Fertigstellen alter Projekte wichtig ist.
  • CPU-Effizienz: Trotz der neuen Features wurde die Engine so optimiert, dass sie bei vergleichbaren Patches die gleiche oder sogar weniger CPU-Last verursacht als das Original.

Preis und Verfügbarkeit (Stand 2026)

Kategorie Details
Für Serum-1-Besitzer Kostenlos (Update über den Xfer-Account)
Neupreis 249 $ (nach dem Einführungsrabatt von 189 $)
Rent-to-own Über Splice für 9,99 $ pro Monat verfügbar

Fazit: Lohnt sich der Umstieg?

Da das Update kostenlos ist, gibt es eigentlich keinen Grund, nicht zu wechseln. Die Hinzufügung von Granular-Synthese und dem Multi-Sample-Oszillator macht Serum 2 zu einem echten All-in-One-Synthesizer, der nun auch organische Texturen und reale Instrumente (Piano, Streicher etc.) überzeugend beherrscht.

Expansions:

Firma: Xfer


xfer Cthulhu

Xfer Cthulhu ist eines dieser Plugins, die man entweder als „Cheat-Code“ oder als das ultimative Werkzeug für Songwriting betrachtet. Es ist kein Synthesizer, der selbst Töne erzeugt, sondern ein MIDI-Processing-Tool, das zwei extrem mächtige Funktionen in sich vereint: einen Chord-Player und einen Arpeggiator.

Benannt nach dem mythischen Wesen von H.P. Lovecraft, hilft es dir, komplexe Harmonien und Rhythmen zu erstellen, selbst wenn du kein ausgebildeter Pianist bist.

1. Das Chord-Modul: Inspiration auf Tastendruck

Das Herzstück von Cthulhu ist die Fähigkeit, einzelne Noten in komplexe Akkorde zu verwandeln.

  • Akkord-Presets: Es kommt mit hunderten von Presets, die aus klassischen Kompositionen (z. B. Bach-Choräle) oder Jazz-Theorie stammen.
  • Lern-Modus: Du kannst eigene Akkorde „beibringen“. Du spielst einen komplizierten Akkord ein, und Cthulhu mappt ihn auf eine einzige Taste deiner Wahl.
  • Harmonische Vielfalt: Es ist perfekt, um Akkordfolgen zu finden, auf die man intuitiv am Keyboard nie gekommen wäre, da es oft ungewöhnliche Umkehrungen und Voicings vorschlägt.

2. Der Arpeggiator: Rhythmisches Kraftpaket

Der Arpeggiator in Cthulhu ist deutlich fortschrittlicher als die Standard-Arps in den meisten DAWs oder Synths.

  • 8-Step-Graph: Du hast die volle Kontrolle über die Tonhöhe (Note), die Länge (Duration) und die Anschlagstärke (Velocity) jedes einzelnen Steps.
  • Akkord-Arpeggierung: In Kombination mit dem Chord-Modul kann Cthulhu die einzelnen Noten der gewählten Akkorde rhythmisch zerlegen.
  • Reshuffle: Du kannst die Reihenfolge der Noten innerhalb eines Akkords zufällig oder nach Mustern neu anordnen lassen, was oft zu glücklichen Zufällen (Happy Accidents) führt.

Workflow: Wie man es benutzt

Da Cthulhu keinen eigenen Sound erzeugt, muss es als MIDI-Effekt geroutet werden:

  1. Du lädst Cthulhu auf eine Spur.
  2. Du lädst deinen Lieblings-Synth (z. B. Serum) auf eine zweite Spur.
  3. Du stellst den MIDI-Eingang des Synths so ein, dass er die Noten von Cthulhu empfängt.
  4. Du drückst eine Taste auf deinem Keyboard, Cthulhu sendet die Akkord-Informationen an den Synth, und dieser spielt den Sound.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteil Nachteil
Theorie-Boost: Hilft enorm bei Schreibblockaden und fehlenden Theoriekenntnissen. Komplexes Routing: In manchen DAWs (besonders Ableton Live) ist das MIDI-Routing anfangs etwas fummelig.
Kreative Arps: Erzeugt Rhythmen, die weit über das Standard-Up/Down-Muster hinausgehen. UI-Design: Das Interface ist funktional, wirkt aber im Vergleich zu modernen Plugins etwas altbacken.
Günstiger Preis: Mit ca. 39 $ ist es eines der preiswertesten Profi-Tools am Markt.

Fazit: Für wen ist Cthulhu?

Cthulhu ist unverzichtbar für:

  1. EDM- und Pop-Produzenten, die dichte, professionelle Akkordfolgen brauchen.
  2. Sounddesigner, die nach neuen Wegen suchen, ihre Patches rhythmisch zu modulieren.
  3. Songwriter, die eine schnelle Inspiration für den nächsten Chorus suchen.

Es ist ein technisches Werkzeug, das die Brücke zwischen musikalischer Idee und Theorie schlägt.

Expansions:

Firma: Xfer